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Ausgleich für innerhalb der Familie erbrachte Pflegeleistungen

Friedrich, Lukas

Abhandlungen zum deutschen und internationalen Arbeits- und Sozialrecht, Vol. 8

(2022)

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About The Author

Lukas Friedrich studierte von 2013 bis 2018 Rechtswissenschaften an der Philipps-Universität in Marburg. Seit Dezember 2018 ist er als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Professur für Bürgerliches Recht, Internationales Privatrecht und Rechtsvergleichung (Prof. Dr. Tobias Helms) tätig. Im März 2021 nahm er seinen Dienst am Landgericht Marburg als Rechtsreferendar auf. Mit seiner von Herrn Professor Dr. Tobias Helms betreuten Dissertation wurde er durch den Fachbereich Rechtswissenschaften der Philipps-Universität Marburg promoviert.

Abstract

»Compensation for Care Provided within the Family«: The German care system relies heavily on care provided by family members. Due to demographic and socio-structural developments the care system is under increasing strain. Based on this finding, the author examines the existing financial compensation claims that the legal system offers to family caregivers. In addition, the introduction of new compensation instruments under civil and social law is discussed.Das deutsche Pflegesystem setzt maßgeblich auf die Pflege durch Angehörige. Aufgrund demografischer und sozio-struktureller Entwicklungen ist das Pflegesystem jedoch zunehmenden Belastungen ausgesetzt. Ausgehend von diesem Befund untersucht die Arbeit die bestehenden finanziellen Ausgleichsansprüche, die die Rechtsordnung pflegenden Angehörigen bietet. Darüber hinaus wird auch die Einführung neuer zivil- und sozialrechtlicher Ausgleichsinstrumente diskutiert.

Table of Contents

Section Title Page Action Price
Vorwort 5
Inhaltsverzeichnis 7
1. Teil: Einleitung 15
A. Der demografische Wandel 15
B. Reaktionen der Rechtsordnung 16
C. Gegenstand der Arbeit 17
2. Teil: Die finanzielle Unterstützung für pflegende Angehörige als sinnvoller Bestandteil des deutschen Pflegesystems 20
A. Das familienbasierte Pflegesystem und seine Zukunftsfähigkeit 20
I. Das deutsche Pflegesystem 20
II. Alternative Pflegesysteme 22
III. Zukunftsfähigkeit familienbasierter Pflegesysteme 23
IV. Allgemeine Situation der pflegenden Angehörigen 25
B. Familiäre Solidarität als Grundvoraussetzung informeller Pflegearrangements 28
I. Beweggründe für die Übernahme der Pflegetätigkeit 28
II. Familiäre Moralvorstellungen im Wandel der Zeit 29
1. Moralnormen als taugliches Mittel zur Verhaltenssteuerung 29
a) Legitimität der Pflicht zur Angehörigenpflege 31
b) Entstehung familiärer Verpflichtungen 33
2. Wandel moralischer Vorstellungen 34
C. Recht als Mittel zur Verhaltenssteuerung 37
I. Ge- und Verbote 37
II. Positive Anreize 39
III. Geeignetheit von positiven Anreizen im Bereich familiärer Pflege 40
D. Fazit 42
3. Teil: Sozialrechtliche Ausgleichsmöglichkeiten für innerhalb der Familie erbrachte Pflegeleistungen 44
A. Einführung 44
B. Pflegegeld für selbstbeschaffte Pflegehilfen 46
I. Tatbestandsvoraussetzungen 47
II. Rechtsfolgen 51
III. Verhältnis zu anderen Leistungen 54
1. Verhältnis zu den übrigen Leistungen des SGB XI 55
2. Pflegegeld und einkommensabhängige Sozialleistungen 56
a) Pflegegeld als Einkommen des Pflegebedürftigen 56
b) Pflegegeld als Einkommen der Pflegeperson 57
aa) Ausdrückliche Regelungen außerhalb des SGB XI 57
bb) Analogie zu § 13 Abs. 5 SGB XI 57
cc) Auslegung des Einkommensbegriffs 58
3. Pflegegeld und Unterhaltsrecht 61
a) Auswirkung auf Unterhaltsansprüche und Leistungsfähigkeit des Pflegebedürftigen 61
b) Auswirkungen auf Unterhaltsansprüche und Leistungsfähigkeit der Pflegeperson 62
IV. Pflegegeld außerhalb der sozialen Pflegeversicherung 63
1. Pflegegeld innerhalb des Sozialgesetzbuchs 63
2. Pflegegeld nach den Landespflegegeldgesetzen 65
a) Leistungen zugunsten des Pflegebedürftigen 65
b) Leistungen zugunsten der Pflegeperson 66
c) Kompetenzwidrigkeit des Landespflegegeldes? 68
3. Pflegegeld in der privaten Pflegeversicherung 69
V. Fazit 70
C. Leistungen zur sozialen Sicherung der Pflegeperson 71
I. Tatbestand 72
1. Pflegeperson als Grundvoraussetzung 73
a) Pflege in häuslicher Umgebung 73
b) Pflegetätigkeit und Mindestpflegestundenzahl 73
c) Nicht erwerbsmäßige Pflege 74
2. Besonderheiten des jeweiligen Sozialversicherungszweiges 78
a) Rentenversicherung 78
aa) Feststellung der Mindestpflegezeit 79
bb) Anderweitige Erwerbstätigkeit der Pflegeperson 81
cc) Tatbestandsmäßige Einschränkungen 81
b) Unfallversicherung 83
aa) Feststellung der Mindestpflegezeit 83
bb) Anderweitige Erwerbstätigkeit der Pflegeperson 85
cc) Versicherungsfall 85
c) Arbeitsförderung 87
aa) Feststellung der Mindestpflegezeit 87
bb) Anderweitige Erwerbstätigkeit der Pflegeperson 88
cc) Vorversicherungszeit 88
dd) Konkurrenz zu anderen Versicherungspflichttatbeständen 88
II. Leistungsumfang 89
1. Beiträge zur Rentenversicherung 89
a) Beitragshöhe an Absicherung bei Kindererziehungszeiten anpassen 90
b) Beitragshöhe für bestimmte Altersgruppen anheben 91
2. Einbeziehung in den Unfallversicherungsschutz 93
3. Beiträge zur Arbeitsförderung 94
III. Kranken- und Pflegeversicherung der Pflegeperson 95
IV. Fazit 98
D. Spezielle Leistungen zur Vereinbarkeit von Pflege und Beruf 99
I. Pflegeunterstützungsgeld 99
1. Tatbestandsvoraussetzungen 99
2. Rechtsfolgen 100
II. Zinsloses Darlehen 101
1. Freistellungsanspruch als Grundvoraussetzung 102
2. Darlehenshöhe 102
3. Darlehensrückzahlung 103
III. Exkurs: Sozialversicherungsrechtliche Folgen von Pflegezeit und Familienpflegezeit 103
IV. Kritik an den speziellen Leistungen zur Vereinbarkeit von Pflege und Beruf 105
1. Der Begriff des „nahen Angehörigen“ 106
2. Unterschiedliche Schwellenwerte 108
3. Generelle Unübersichtlichkeit der gesetzlichen Regelungen 109
4. Zinsloses Darlehen als unzureichende Unterstützungsleistung 112
5. Alternativkonzept: Familienpflegegeld 113
a) Höhe des Familienpflegegeldes 114
aa) Bezugsgröße des Familienpflegegeldes 114
bb) Berücksichtigung der unterschiedlichen Pflegeintensität 115
cc) Mindest- und Höchstbetrag 116
dd) Erhöhte Ersatzrate und Abschmelzungsquote 117
b) Bezugsdauer des Familienpflegegeldes 119
c) Kontrollmöglichkeiten 121
d) Kreis der Anspruchsberechtigten 124
e) Verhältnis zu anderen Sozialleistungen und sonstigen Leistungsansprüchen 125
aa) Familienpflegegeld und einkommensabhängige Sozialleistungen 126
bb) Anrechnung inhaltsgleicher Sozialleistungen auf das Familienpflegegeld 129
cc) Familienpflegegeld und Sozialversicherung 131
dd) Familienpflegegeld und Unterhalt 132
f) Gesetzgebungskompetenz für das Familienpflegegeld 133
g) Finanzierung des Familienpflegegeldes 134
V. Fazit 136
4. Teil: Schuldrechtliche Ausgleichsmöglichkeiten für innerhalb der Familie erbrachte Pflegeleistungen 141
A. Vertraglich vereinbarte Pflegeleistungen 141
I. Rechtsnatur und Zustandekommen des Pflegevertrages 142
II. Pflichten der Parteien 145
1. Anfall der Pflegeleistungen 146
2. Leistungsinhalt 147
a) Pflegeumfang 147
b) Pflegemaßnahmen 149
aa) Hauswirtschaftliche Versorgung 149
bb) Personenbezogene Versorgung 150
cc) Sonstige Sorgemaßnahmen 151
3. Vergütung 151
a) Weitergabe des Pflegegeldes 152
b) Zahlung oberhalb der Pflegegeldsätze 153
c) Fehlen einer Vergütungsvereinbarung 158
4. Sonderfall: Übergabeverträge 159
a) Übergabevertrag und Pflichtteilsergänzungsanspruch 159
aa) Begriff der Schenkung 160
bb) Pflicht- und Anstandsschenkungen 160
cc) Gemischte Schenkung 162
dd) Bewertung der Pflegeleistung 163
b) Sozialhilferegress infolge der Verarmung des Schenkers 166
aa) Regressausschluss aufgrund fehlender kausaler Verknüpfung 168
bb) Gesetzlicher Ausschluss des zivilrechtlichen Rückforderungsanspruchs 172
cc) Vertragliche Gestaltungsmöglichkeiten 173
dd) Ausweitung des Angehörigenentlastungsgesetzes de lege ferenda 174
ee) Auswirkungen des Angehörigenentlastungsgesetzes auf die Notbedarfseinrede des Beschenkten gem. § 529 Abs. 2 BGB 175
ff) Sonderfall: Altenteilsvertrag und Hofübergabe 177
5. Leistungsstörungen 178
a) Aufseiten der Pflegeperson 179
b) Aufseiten des Pflegebedürftigen 179
aa) Wirksamkeit von Freistellungsklauseln 180
bb) Rechtslage beim Fehlen vertraglicher Absprachen 181
cc) Kündigungsmöglichkeit 184
c) Beiderseitige Zerrüttung der Beziehung 185
6. Gestaltungsmöglichkeiten zur Sicherung der Pflegeverpflichtung 186
7. Schiedsgutachterklauseln 188
B. Ausgleichansprüche auf Grundlage gesetzlicher Schuldverhältnisse 190
I. Geschäftsführung ohne Auftrag 190
II. Bereicherungsrecht 193
C. Fazit 194
I. Zusammenfassung der wesentlichen Ergebnisse 194
II. Familiäre Reziprozität und Vertragsschluss 195
5. Teil: Erbrechtliche Ausgleichsmöglichkeiten für innerhalb der Familie erbrachte Pflegeleistungen 199
A. Testamentarische Berücksichtigung familiärer Pflegeleistungen 199
I. Unzulässige Einflussnahme des Erblassers auf den potentiellen Erben 199
II. Verstoß gegen das erbrechtliche Drittbestimmungsverbot 202
III. Zuwendungsverbot bei familiären Pflegeleistungen 205
B. Ausgleich durch Erbvertrag 207
I. Leistungsstörungen aus der Sphäre des Pflegebedürftigen 208
II. Leistungsstörungen aus der Sphäre der Pflegeperson 210
III. Zerrüttung der Beziehung zwischen den Parteien 214
C. Ausgleichungspflicht bei Pflegeleistungen gegenüber dem Erblasser 215
I. Ursprünglicher Normzweck und Bedeutungswandel 216
1. Bedeutungswandel durch demografische und sozio-strukturelle Veränderungen 217
2. Gesetzlicher Bedeutungswandel durch (veränderte) Norminterpretation? 219
II. Pflege während längerer Zeit 221
1. Pflege 222
a) § 14 SGB XI als Orientierungshilfe 222
b) Abgrenzung zu Alltagsverrichtungen 226
c) Konkurrenz zu anderen Ausgleichstatbeständen 230
2. Während längerer Zeit 231
3. Erhalt oder Vermehrung des Erblasservermögens in besonderem Maße 233
III. Höhe des Ausgleichungsbetrages 236
1. Drei-Stufen-Betrachtung der Rechtsprechung 237
a) Darstellung der Drei-Stufen-Betrachtung 237
b) Würdigung 240
2. Pflegesachleistungsbeträge als Bemessungsgrundlage 245
3. Pflegegeldsätze als Bemessungsgrundlage 246
4. Fingiertes Einkommen als Bemessungsgrundlage 247
5. Zwischenergebnis 249
IV. Tatbestandsausschluss 249
1. Ausschluss durch letztwillige Verfügung 249
2. Weitergereichtes Pflegegeld als angemessenes Entgelt 250
3. Ausschluss bei verjährter Ersatzforderung 251
4. Letztwillige Verfügung zugunsten der Pflegeperson 251
5. Ausschluss bei Lohnersatzleistungen 253
V. Kreis der Ausgleichungsberechtigten 254
1. De lege lata 254
2. Reformmöglichkeiten de lege ferenda 255
a) Denkbare Personengruppen 255
aa) Ehegatten 255
bb) Sonstige gesetzliche Erben 259
cc) Familienangehörige ohne statusrechtliche Sonderstellung 260
dd) Nichteheliche Lebensgefährten 261
ee) Familienfremde Pflegeperson 263
ff) Gewillkürte Erben 263
gg) Zwischenergebnis 264
b) Einwände gegen die Ausweitung des Berechtigtenkreises 265
aa) Beschränkung auf Ausgleichung unter den Personen, die vom Nachlasserhalt betroffen sind 265
bb) Statusgedanke im Erbrecht 266
cc) Mutmaßlicher Begünstigungswille des Erblassers 268
dd) Systematischer Widerspruch zu den übrigen Ausgleichungsvorschriften 268
ee) Zwischenergebnis 269
VI. Neukonzipierung der Ausgleichsform de lege ferenda 269
1. Honorierung durch Ausgleichungsberechtigung de lege lata 269
2. Honorierung mittels Erblasserschuld 269
3. Honorierung durch Pflegevermächtnis 271
a) Disponibilität des Pflegevermächtnisses 272
b) Verhältnis zum Pflichtteilsrecht 273
4. Schuldrechtliche Lösung 276
D. Fazit 279
6. Teil: Schlussbetrachtung und Ausblick 282
Literaturverzeichnis 288
Stichwortverzeichnis 315