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Der Begriff der Askese in der Religionssoziologie Max Webers

Lührsen, Christian

Soziologische Schriften, Vol. 87

(2022)

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Christian Lührsen studierte Altertumswissenschaften und Religionswissenschaft an der Freien Universität Berlin und Geschichte und Kultur- und Sozialanthropologie an der Universität Siena. 2021 promovierte er an der Freien Universität Berlin in Religionswissenschaft.

Abstract

Zwar hat Max Weber den Askesebegriff an prominenter Stelle in seinen religionssoziologischen Werken platziert – die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit diesem Begriff ist hingegen bislang spärlich geblieben. Um diese Lücke zu schließen, werden in der Arbeit das Verständnis Webers von Askese und der Stellenwert des Begriffes in den Schriften »Die protestantische Ethik und der ›Geist‹ des Kapitalismus«, »Wirtschaft und Gesellschaft« sowie »Die Wirtschaftsethik der Weltreligionen« systematisch untersucht. Dabei werden auch seine theoretischen sowie methodischen Schriften mit in die Untersuchung einbezogen. Es wird überzeugend dargelegt, dass Webers Begriff der Askese im Zusammenhang mit zentralen Themen seines soziologischen Schaffens steht: Einerseits vermag es Weber anhand des Askesebegriffes seine Theorien zur kulturwissenschaftlichen Erkenntnis darzulegen, andererseits finden anhand dessen seine Auseinandersetzungen mit den Themen Lebensführung, Rationalisierung und der ›Entzauberung der Welt‹ statt.»The Concept of Asceticism in Max Weber’s Sociology of Religion«: This work is a research on Max Weber’s concept of asceticism and its significance in his sociology of religion. The study elaborates that asceticism is not only a central concept in his studies on religion but also relates to key topics in his whole work as for example conduct and ethics, rationalism, his theory of interpretive sociology, the ideal type, and the so-called disenchantment of the world.

Table of Contents

Section Title Page Action Price
Danksagung 5
Inhaltsverzeichnis 7
Abkürzungssystematik 11
A. Einleitung – Aufgabe, Gegenstand und Methode der Untersuchung 12
B. Max Webers frühe Kultur- und Begriffstheorie 22
I. Die ‚Krise des Historismusˋ und der Kulturbegriff um 1900 25
II. Das Problem der historischen Erkenntnis 30
III. Webers Handlungs- und Kulturtheorie 33
IV. Der Wert als leitendes Prinzip kulturwissenschaftlicher Forschung 37
V. Max Webers Theorie der Kulturerkenntnis 40
VI. Verstehen und Handeln 43
VII. Die idealtypische Begriffsbildung 48
VIII. Zwischen Theorie und Geschichte: Zusammenfassung 55
C. Die Genese des idealtypischen Askesebegriffs in Die protestantische Ethik und der ‚Geistˋ des Kapitalismus 57
I. Zum kultur- und wissenschaftshistorischen Kontext der Protestantismusstudie 59
1. Kapitalismus als Epochensignum bei Werner Sombart und Georg Simmel 59
2. Das Protestantismus-Moderne-Narrativ im 19. Jahrhundert 65
3. Der Askesebegriff in der deutschsprachigen Philosophie und Theologie um 1900 71
a) Immanuel Kant 72
b) Friedrich Nietzsche 73
c) Otto Zöckler 75
d) Adolf von Harnack 79
e) Julius Kaftan 81
f) Wilhelm Bender 84
g) Positive und negative Askese: Zusammenfassung 87
II. Webers idealtypischer Begriff der Askese in der Protestantischen Ethik 88
1. Webers Beschäftigung mit dem Zusammenhang von Religion und Wirtschaft 89
2. These und Objekt der Protestantismusstudie: Der ‚Geistˋ des Kapitalismus 91
a) Die These vom ökonomischen Erfolg des Protestantismus 92
b) Das Objekt der Untersuchung: Wahlverwandtschaft zwischen Idee und Ökonomie 94
3. Der Askesebegriff in der Protestantischen Ethik 99
a) Der lutherische Berufsbegriff 99
b) Der asketische Protestantismus 100
c) Calvinistische Prädestinationslehre und innerweltliche Askese 107
d) Calvinismus und Katholizismus: Innerweltliche und außerweltliche Askese 118
e) Calvinismus und Luthertum: Askese und Mystik 128
f) Methodismus und Pietismus: Mischformen zwischen Askese und Mystik 140
g) Die asketische Gemeinschaft: Die Sekte 143
h) Das moderne Berufsethos 146
i) „Nur radikaler Idealismus konnte das schaffen“: Zum Zusammenhang von Askese, Beruf, Moderne und Persönlichkeit in der Protestantischen Ethik 155
aa) Askese und Moderne 156
bb) Askese, Persönlichkeit und Beruf 159
j) Innerweltliche Askese als historische Kausalität und Ursprung der bürgerlichen Lebensführung: Zusammenfassung 165
D. Der Askesebegriff in Webers (späten) Religionssoziologie 169
I. Webers (späte) Religionssoziologie im werkgeschichtlichen Kontext 170
1. Von der Protestantischen Ethik zur Religionssoziologie 170
2. Webers ‚Durchbruchˋ: Die Frage nach dem ‚okzidentalen Rationalismusˋ 172
3. Die universalhistorische Perspektive und die Weltreligionen 176
4. Religionsforschung und -diskurs um 1900 179
5. Das Verhältnis zwischen Wirtschaft und Gesellschaft und der Wirtschaftsethik der Weltreligionen 183
6. Begriffliche und methodische Erweiterungen: Sinnhaftes und soziales Handeln 186
a) Sinn und soziales Handeln: Webers Theorie der verstehenden Soziologie 188
b) Zum Verhältnis von Ideen und Handeln in der Religionssoziologie 193
II. Religionsgeschichte als Ethisierungs- und Rationalisierungsprozess 195
1. Magisch-religiöses Handeln 197
2. Die Entstehung der religiösen Ethik 202
3. Die Erlösungsreligion 205
4. Die prophetische Zäsur 208
5. Gott und Welt: Das Theodizeeproblem 213
6. Die sozialen Träger der Rationalisierung religiöser Weltbilder 215
7. Die ‚Theodizee des Leidensˋ und die ethische Religiosität 219
8. Webers Typologie der ‚rationalen Theodizeenˋ 223
III. Der Askesebegriff im System der religiösen Lebensführung 226
1. Webers Einordnung des Askesebegriffs in seine Systematik der religiösen Lebensführung 227
2. Magische Heilsmethodik und Askese 229
3. Die soteriologische Heilsmethodik 232
4. Askese und Mystik in den ‚Religiösen Gemeinschaftenˋ 235
a) Das asketische ‚Werkzeugˋ und das mystische ‚Gefäßˋ 236
b) Askese und Mystik als typologische Begriffe 240
c) Der ‚asketische Okzidentˋ 249
IV. Askese als idealtypischer Komplementärbegriff im Kulturvergleich zwischen ‚Okzidentˋ und Asien 252
1. Formen des praktischen Rationalismus: Innerweltliche Askese und Konfuzianismus 254
2. Asketisch-okzidentale und mystisch-indische Religiosität 259
a) Der Hinduismus: Von der magischen Askese zur soteriologischen Mystik 260
b) Buddhistische Mystik als rational defizitäre Weltablehnung 265
3. Die asketische Persönlichkeit des ‚Okzidentsˋ und der ästhetisch-mystische Intellektualismus des ‚Orientsˋ: Webers Begriff der innerweltlichen Askese im kolonialen und kulturkritischen Diskurs seiner Zeit 270
V. Innerweltliche Askese und Entzauberung 278
1. Ethisierung und ‚Entzauberungˋ: Die alttestamentarische Ethik 279
2. Die Ausbreitung der innerweltlichen Askese außerhalb des Puritanismus': Webers zweiter Sektenaufsatz 283
3. Der Berufsmensch als Asket 287
E. Askese zwischen Religion und Geschichte: Abschließende Zusammenfassung 293
Literaturverzeichnis 300
I. Primärliteratur 300
II. Sekundärliteratur 307
Sachregister 329