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Der Schutz des postmortalen Persönlichkeitsrechts im Internet: Internationale Zuständigkeit und Kollisionsrecht

Krause, Lisa-Charlotte

Schriften zum Internationalen Recht, Vol. 232

(2022)

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Abstract

Die Arbeit behandelt den Schutz des postmortalen Persönlichkeitsrechts bei Verletzungen über das Internet aus der Perspektive des Rechts der internationalen Zuständigkeit und des Kollisionsrechts. Dabei wird u.a. die Übertragbarkeit der eDate-Advertising-Entscheidung des EuGH zur internationalen Zuständigkeit bei Verletzungen des allgemeinen Persönlichkeitsrechts im Internet auf postmortale Verletzungsfälle untersucht. Darüber hinaus beleuchtet die Arbeit auch die Herausforderungen und Konsequenzen aus der doppelten Geltung der Tatortregel sowohl im Zuständigkeitsrecht (hier vor allem Art. 7 Nr. 2 EuGVVO) als auch im Kollisionsrechts (Art. 40 Abs. 1 EGBGB). Im Fokus stehen die Überlegungen zur Eingrenzung der wählbaren Erfolgsorte. »The Protection of Post-mortem Personality Rights on the Internet: International Jurisdiction and Conflict of Laws«: The thesis deals with the protection of the post-mortem personality right in the case of infringements via the Internet from the perspective of the law of international jurisdiction and conflict of laws. Among other things, the transferability of the ECJ's eDate advertising decision on international jurisdiction for violations of personality rights on the Internet to post-mortem infringement cases is examined.

Table of Contents

Section Title Page Action Price
Inhaltsverzeichnis 5
Abkürzungsverzeichnis 12
Einleitung 17
I. Abgrenzung 21
II. Begriffe 22
Teil 1: Materielles Recht 23
A. Kohärenz zwischen Sachrecht, Zuständigkeits- und Kollisionsrecht 23
B. Postmortales Persönlichkeitsrecht 25
I. Grundsätze und dogmatische Grundlage 25
II. Schutzbereich 26
1. Ideelle und vermögenswerte Bestandteile 26
2. Abgrenzung zwischen ideellen und vermögenswerten Bestandteilen 27
3. Eigener persönlichkeitsrechtlicher Schutz der Angehörigen 29
4. Besondere Regelungen für den Bildnisschutz 30
III. Postmortale Schutzdauer 31
IV. Rechtsträger und Wahrnehmungsbefugte 32
V. Rechtswidrigkeit einer postmortalen Persönlichkeitsrechtsverletzung 33
1. Verletzung ideeller Bestandteile 33
2. Verletzung vermögenswerter Bestandteile 34
VI. Rechtsschutz gegen Verletzungen des postmortalen Persönlichkeitsrechts 35
1. Aktivlegitimation bei postmortalen Persönlichkeitsrechtsverletzungen 35
2. Rechtsfolgen 36
VII. Passivlegitimierte 39
VIII. Zwischenergebnis 39
C. Postmortaler Persönlichkeitsrechtsschutz in anderen europäischen Staaten 40
I. Österreich 42
II. Frankreich 45
III. Schweiz 46
IV. Zwischenergebnis 48
D. Postmortaler Persönlichkeitsrechtsschutz auf europäischer Ebene 48
I. GR-Charta (Rechtsquelle) 48
II. EMRK (Völkervertragsrecht/Rechtserkenntnisquelle) 50
1. Bedeutung der EMRK für den postmortalen Persönlichkeitsrechtsschutz 50
2. Postmortaler Schutz durch die EMRK 51
III. Zwischenergebnis 54
D. Charakteristika postmortalen Persönlichkeitsschutzes 54
Teil 2: Internationale Zuständigkeit 56
A. Bedeutung der internationalen Zuständigkeit 58
B. Rechtsquellen 61
I. EuGVVO 61
II. LugÜ 63
III. ZPO 63
IV. Keine Anwendbarkeit der EuErbVO 64
C. Zuständigkeitsrechtliche Prinzipien 65
I. Geordnete Rechtspflege: Sach- und Beweisnähe 66
II. Rechtssicherheit und Vorhersehbarkeit 69
III. Autonome Auslegung des Unionsrechts 70
IV. Schutz des Schwächeren 71
V. Vermeidung von forum shopping 72
D. EuGVVO 73
I. Anwendungsbereich 74
II. Allgemeiner Gerichtsstand gem. Art. 4 Abs. 1 EuGVVO 75
III. Gerichtsstand der unerlaubten Handlung gem. Art. 7 Nr. 2 EuGVVO 76
1. Begriff der unerlaubten Handlung 77
a) Deliktische (zivilprozessuale) Qualifikation von postmortalen Persönlichkeitsrechtsverletzungen im Internet 77
b) Klagearten und Ansprüche 80
2. Ort des schädigenden Ereignisses: Tatortregel 82
3. Handlungsort bei (postmortalen) Persönlichkeitsrechtsverletzungen im Internet 85
a) Content-Provider 85
b) Host- und Access-Provider 90
c) Keine Besonderheiten der Handlungsortbestimmung bei postmortalen Persönlichkeitsrechtsverletzungen 90
4. Erfolgsort bei Persönlichkeitsrechtsverletzungen im Internet 91
a) Notwendigkeit der Eingrenzung wählbarer Erfolgsorte 92
b) Persönlichkeitsrechtsverletzungen in Printmedien: Shevill-Rechtsprechung des EuGH 93
c) Persönlichkeitsrechtsverletzungen im Internet 95
aa) eDate-Rechtsprechung des EuGH 95
bb) Bolagsupplysningen-Rechtsprechung des EuGH 97
IV. Erfolgsort von postmortalen Persönlichkeitsrechtsverletzungen im Internet 99
1. Übertragbarkeit der Grundsätze der eDate-Entscheidung 100
2. Einfluss durch die EuGH-Entscheidungen Wintersteiger, Pinckney und Hejduk 101
a) Rechtsprechung des EuGH zu Markenrechtsverletzungen im Internet: Wintersteiger 102
b) Rechtsprechung des EuGH zu Urheberrechtsverletzungen im Internet: Pinckney und Hejduk 103
c) Zusammenfassung der Urteile 105
3. Kriterien zur Übertragbarkeit der eDate-Rechtsprechung 106
a) Maßgeblichkeit der Natur des Rechts 107
aa) Keine Geltung des Territorialitätsprinzips 107
bb) Keine Voraussetzung des unionsweiten Schutzes 108
cc) Zwischenergebnis 109
b) Schwere der Verletzung und Ansehensverlust 110
4. Übertragung der eDate-Entscheidung auf Verletzungen des postmortalen Persönlichkeitsrechts: Auslegung des „Interessenmittelpunkts des Opfers“ 111
a) Interessenmittelpunkt des Opfers: Probleme des Opferbegriffs 112
b) Mögliche Personen als Opfer einer postmortalen Persönlichkeitsrechtsverletzung 113
c) Begriff des Opfers 115
aa) Bestimmung anhand der lex fori 115
bb) Bestimmung des Opferbegriffs anhand der lex causae 116
d) Autonome Bestimmung des Opferbegriffs 117
aa) Aktivlegitimierter als Opfer der Verletzung: Anknüpfung an den Interessenmittelpunkt des Klägers 117
bb) Verstorbener als Opfer: Anknüpfung an den letzten Interessenmittelpunkt des Verstorbenen 117
e) Zwischenergebnis 122
5. Übertragung der eDate-Entscheidung: Eingeschränkte Kognitionsbefugnis – Mosaiklösung 122
6. Sonderbehandlung: vermögenswerte Bestandteile des (postmortalen) Persönlichkeitsrechts 124
a) Keine Übertragbarkeit der eDate-Entscheidung auf Verletzungen der vermögenswerten Bestandteile des postmortalen Persönlichkeitsrechts 124
aa) Keine umfassende Kognitionsbefugnis am Erfolgsortgericht des Interessenmittelpunkts 125
(1) Territorialitätsprinzip 125
(2) Kein Ansehensverlust 125
(3) Keine entgegenstehende Wertung des EuGH: Kein Schutz des Schwächeren im Anwendungsbereich des Art. 7 Nr. 2 EuGVVO 127
bb) Mosaiklösung als zuständigkeitsrechtliche Lösung für postmortale Verletzungen vermögenswerter Persönlichkeitsmerkmale 128
b) Zwischenergebnis 129
7. Ergebnis 130
E. ZPO 130
I. Gerichtsstand der unerlaubten Handlung gem. § 32 ZPO 131
1. Tatortregel 131
2. Erfolgsort bei Persönlichkeitsrechtsverletzungen über das Internet: Inlandsbezug 132
3. Feststellung des Inlandsbezugs: Ort der Interessenkollision bei postmortalen Persönlichkeitsrechtsverletzungen 134
II. Zwischenergebnis 134
F. Ergebnis Teil 2 134
Teil 3: Kollisionsrecht 136
A. Rechtsquellen 138
I. Rom II-VO 139
1. Bereichsausnahme für Persönlichkeitsrechtsverletzungen 139
2. Umfang der Bereichsausnahme des Art. 1 Abs. 2 lit. g) Rom II-VO: Verletzungen vermögenswerter Bestandteile des (postmortalen) Persönlichkeitsrechts inbegriffen 140
3. Ausblick: Art. 30 Abs. 2 Rom II-VO 143
4. Abgrenzung zum Trauer- und Angehörigenschmerzensgeld 143
II. EuErbVO 144
III. EGBGB 145
IV. Art. 3 e-commerce-RL/§ 3 TMG 145
B. Kollisionsrechtliche Prinzipien 146
I. Prinzip der engsten Verbindung 146
II. Gleichwertigkeit in- und ausländischen Rechts 147
III. Rechtssicherheit und Vorhersehbarkeit 148
IV. Innerer Entscheidungseinklang 148
V. Äußerer Entscheidungseinklang 149
C. Qualifikation von Verletzungen des postmortalen Persönlichkeitsrechts 149
I. EGBGB 150
1. Personalstatut 151
2. Trennung von Bestand und Schutz des postmortalen Persönlichkeitsrechts 152
3. Deliktsstatut 154
4. Umfang des Deliktsstatuts 156
a) Gleichlauf zwischen bereicherungsrechtlichem Statut gem. Art. 38 Abs. 2 EGBGB (Eingriffskondiktion) und Deliktsstatut 156
b) Gesonderte Anknüpfung von Gegendarstellungsansprüchen 156
c) Namensrecht 158
II. Ergebnis 158
D. Anwendbares Recht bei postmortalen Persönlichkeitsrechtsverletzungen über das Internet (Anknüpfung) 159
I. Deliktsstatut gem. Art. 40–42 EGBGB 159
1. Rechtswahl gem. Art. 42 S.1 EGBGB 159
2. Gemeinsamer gewöhnlicher Aufenthalt gem. Art. 40 Abs. 2 EGBGB 160
a) Begriff des Verletzten 161
b) Zwischenergebnis 162
3. Recht der wesentlich engeren Verbindung gem. Art. 41 Abs. 1 EGBGB 162
4. Tatortregel gem. Art. 40 Abs. 1 EGBGB 163
a) Handlungsort i. S. d. Art. 40 Abs. 1 S. 1 EGBGB 164
b) Erfolgsort 167
aa) Fehlendes körperliches Bezugsobjekt des Persönlichkeitsrechts 168
bb) Fehlende Personenidentität von Kläger und unmittelbar Verletztem 169
cc) Ubiquität des Internets 170
c) Notwendigkeit der Eingrenzung wählbarer Erfolgsorte 170
d) Kohärenz zwischen internationaler Zuständigkeit und anwendbarem Recht: Kollisionsrechtliche Konsequenzen für die Eingrenzung der Erfolgsorte aus den Ergebnissen im internationalen Zuständigkeitsrecht 172
e) Regulierung der Vielzahl von Erfolgsorten bei Verletzungen der ideellen Bestandteile des postmortalen Persönlichkeitsrechts 175
aa) Bestimmungsgemäßer Abruf 175
(1) Bewertung 176
(2) Zusammenspiel zwischen internationaler Zuständigkeit und bestimmungsgemäßer Abrufbarkeit 179
bb) Schwerpunkterfolgsort am (letzten) gewöhnlichen Aufenthalt des Verletzten 179
(1) Bewertung 180
(2) Zusammenspiel zwischen internationaler Zuständigkeit und Schwerpunktlösung 181
cc) Kollisionsrechtliche Mosaiklösung 183
(1) Zusammenspiel von zuständigkeitsrechtlicher und kollisionsrechtlicher Mosaiklösung 183
(2) Anwendbarkeit auf postmortale Persönlichkeitsrechtsverletzungen 185
(3) Bewertung 186
dd) Ort der Interessenkollision 187
(1) Das Merkmal des „Inlandsbezuges“ zur Bestimmung der internationalen Zuständigkeit gem. § 32 ZPO 187
(2) Kollisionsrechtlicher Erfolgsort am Ort der Interessenkollision 189
(3) Bewertung 190
(4) Zusammenspiel zwischen internationaler Zuständigkeit gem. § 32 ZPO bzw. Art. 7 Nr. 2 EuGVVO und Art. 40 EGBGB 191
ee) Eigener Ansatz einer eingeschränkten lex fori-Lösung 196
(1) Nebeneinander zweier Konzepte im Zuständigkeitsrecht 196
(2) Vorschlag einer eingeschränkten lex fori-Lösung 197
f) Regulierung der Vielzahl von Erfolgsorten bei Verletzungen vermögenswerter Bestandteile des postmortalen Persönlichkeitsrechts 201
aa) Anwendbarkeit der Vorschriften des EGBGB 202
bb) Kollisionsrechtliche Konsequenzen für die Eingrenzung der Erfolgsorte aus den Ergebnissen des internationalen Zuständigkeitsrechts 203
cc) Keine Geltung des Marktortprinzips bei Verletzungen vermögenswerter Bestandteile des postmortalen Persönlichkeitsrechts 203
dd) Deliktsrechtliche Grundregel 204
(1) Handlungsort 204
(2) Erfolgsort 205
ee) Zwischenergebnis 206
II. Kollisionsrechtliche Konsequenzen im Lichte des Herkunftslandprinzips gem. Art. 3 e-commerce-RL/§ 3 TMG 207
1. Anwendungsbereich des TMG 208
2. Praktische Bedeutung der Unterscheidung zwischen Rechtsanwendungsschranke oder Kollisionsnorm 209
3. Die besondere Bedeutung des Art. 3 Abs. 4 lit. a) i) e-commerce-RL für Verletzungen des postmortalen Persönlichkeitsrechts 211
4. Stellungnahme zu den Auswirkungen des Herkunftslandprinzips für postmortales Persönlichkeitsrechtsverletzungen 213
5. Zwischenergebnis 215
III. Ordre public 216
1. Ordre public-Vorbehalt gem. Art. 40 Abs. 3 EGBGB 216
2. Ordre public-Vorbehalt gem. Art. 6 EGBGB 217
IV. Ergebnis 218
E. Vorschlag des Europäischen Parlaments zum Schutz der Persönlichkeitsrechte de lege ferenda 219
I. Schutz der Privatsphäre und Persönlichkeitsrechte, Art. 5a Rom II-VO 219
1. Grundsatz: Schwerpunkterfolgsort 220
2. Mangelnde Vorhersehbarkeit, Art. 5a Abs. 2 Rom II-VOE 221
3. Keine Anwendbarkeit des Art. 5a Abs. 3 Rom II-VOE auf Internetsachverhalte 222
4. Gegendarstellungsansprüche gem. Art. 5a Abs. 4 Rom II-VOE 223
5. Zusammenspiel zwischen internationaler Zuständigkeit und anwendbarem Recht 223
II. Bewertung des Art. 5a Abs. 1 Rom II-VOE im Hinblick auf postmortale Persönlichkeitsrechtsverletzungen 224
Gesamtergebnis 226
I. Internationale Zuständigkeit 226
II. Kollisionsrecht 227
Literaturverzeichnis 230
Stichwortverzeichnis 246