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Internationale Zuständigkeit für ubiquitäre deliktische Schutzrechtsverletzungen

Zur Bedeutung der Staats- und Parteiinteressen für die Streitbeilegung in der EU

Brand, Thimo

Schriften zum Prozessrecht, Vol. 282

(2022)

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About The Author

Thimo Brand studierte von 2013 bis 2018 Rechtswissenschaft an der Universität Passau. Die Dissertation entstand während seiner Tätigkeit als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Bürgerliches Recht, Deutsches, Europäisches und Internationales Wirtschaftsrecht (Prof. Dr. Michael Beurskens). Seit 2021 ist Thimo Brand als Rechtsreferendar im Bezirk des OLG München tätig und arbeitet nebenher als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Recht und Sicherheit der Digitalisierung (Prof. Dr. Dirk Heckmann).

Abstract

Die internationale Gerichtszuständigkeit für Sachverhalte, die unter Einbindung des Internets geschehen, ist in tatsächlicher wie rechtlicher Hinsicht schwer zu bestimmen. Dies gilt besonders für das Immaterialgüterrecht, welches in materiell-rechtlicher Hinsicht vom Grundsatz der Territorialität geprägt ist. Die Ubiquität des Internets steht diesem diametral entgegen. Die vorliegende Untersuchung eröffnet unter besonderer Berücksichtigung der Staats- und Parteiinteressen einen Ausweg aus diesem Dilemma.

Anhand einer Analyse und Bewertung derjenigen Interessen, deren Verwirklichung Gerichtsstände dienen, wird dargelegt, dass die umfassende Zuständigkeit eines EU-Mitgliedstaates der mosaikartigen eingeschränkten Zuständigkeit sämtlicher EU-Mitgliedstaaten vorzuziehen ist. Diese Erkenntnis wird durch eine rechtsgebietsvergleichende Untersuchung des Wirtschaftsrechts im weiteren Sinne sowie des Schiedsverfahrens untermauert.
»International Jurisdiction in Ubiquitous Tortious Intellectual Property Disputes. National and Partisan Interests regarding Dispute Resolution in the EU«: The jurisdiction of a single EU-Memberstate is preferable to a restricted jurisdiction of every EU-Memberstate when it comes to an infringement of a national intellectual property right. This is demonstrated by analyzing the interests which lie behind the intellectual property jurisdiction as well as comparing the different areas of commercial law in a broader sense and examining the arbitration procedure.

Table of Contents

Section Title Page Action Price
Vorwort 5
Inhaltsverzeichnis 11
Einleitung 25
A. Problemstellung 25
B. Gang der Darstellung 27
C. Eingrenzung der Untersuchung 27
Teil 1: Grundlagen 30
A. Rechtsnatur und Bezugspunkt der Schutzrechte 30
I. Das Schutzrecht als absolutes Herrschaftsrecht 30
II. Einzigartigkeit des Bezugspunkts 32
B. Territorialität im Recht 34
I. Territorialität im Sachrecht 34
1. Das immaterialgüterrechtliche Territorialitätsprinzip 34
a) Das Deliktsrecht als Anker zum Strafrecht? 35
b) Rechtfertigung des Territorialitätsprinzips 36
2. Weitere Rechtsgebiete 37
a) Gesellschaftsrecht 38
b) Sachenrecht 39
c) Persönlichkeitsrecht 40
3. Cyberspace als territorialitätsfreier Raum? 41
4. Fazit 42
II. Territorialität im IPR und IZVR 42
1. Immaterialgüterrechtliches IPR 42
a) Schutzumfang und Anspruchsvoraussetzungen 43
b) Bestand und Inhaberschaft 44
c) Rechtsfolgen 45
aa) Urheberecht 45
bb) Markenrecht 46
cc) Patentrecht 47
2. Weitere Rechtsgebiete 47
a) Gesellschaftsrecht 47
b) Sachenrecht 48
aa) Einheitlicher Grundbesitz 49
bb) Immissionsabwehrklagen 49
III. Parallele nationale Schutzrechte 50
1. Urheberrecht 50
2. Patentrecht 51
3. Markenrecht 51
IV. Durchbrechungen des Territorialitätsprinzips 52
1. EU-Primärrecht 52
a) Vereinbarkeit von Territorialitätsprinzip und Diskriminierungsverbot 52
b) Unionsweite Erschöpfung aufgrund Warenverkehrsfreiheit 54
2. Unionsweite Schutzrechte kraft EU-Sekundärrecht 55
a) Rechtsnatur unionsweit einheitlicher Schutzrechte 55
b) Verhältnis der unionsweiten zu den nationalen Rechten 56
c) Harmonisierungsniveau der nationalen Rechte 56
3. Staatsverträge und völkerrechtliche Übereinkommen 58
a) Prioritätsprinzip als Bündelrecht 58
b) Convention Benelux en matière de propriété intellectuelle 59
V. Das Territorialitätsprinzip in der Anwendung 59
1. Anwendbarkeit inländischer Rechtsvorschriften auf ausländische Schutzrechte? 59
2. Entstehung des Prioritätsrechts allein nach dem Schutzlandprinzip? 62
a) Entstehung des Prioritätsrechts 62
aa) Universell anerkannte Rechtsposition 63
bb) Qualifikation als Anwartschaftsrecht 63
b) Erprobung: Urheberrecht 65
c) Erprobung: Registerrechte 65
d) Praktische Konsequenzen: Die unionsweite Erschöpfung 66
VI. Fazit 67
C. Ubiquität der Schutzrechtsverletzung 67
I. Begriffsbestimmung 67
II. Das ubiquitäre Delikt als qualifiziertes Streudelikt 68
III. Verletzungshandlung 69
1. Distanzdelikt 69
2. Funkmast und Satellit 70
3. Internet 71
IV. Zur Ubiquität einzelner Verwertungsrechte 71
1. Urheberrecht 72
2. Markenrecht 73
3. Patentrecht 73
V. Mosaikprinzip 74
D. Gerichtsbarkeit 74
I. Grundsatz 75
II. Besonderheiten für das geistige Eigentum? 76
E. Kognitionsbefugnis 78
I. Kognitionsbefugnis als Entscheidungsbefugnis 78
II. Bedeutung gegenüber der internationalen Zuständigkeit? 78
1. Umfassende Kognitionsbefugnis in Deutschland 79
2. Kognitionsbefugnis im Rahmen der EU-Vollharmonisierung 79
III. Kognitionsbefugnis als Rechtsfortbildung 81
F. Zuständigkeitsinteressen 82
I. Zur Methodik 82
II. Interessenermittlung 84
1. Besonders nahe gelegener Gerichtsort 84
2. Sach- und beweisnaher Gerichtsstand 86
3. Rechtsnähe 87
a) Grundsatz 88
b) Ausnahme kraft Rechtsgebiet? 89
4. Vorhersehbarkeit des Gerichtsstands 89
5. Vollstreckungsnähe 91
6. Rechtsfriede 91
7. Äußerer Entscheidungseinklang 91
8. Rehabilitierung 92
9. Staatliche Souveränität und Territorialität 92
10. Konzentration 93
III. Interessenbewertung 93
1. Allgemeine Zuständigkeitstheorien 94
a) Gleichlauftheorie 94
b) Sitz des Beklagten 96
2. Individuelle Interessenbewertung 96
a) Perspektive des Staates oder der Parteien? 97
b) Entwicklung der Gerechtigkeitsformel 98
c) Entwicklung der Qualitätssicherung 100
d) Ermittlung der Interessenfaktoren 100
IV. Fazit 103
G. Justizgewährungsanspruch 103
I. Anspruch aus Art. 6 Abs. 1 EMRK 103
II. Anspruch aus Art. 47 Abs. 1, Abs. 2 GrCh 105
III. Nationales Verfassungsrecht am Beispiel Deutschlands 105
IV. Fazit 107
Teil 2: Gerichtliche internationale Zuständigkeit für nationale Schutzrechte 109
A. Leitlinien zur Interessenbewertung im Rahmen der Brüssel Ia-VO 109
I. Allgemeine Anforderungen an Gerichtsstände 110
1. Überdurchschnittliche Bedeutung der Vorhersehbarkeit 111
2. Durchschnittliche Relevanz von Sach- und Beweisnähe 111
3. Unterdurchschnittliche Bedeutung von Konzentration und äußerem Entscheidungseinklang 112
a) Konturierung des Entscheidungseinklangs 112
aa) Einander widersprechende Entscheidungen 113
bb) Miteinander unvereinbare Entscheidungen 114
cc) Streitgegenstandsidentität 115
b) Bewertung des Entscheidungseinklangs 115
4. Schutz der schwächeren Partei? 116
5. Überblick über die Gerichtsstandsfaktor-Minima 116
II. Besondere Anforderungen an Gerichtsstände 116
1. Allgemeiner Gerichtsstand 117
2. Besondere Gerichtsstände 117
3. Ausschließliche Gerichtsstände 118
B. Allgemeiner Gerichtsstand (Art. 4 Abs. 1 Brüssel Ia-VO) 119
I. Uneingeschränkte Anwendbarkeit und Kognitionsbefugnis 120
II. Zuständigkeitsinteressenanalyse 121
1. Bewertung der Gerichtsstandsfaktoren 121
2. Ermittlung der Zuständigkeitsgerechtigkeit 123
III. Fazit 123
C. Forum delicti commissi (Art. 7 Nr. 2 Brüssel Ia-VO) 123
I. Anwendungsbereich 124
II. Eine unerlaubte ubiquitäre Handlung 126
1. Unerlaubte Handlung 126
2. Handlungsbegriff 127
a) Prozessrechtliche Auslegung 127
aa) Unionsrechtlicher Streitgegenstandsbegriff 127
bb) Einheitlicher Streitgegenstand? 130
cc) Übertragbarkeit des Streitgegenstandsbegriffs? 132
b) Sachrechtliche Auslegung 133
c) Naturalistische Auslegung 133
d) Fazit 134
III. Der Ort des schädigenden Ereignisses 134
1. Der Handlungsort 135
a) Allgemeine Leitlinien 135
b) Besonderheiten im Immaterialgüterrecht? 138
2. Der Erfolgsort 139
a) Allgemeine Leitlinien 139
b) Erfolgsort im Schutzstaat als gemeinsame Besonderheit 140
3. Fliegende örtliche Zuständigkeit? 140
IV. Kognitionsbefugnis 143
1. Volle Kognitionsbefugnis 143
2. Volle Kognitionsbefugnis auch im Immaterialgüterrecht 144
3. Beschränkte Kognitionsbefugnis am Erfolgsort bei Streudelikten 144
a) Ausgangspunkt im Persönlichkeitsrecht 144
b) Kritische Rezeption in Literatur und Rechtsprechung 146
c) Ausweitung auf Schutzrechte des geistigen Eigentums 147
d) Sonderbehandlung des Unterlassungs- bzw. Beseitigungsanspruchs? 147
4. Autonome Deliktsgerichtsstände am Beispiel Deutschlands 148
V. Zuständigkeitsinteressenanalyse 149
1. Modifikation des Interessenkatalogs? 149
2. Zuständigkeitsinteressen hinter dem Deliktsgerichtsstand 151
a) Besonders nahe gelegener Gerichtsort 151
b) Sach- und Beweisnähe 152
c) Rechtsnähe 152
d) Vorhersehbarkeit 153
3. Zuständigkeitsinteressen hinter dem Handlungsort 153
a) Bewertung der Gerichtsstandsfaktoren 153
b) Ermittlung der Zuständigkeitsgerechtigkeit 155
4. Zuständigkeitsinteressen hinter dem Erfolgsort 156
a) Bewertung der Gerichtsstandsfaktoren 156
b) Ermittlung der Zuständigkeitsgerechtigkeit 158
VI. Fazit 158
D. Ausschließliche Gerichtsstände (Art. 24 Brüssel Ia-VO) 158
I. Art. 24 Nr. 4 Brüssel Ia-VO erfasst Registerrechte 159
1. Anwendung auf Urheberrechte? 159
2. Anwendung bei nicht-eintragungsbedürftigen Schutzrechten? 159
3. Annexkompetenz für Verletzungsverfahren? 161
II. Keine ausschließliche Zuständigkeit für Schutzrechtsinhaberschaft 161
1. Anwendung des Art. 24 Nr. 4 Brüssel Ia-VO? 161
2. Anwendung des Art. 24 Nr. 3 Brüssel Ia-VO? 162
III. Umgehungsmöglichkeiten? 163
IV. Einfluss von Bestandsfragen auf das Verletzungsverfahren 164
E. Gerichtsstand der Niederlassung (Art. 7 Nr. 5 Brüssel Ia-VO) 166
F. Forum des Sachzusammenhangs 170
I. Sachzusammenhang auch bei ubiquitären Schutzrechtsverletzungen 170
II. Gerichtsstand der Widerklage (Art. 8 Nr. 3 Brüssel Ia-VO) 171
III. Gerichtsstand des Adhäsionsverfahrens (Art. 7 Nr. 3 Brüssel Ia-VO) 172
IV. Kein Forum des Verfahrenszusammenhangs (Art. 30 Brüssel Ia-VO) 173
G. Prorogation (Art. 25 Brüssel Ia-VO) 173
I. Reichweite der Prorogation der örtlichen Zuständigkeit 174
II. Erkenntnisse im Hinblick auf die Interessenanalyse 174
H. Sonstige gerichtsstandsbegründende Ereignisse 175
I. Rügelose Einlassung (Art. 26 Brüssel Ia-VO) 175
II. Subjektive Klagehäufung (Art. 8 Nr. 1 Brüssel Ia-VO) 176
I. Zusammenfassung 176
Teil 3: Gerichtliche internationale Zuständigkeit für unionsweit einheitliche Schutzrechte 178
A. Unionsweiter Schutz bei ubiquitären Verletzungshandlungen 178
B. Unionsmarke 179
I. Allgemeine Anknüpfungskaskade (Art. 125 Abs. 1–3 UMV) 180
II. Gerichtsstandsvereinbarung und rügelose Einlassung (Art. 125 Abs. 4 UMV) 181
III. Ort der Verletzungshandlung (Art. 125 Abs. 5 UMV) 181
1. Coty: „Aktives Verhalten“ 182
2. AMS Neve: „Aktive Ausrichtung“ 183
3. Keine Parallelen zu Art. 7 Nr. 2 Brüssel Ia-VO 185
IV. Kognitionsbefugnis (Art. 126 UMV) 187
C. Einheitspatent 188
D. Gemeinschaftsgeschmacksmuster 189
E. Gemeinschaftliches Sortenschutzrecht 189
F. Zuständigkeitsinteressen hinter Unionsschutzrechten 190
I. Gerechtigkeit der allgemeinen Anknüpfungskaskade 190
1. Bewertung der Gerichtsstandsfaktoren 190
2. Ermittlung der Zuständigkeitsgerechtigkeit 191
II. Gerechtigkeit des Begehungsorts 192
1. Bewertung der Gerichtsstandsfaktoren 192
2. Ermittlung der Zuständigkeitsgerechtigkeit 193
G. Verfahrenskoordination bei parallelem nationalen Schutzrecht 194
I. Markenrecht und Geschmacksmusterrecht 194
II. Patentrecht 195
H. Zusammenfassung 196
Teil 4: Sonstige gerichtliche internationale Zuständigkeit im Deliktsgerichtsstand 197
A. Wettbewerbsrecht 198
I. Anwendbares Recht 198
1. Streudelikt (Art. 6 Abs. 3 lit. b Rom II-VO) 200
2. Mitbewerberdelikt (Art. 6 Abs. 2 Rom II-VO) 201
3. Rechtswahlverbot (Art. 6 Abs. 4 Rom II-VO) 202
II. Lauterkeitsrecht 204
1. Naturalistische Bestimmung des Handlungsorts 204
2. Marktortbezogene Bestimmung des Erfolgsorts 205
a) Allgemeine Leitlinien 205
b) Ausnahme bei Mitbewerberdelikt 208
3. Beschränkte Kognitionsbefugnis am Erfolgsort 208
a) Schadensersatzansprüche 209
b) Unterlassungs- und Beseitigungsansprüche 209
4. Übertragbarkeit auf das Immaterialgüterrecht? 210
5. Fazit 211
III. Kartellrecht 212
1. Handlungsort 212
a) Gründungsort 213
b) Abspracheort 213
c) Absendeort 214
d) Allgemeine Leitlinien 214
2. Erfolgsort 215
a) Kartellverbot 215
aa) CDC Hydrogen Peroxide: Sitz des Geschädigten 215
bb) Lithuanian Airlines: Betroffener Markt 215
cc) Tibor-Trans: Betroffener Markt 216
dd) Volvo: Betroffener Markt, subsidiär Sitz des Geschädigten 217
b) Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung 217
3. Unbeschränkte Kognitionsbefugnis 218
4. Übertragbarkeit auf das Immaterialgüterrecht 219
5. Fazit 219
IV. Rechtsgebietsübergreifende Anspruchsgrundlagenvielfalt 219
B. Sonstige reine Vermögensschäden, insbesondere Anlegerschäden 221
I. Erfolgsortbestimmung 221
1. Kronhofer: Ort des Verlusts von Vermögensbestandteilen 222
2. Kolassa: Bankkonto 222
3. Universal Music: Bankkonto alleine genügt nicht 222
4. Löber: Gesamtbetrachtung 223
5. Verein für Konsumenteninformation: Erwerbsort 223
6. Vereniging van Effectenbezitters: Materiellrechtliche Pflichtverletzung 224
7. Allgemeine Leitlinien 225
II. Beschränkte Kognitionsbefugnis 227
III. Übertragbarkeit auf das Immaterialgüterrecht? 227
C. Sonstige Rechtsgebiete 228
I. Umweltrecht, insbesondere Klimawandelschäden 228
II. Datenschutzrecht, insbesondere Cloud-Computing 229
D. Zusammenfassung 231
Teil 5: Schiedsgerichtsbarkeit 232
A. Einführung 232
B. Staatliche Eingriffsmöglichkeiten in das Schiedsverfahren 234
I. Zulässigkeit von Schiedsverfahren im Immaterialgüterrecht 235
1. Lokalisierung des Schiedsgerichts 235
a) Rechtsnatur der Schiedsgerichtsbarkeit 235
b) Sitz des Schiedsgerichts 237
2. Rechte des geistigen Eigentums als Schiedsgegenstand 238
a) Verletzungsverfahren 239
b) Bestandsverfahren 240
c) Besonderheiten bei unionsweit einheitlichen Schutzrechten? 244
aa) Gemeinschaftsgeschmacksmuster 244
bb) Gemeinschaftliches Sortenschutzrecht 245
cc) Europäisches Patent und Einheitspatent 245
dd) Unionsmarke 246
d) Vergleichende Betrachtung der Kartellrechtsstreitigkeiten 247
3. Freiheit der Rechtswahl 247
a) Legitimationsgrundsatz der Rechtswahl 248
b) Anwendbarkeit des Art. 8 Abs. 3 Rom II-VO 249
aa) Bindung der Schiedsgerichte an staatliches Kollisionsrecht 250
bb) Systematischer Zusammenhang 251
cc) Historie des Rechtswahlverbots 253
dd) Sinn und Zweck des Rechtswahlverbots 253
ee) Unionsrechtskonforme Auslegung oder Europarechtswidrigkeit? 254
c) Originäres Rechtswahlverbot 256
aa) Zur Berücksichtigung zwingenden Rechts 256
bb) Grenze des ordre public 257
(1) Rahmenbedingungen des ordre public 257
(2) Der ordre public im Kartellrecht 258
(3) Der ordre public im Immaterialgüterrecht 259
cc) Qualifikation als Eingriffsnorm 261
(1) Auf Ebene des IPR 262
(2) Auf Ebene des Sachrechts 263
d) Fazit 264
II. Anerkennung des Schiedsspruches 265
1. Prüfungsmaßstab 265
2. Im Inland 265
3. Im Ausland 266
4. Fazit 267
C. Vergleichende Betrachtung des ordentlichen Gerichtsverfahrens 268
I. Reichweite der Parteiautonomie 268
II. Gerechtfertigte Ungleichbehandlung 269
1. Ungleichbehandlung 269
2. Rechtfertigung 270
a) Bewertung der Gerichtsstandsfaktoren und der Schiedsfaktoren 270
b) Ermittlung der Zuständigkeitsgerechtigkeit 273
III. Fazit 273
D. Verfahrensrechtlicher Koordinationsbedarf 274
I. Wirksamkeit und Reichweite der Schiedsvereinbarung 275
II. Schiedsgerichtliches Verletzungs- und staatliches Bestandsverfahren 276
III. Fazit 276
E. Zusammenfassung 277
Teil 6: Lösungsansätze für die gerichtliche Zuständigkeit 278
A. Zur Sinnhaftigkeit eines einheitlichen Verfahrens 279
I. Hinreichende Bedeutung? 279
1. Faktische Bedeutung 279
2. Rechtliche Bedeutung 281
II. Sachverhaltsaufklärung? 282
III. Entwertung von Einreden durch Qualifikationskonflikte? 283
IV. Unbestimmte Anforderungen an die Darlegungs- und Beweislast? 283
1. Internationale Zuständigkeit 284
a) Unionsrechtlicher Rahmen 284
b) Relevanz für ubiquitäre Schutzrechtsverletzungen 286
2. Anwendbares Recht 287
V. Zusätzlich Anpassung des IPR? 288
VI. Hinreichende Mindeststandards in der EU? 289
VII. Missbräuchlichkeit von Parallelverfahren? 291
VIII. Mehrere Schutzrechtsinhaber? 293
IX. Sach- oder Prozessurteil? 293
X. Perpetuatio fori im Falle einer Schwerpunktbildung? 294
XI. Bemessung des Schadens? 295
XII. Gesicherte Anerkennung? 296
B. Bereits vorhandene Lösungsansätze 297
I. Rechtliche Lösungsansätze 297
1. ALI-Principles 298
2. CLIP-Principles 300
3. Sonstige Regelungswerke am Beispiel des Japanese „Transparency Proposal“ 301
4. Fazit 301
II. Faktische, insbesondere technische Lösungsansätze 302
1. Implizite Einschränkung 303
2. Explizite Einschränkung 303
a) Verbaler Disclaimer 304
b) Wahl eines Landes 304
3. Geoblocking als technischer Filter 305
a) Technische Umsetzbarkeit 305
b) Rechtliche Umsetzbarkeit 306
4. Fazit 306
C. Untaugliche Lösungsansätze 307
I. Unmittelbarer Klägergerichtsstand des Geschädigten 307
II. Objektive Häufung 308
III. Zuständigkeit am Ort des Vertragsbruchs 309
IV. Gerichtsstand der engsten Verbindung 310
V. Forum (non) conveniens 310
D. Lösungsansätze 311
I. Zulässigkeit ubiquitärdeliktsspezifischer Anknüpfungskriterien? 312
II. Schaffung eines qualifizierten Erfolgsortes 313
1. Mittelpunkt der Interessen (eDate) 314
2. Judikatur des EuGH in Folge der eDate-Rechtsprechung 317
a) Markenrecht – Wintersteiger 317
b) Urheberrecht – Pinckney 319
c) Persönlichkeitsrecht juristischer Personen – Bolagsupplysningen 320
d) Individuelle Identifizierbarkeit – Mittelbayerischer Verlag 322
e) Rechtslage im Wettbewerbsrecht 323
aa) Differenzierung nach Schutzrichtung im Lauterkeitsrecht 323
bb) Umfassende Kognitionsbefugnis im Kartellrecht 324
f) Rechtslage im Hinblick auf reine Vermögensschäden 324
g) Unteilbarkeit der Beseitigungs- und Unterlassungsansprüche 325
h) eDate zwischen Sonderrechtsprechung und Verallgemeinerbarkeit 325
3. Übertragbarkeit auf ubiquitäre Schutzrechtsverletzungen 326
a) Die Ausgangslage 326
aa) Zwei Gerichtsstände in Bier/Mines de Potasse 326
bb) Keine most significant connection 327
b) Was passieren wird: Eine Prognose 328
c) Was passieren sollte: Ein ubiquitärer Erfolgsort 328
aa) Zuständigkeitsinteressen hinter dem Interessenmittelpunkt 329
(1) Bewertung der Gerichtsstandsfaktoren 329
(2) Ermittlung der Zuständigkeitsgerechtigkeit 331
bb) Historie 331
cc) Systematik 332
dd) Telos 333
ee) Fazit 334
4. Kriterien zur Bestimmung des qualifizierten Erfolgsortes 334
a) Schwerpunktbildungen de lege lata 335
aa) Allgemeine Deliktskollisionsnorm (Art. 4 Abs. 3 Rom II-VO) 335
bb) Insolvenzrecht (Art. 3 Abs. 1 UAbs. 1 S. 1 EUInsVO) 336
cc) Kartellrecht (Art. 6 Abs. 3 lit. b Rom II-VO) 337
dd) Gemeinsamkeiten 338
b) Die maßgeblichen Kriterien im Einzelnen 338
aa) Die persönlichen Kriterien 338
(1) Wohnsitz bzw. geschäftliche Hauptniederlassung 338
(2) Gewöhnlicher Aufenthalt bzw. Mittelpunkt geschäftlicher Tätigkeit 338
(3) Lebensmittelpunkt des Verletzten 339
bb) Die sachlichen Kriterien 339
(1) Schadenshöhe 339
(2) Bestimmungsgemäßes Auswirken 340
(3) Faktisches Auswirken 340
(4) Sprache 341
(5) Vermögen 341
cc) Zusammenfassung der Kriterien 341
c) Zeitpunkt für die Bestimmung des qualifizierten Erfolgsortes 342
5. Nachträgliche Ereignisse am Beispiel der Zession 342
6. Abschließender Regelungsvorschlag 343
a) Formulierung eines Regelungsvorschlags 344
b) Bewertung der Gerichtsstandsfaktoren 344
c) Ermittlung der Zuständigkeitsgerechtigkeit 346
III. Reduktion auf den qualifizierten Erfolgsort 346
IV. Aufgabe des Ubiquitätsprinzips 347
V. Aufgabe des Erfolgsortes 348
VI. Aufgabe des Deliktsgerichtsstands 350
VII. Verstärkte Anwendung des Art. 30 Brüssel Ia-VO 350
1. Konnexität bei parallelen Schutzrechten 351
a) Auslegung im Einklang mit Art. 8 Nr. 1 Brüssel Ia-VO? 352
b) Autonomer Konnexitätsbegriff 352
2. Leitlinien zur Ermessensausübung 354
3. Fazit 355
VIII. Einheitlicher Rechtsfolgenanspruch 355
1. Gewillkürtes Verletzungsstatut kraft Rechtswahl 356
2. Gesetzliches Verletzungsstatut 357
3. Fazit und Regelungsvorschlag 357
IX. Beschränkung des Sachrechts mittels Herkunftslandprinzip 358
1. Sendelandprinzip der SatCab-RL 359
2. Ursprungslandprinzip der Online-SatCab-RL 360
3. Herkunftslandprinzip der E-Commerce-RL 361
4. Herkunftslandprinzip der DSM-RL 362
5. Fazit 362
X. Schaffung eines internationalen Gerichts für Immaterialgüterrechte 362
1. Gemeinsames Gericht (Art. 71a Brüssel Ia-VO) 364
2. Reichweite der Entscheidungszuständigkeit 365
3. International Commercial Courts 365
4. Fazit 366
XI. Zusammenfassung 367
Zusammenfassung der wesentlichen Ergebnisse 368
Überblick über die Zuständigkeitsinteressenanalyse 371
Literaturverzeichnis 372
Sachwortverzeichnis 408