Der Grundrechtsschutz des Erwerbers beim Betriebsübergang

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Der Grundrechtsschutz des Erwerbers beim Betriebsübergang
Zu den Grenzen des europäischen Arbeitnehmerschutzes
Schriften zum Sozial- und Arbeitsrecht, Vol. 389
(2025)
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About The Author
Valentin Rebstock studierte Rechtswissenschaften an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau. 2019 legte er das Erste und 2021 das Zweite Juristische Staatsexamen ab. Es folgte eine Tätigkeit als wissenschaftlicher Assistent am Lehrstuhl von Prof. Dr. Hermann Reichold an der Eberhard-Karls-Universität Tübingen. 2022 trat er in den höheren Justizdienst des Landes Baden-Württemberg ein. 2024 erfolgte die Promotion mit der Arbeit »Der Grundrechtsschutz des Erwerbers beim Betriebsübergang. Zu den Grenzen des europäischen Arbeitnehmerschutzes«.Abstract
Lange füllte in Deutschland die Rechtsprechung die regulative Lücke beim Betriebsübergang. Der Ausdifferenzierung der in den 1970er Jahren auf nationaler und europäischer Ebene geschaffenen gesetzlichen Regelungen nahm sich der EuGH an. Zur Anwendbarkeit sei - ähnlich wie dies im In- und Ausland bereits zuvor gesehen wurde - die Identität des Betriebs vor und nach dem Übergang erforderlich. Hierin liegt der »rote Faden« des Betriebsübergangsrechts, was die Frage nach der Veranlassung dieses Kriteriums aufwirft. Am Ende des ersten Teils der Arbeit steht die Erkenntnis, dass die »Betriebsidentität« auf der »Kosten-Nutzen-Äquivalenz« beruht, dass also der Erwerber den Betrieb kostenneutral weiterführen kann. Nicht nur zulässig, sondern zwingend erscheint dies unter Beachtung des rechtsmethodischen und europarechtlichen Rahmens im zweiten und dritten Teil. Der argumentative Mehrwert dieser Überlegungen zeigt sich bei Betrachtung dreier klassischer Problemkonstellationen im vierten Teil.»Transferees’ Rights in the Event of Transfers of Undertakings. Concerning the Boundaries of Labour Rights under European Union Law«: Transfers of undertakings regulation is deemed applicable by the ECJ in case the economic entity retains its identity. The question arises why the ECJ chose this criterion. This comes down to »cost-benefit equivalency«, i.e. the transferee being able to continue the business. This seems all the more compelling when analysing transfers of undertakings regulation in terms of the requirements of legal methodology and European primary law. These insights can help solve complex legal problems.
Table of Contents
Section Title | Page | Action | Price |
---|---|---|---|
Vorwort | 7 | ||
Inhaltsverzeichnis | 9 | ||
Einleitung | 17 | ||
Teil 1: Ursprünge und Ziele des Betriebsübergangsrechts | 25 | ||
A. Historische Entwicklung des Betriebsübergangsrechts | 26 | ||
I. Rechtsprechung des Reichsarbeitsgerichts | 27 | ||
II. Erwägung eines Analogieschlusses | 31 | ||
III. Einführung von § 613a BGB und Betriebsübergangsrichtlinie | 33 | ||
IV. Fazit | 37 | ||
B. Zielsetzung und tiefere Legitimation des Betriebsübergangsrechts | 37 | ||
I. Arbeitnehmerinteressen | 39 | ||
1. „Unmittelbare“ verfassungsrechtliche Veranlassung des Pflichtenübergangs beim Betriebsübergang? | 41 | ||
a) „Gleichlauf von Arbeitsplatz und Arbeitsverhältnis“ sowie „Recht am Arbeitsplatz“ | 41 | ||
aa) Das Arbeitsverhältnis als ein „personenrechtliches Gemeinschaftsverhältnis“? | 43 | ||
bb) Kritik am Anknüpfungspunkt des „Arbeitsplatzes“ | 47 | ||
cc) „Verdinglichungsthese“ | 49 | ||
dd) Fazit | 51 | ||
b) Eingriff in Freiheitsrechte der Arbeitnehmer durch Abschluss der Transfervereinbarung? | 51 | ||
aa) Bezugspunkt eines etwaigen Eingriffs? | 52 | ||
bb) Stellungnahme | 53 | ||
c) Unmittelbare Folge des Sozialstaatsprinzips? | 58 | ||
aa) Horizontalwirkung? | 60 | ||
(1) Sozialstaatsprinzip nach Art. 20 Abs. 1 GG | 60 | ||
(2) Soziale Rechte der Grundrechtecharta | 61 | ||
(a) Rechtssache Bauer | 62 | ||
(b) Übertragung dieser Grundsätze auf die Situation des Betriebsübergangs | 65 | ||
bb) „Bestandsschutzprinzip“, Absicherung des Kündigungsschutzes? | 68 | ||
(1) Vorab: Veranlassung des kündigungsschutzrechtlichen Bestandsschutzes | 68 | ||
(a) Verfassungsrechtliche Schutzpflichten vs. sozialpolitische Maßnahmen | 69 | ||
(b) Arbeitsmarktpolitische Relevanz des Kündigungsschutzes | 72 | ||
(c) Fazit: Lediglich begriffliches Missverständnis? | 76 | ||
(2) Für Veranlassung des Betriebsübergangsrechts durch „Bestandsschutzprinzip“ | 78 | ||
(3) Gegenansicht | 81 | ||
(a) Historisches Gegenargument | 82 | ||
(b) Europarechtliches Gegenargument | 83 | ||
(c) Sozialpolitisches Gegenargument | 85 | ||
(d) Methodisch-historisches Gegenargument | 87 | ||
(e) Ergebnis | 91 | ||
(4) Etymologie des „Bestandsschutzprinzips“ in Rechtsprechung und Gesetzgebung | 92 | ||
cc) Ergebnis | 95 | ||
2. Schutzgebot aufgrund „struktureller Unterlegenheit“ der Arbeitnehmer beim Betriebsübergang | 96 | ||
a) Ökonomisch-verfassungsrechtliches Argument | 96 | ||
b) Historisch-rechtsvergleichendes Argument | 101 | ||
aa) Parallelen im innerstaatlichen Recht | 102 | ||
bb) Parallelen im europäischen Recht | 104 | ||
(1) Betriebsübergangsrichtlinie zwischen französischen und deutschen Einflüssen? | 106 | ||
(2) Ähnlichkeiten im nationalen Betriebsübergangsrecht der Mitgliedstaaten | 108 | ||
(3) Fazit | 109 | ||
cc) Parallelen jenseits Europas | 111 | ||
3. Umfang und Wesen des vermittelten „Inhaltsschutzes“ | 114 | ||
a) Veränderungssperre bzw. „Einfrieren“ der Arbeitsbedingungen? | 115 | ||
b) Für lediglich begrenzten Inhaltsschutz | 118 | ||
aa) Vergleichendes Argument | 118 | ||
bb) Historisches Argument | 120 | ||
cc) Pflichtenübergang vorrangig zur Gewährleistung von „Haftungskontinuität“ | 122 | ||
c) Rechtsprechung | 124 | ||
aa) BAG für generelle Rechtfertigungspflicht des Erwerbers? | 125 | ||
bb) Lediglich Verhütung von Missbrauchsversuchen | 127 | ||
cc) Ansicht des EuGH? | 131 | ||
d) Ergebnis | 133 | ||
II. Arbeitgeberinteressen | 133 | ||
1. „Ausgleichsfunktion“ des Betriebsübergangsrechts? | 134 | ||
a) EuGH: „Gerechter Ausgleich“ | 135 | ||
b) „Ausgleich“ jedem Gesetz unabhängig von seinem Zweck immanent | 136 | ||
c) Heute: Überwiegend nachteilige Wirkung für Arbeitgeberseite | 137 | ||
2. Binnenmarktverwirklichung als Richtlinienziel | 140 | ||
a) Falsche Kompetenznorm? | 141 | ||
b) Effektivität? | 144 | ||
C. Zusammenfassung | 146 | ||
Teil 2: Fortbildung des Betriebsübergangsrechts | 149 | ||
A. Allgemeine rechtsmethodische Befugnisse und Beschränkungen des EuGH | 150 | ||
I. Begriff des „Rechts“ nach Art. 19 Abs. 1 UAbs. 1 S. 2 EUV | 152 | ||
II. Begriff und Kompetenz der Rechtsfortbildung im Unionsrecht | 156 | ||
1. Terminologie von Art. 19 EUV und Art. 267 AEUV | 156 | ||
2. Abgrenzung zwischen Auslegung und Rechtsfortbildung | 160 | ||
3. Rechtsfortbildungskompetenz des EuGH | 162 | ||
a) Entwicklung der Unionsgrundrechte als „abgeschlossener“ Prozess? | 162 | ||
b) Fortschreitender Einigungsprozess | 164 | ||
c) „Verbot der Rechtsverweigerung“ | 166 | ||
d) Systematische Aspekte | 168 | ||
e) Ergebnis | 169 | ||
III. Rolle des EuGH im Vergleich und im Verhältnis zum BVerfG | 170 | ||
1. BVerfG als selektive Kontrollinstanz im Verhältnis zu den Fachgerichten | 173 | ||
2. Methodologische „Kontrolle“ des EuGH durch das BVerfG? | 176 | ||
a) Zunächst: „Vollkontrolle“ | 176 | ||
b) Kontrolle auf methodisch unvertretbare „ausbrechende Rechtsakte“ | 178 | ||
c) Zwischenzeitlich: Verschärfung des Prüfungsmaßstabs? | 180 | ||
d) „Beschränkte“ Ultra-vires-Kontrolle | 183 | ||
e) Schranken richtlinienkonformer Auslegung | 185 | ||
f) Aktuell: PSPP-Entscheidung | 187 | ||
g) Fazit | 190 | ||
aa) Rolle der „nationalen Identität“ der Mitgliedstaaten | 192 | ||
bb) „Verfassungsgerichtsverbund“ und europäische Kompetenzordnung | 196 | ||
3. Bindungswirkung der Entscheidungen im Vorabentscheidungsverfahren? | 198 | ||
IV. Grenzen der Rechtsfortbildung durch den EuGH | 202 | ||
1. Verfassungs- bzw. europarechtliche Beschränkungen | 203 | ||
a) Kein Übergriff in den „Kompetenzbereich“ des Gesetzgebers | 204 | ||
b) Ausfüllungsbedürftige „Lücke“ im vorhandenen Gesetzesrecht | 206 | ||
aa) „Bewusste“ Lücke | 208 | ||
(1) Beispiele | 208 | ||
(2) Wesentlichkeitstheorie | 210 | ||
(a) Anwendung grundsätzlich nur in „Subordinationsverhältnissen“ | 212 | ||
(b) Anwendung auch in „Gleichordnungsverhältnissen“ denkbar? | 214 | ||
bb) „Nachträgliche“ Lücke | 216 | ||
cc) „Verdeckte“ Lücke: Zulässigkeit der Gesetzeskorrektur durch richterliche Rechtsfortbildung? | 219 | ||
c) Verbot (sozial-)politischer Rechtsfortbildung? | 222 | ||
aa) Historischer Ausgangspunkt | 222 | ||
bb) Heutige Sichtweise | 224 | ||
(1) Zulässigkeitsvoraussetzungen | 227 | ||
(2) Besonderheiten der Sozialpolitik | 229 | ||
(a) Verfassungstheoretischer Charakter des Sozialstaatsprinzips | 230 | ||
(b) Sozialpolitisches „Induktionsverbot“ | 232 | ||
cc) Handhabung des EuGH | 236 | ||
2. Methodische Beschränkungen | 238 | ||
a) Vorab: Nur „klarer“ Wortlaut als verbindliche Grenze? | 239 | ||
b) Contra-legem-Grenze bzw. „harmonisches“ Einfügen | 243 | ||
aa) Beispiele | 244 | ||
bb) Schlussfolgerungen | 248 | ||
c) Anforderungen an Begründung und Inhalt der Rechtsfortbildung | 249 | ||
B. Im Kontext des Betriebsübergangsrechts relevante Methodik des EuGH | 252 | ||
I. Traditionelle und unionsrechtsspezifische Auslegungstopoi | 253 | ||
1. Wortlaut | 254 | ||
2. Sonstige traditionelle Auslegungstopoi | 256 | ||
3. Hier sog. „effektuierende“ Auslegung | 258 | ||
II. Zur Rolle des „höherrangigen“ Rechts bei der Auslegung | 260 | ||
1. Überkommene Theorie der Drittwirkung | 262 | ||
2. Theorie der rangkonformen Auslegung | 265 | ||
a) Rangkonforme Auslegung zur Inhaltskontrolle bzw. -bestimmung | 266 | ||
b) Vorteile der rangkonformen Auslegung | 267 | ||
c) Bedenken im nationalen Kontext | 269 | ||
d) Verpflichtung zur rangkonformen Auslegung? | 270 | ||
3. Problem der „mehrpoligen Grundrechtsverhältnisse“ im Zivilrecht | 272 | ||
a) Beiderseitige Vertragsfreiheit als Ausgangspunkt | 273 | ||
b) Klassische Schutzgebotstheorie | 277 | ||
aa) Sozialstaatsprinzip als tragfähige Grundlage für staatliche Schutzpflichten? | 279 | ||
bb) Schutzgebotstheorie im europäischen Recht | 281 | ||
cc) Gesetzgeber als Adressat der klassischen Schutzgebotstheorie | 283 | ||
c) Gerichtliche Einzelfallabwägung in Übermaßfällen | 284 | ||
C. Zusammenfassung | 289 | ||
Teil 3: Grundrechtlicher Maßstab beim Betriebsübergang | 294 | ||
A. Anwendbarer Grundrechtskatalog | 296 | ||
I. Übersicht über die Rechtsprechungsentwicklung | 296 | ||
II. Anwendung der europäischen Grundrechtecharta im Kontext der Betriebsübergangsrichtlinie | 298 | ||
1. Unstreitig hinsichtlich des bestimmten Teils der Richtlinie | 299 | ||
a) Determiniertheit des Betriebsübergangstatbestands | 299 | ||
b) Determiniertheit auch der Rechtsfolgen? | 300 | ||
2. Bindung der Mitgliedstaaten im gestaltungsoffenen Teil der Richtlinie | 302 | ||
a) Ansicht des EuGH: „kumulative“ Anwendung | 302 | ||
aa) Fortführung nach Rechtsverbindlichkeit der Grundrechtecharta | 303 | ||
(1) Art. 53 GRCh als pauschale „Mindestschutz- bzw. Subsidiaritätsklausel“? | 304 | ||
(2) Art. 53 GRCh als differenzierte „Konkurrenzklausel“ | 306 | ||
bb) Ebenso bei inhaltlichem Umsetzungsspielraum | 309 | ||
(1) Überprüfbarkeit sekundärrechtlicher Öffnungsklauseln | 309 | ||
(2) Überprüfbarkeit mitgliedstaatlicher Umsetzungsakte | 310 | ||
(3) Zusammenfassung | 313 | ||
cc) Anwendung dieser Grundsätze auf das Betriebsübergangsrecht | 316 | ||
b) Ansicht des BVerfG: „alternative“ Anwendung? | 319 | ||
aa) Antiterrordatei-Entscheidung | 319 | ||
bb) Schlussfolgerungen aus der Antiterrordatei-Entscheidung | 320 | ||
(1) Bewertung anhand der Maßstäbe des EuGH | 321 | ||
(2) Interpretation als „Trennungs- bzw. Alternativitätsthese“? | 322 | ||
cc) Entscheidungen zum „Recht auf Vergessen“ | 323 | ||
(1) Recht-auf-Vergessen-I-Entscheidung | 324 | ||
(2) Recht-auf-Vergessen-II-Entscheidung | 325 | ||
(3) Schlussfolgerungen | 326 | ||
c) Stellungnahme | 330 | ||
aa) Auslegung von Art. 51 Abs. 1 S. 1 GRCh | 331 | ||
(1) Für eine restriktive Auslegung | 332 | ||
(2) Für eine extensive Auslegung | 333 | ||
(a) Grammatisches Argument | 334 | ||
(b) Systematisches Argument | 338 | ||
(c) Teleologisch-historisches Argument | 341 | ||
(aa) Historische Entwicklung in anderen Bundesstaaten | 342 | ||
(bb) Verbesserung des europäischen Grundrechtsstandards | 345 | ||
(3) Ergebnis | 347 | ||
bb) Auflösung des entstehenden Konkurrenzverhältnisses | 347 | ||
(1) Vorbehalt des Vorrangs und der Einheit des Unionsrechts | 349 | ||
(2) Rechtsmethodische „Ermessensreduzierung“? | 353 | ||
(a) Autonome Gründe | 353 | ||
(b) Heteronome Gründe | 354 | ||
(aa) Ersichtliche Grundrechtsrelevanz und „freiwillige“ Öffnungsklauseln | 355 | ||
(bb) Grundrechte als universelle europäische Rahmenordnung | 358 | ||
(3) Vorbehalt der Wirksamkeit des Unionsrechts | 359 | ||
(a) Relevanz der primärrechtlichen Kompetenzgrundlage | 360 | ||
(b) Binnenmarkt erfordert hohen Harmonisierungsgrad | 362 | ||
(c) Systematischer Vergleich mit Sozialpolitikkompetenzen | 366 | ||
(d) Charakter und Umfeld des fraglichen Unionsrechtsakts | 367 | ||
(4) Besonderheiten im Fall „mehrpoliger Grundrechtsverhältnisse“ | 370 | ||
(a) Gegen eine Einschränkung des Günstigkeitsprinzips | 371 | ||
(b) Für eine Einschränkung des Günstigkeitsprinzips | 374 | ||
(aa) Übermaßgedanke | 379 | ||
(bb) Gleichbehandlungsgedanke | 381 | ||
(cc) „Eindimensionalität“ des Unionsrechts bzw. Gefahr von „Rückkopplungs-Schleifen“ (engl. feedback-loops) | 384 | ||
(dd) Rechtsprechung des EuGH | 387 | ||
cc) Fazit | 391 | ||
B. Unternehmerische Freiheit im Kontext des Betriebsübergangsrechts | 392 | ||
I. Historische Entwicklung und Inhalt der unternehmerischen Freiheit | 397 | ||
1. Rechtsprechung des EuGH | 397 | ||
2. Anknüpfung durch Grundrechtecharta | 400 | ||
II. Caveat emptor, volenti non fit iniuria? | 403 | ||
III. Jedenfalls Übermaß- und Wesensgehaltsschutz | 405 | ||
C. Zusammenfassung | 409 | ||
Teil 4: Fazit: Grundrechtskonformer Betriebsübergang | 411 | ||
A. Bedeutung einzelner Betriebskomponenten für die Tatbestandsbestimmung | 411 | ||
I. „Wertschöpfungstheorie“ | 412 | ||
II. Weiterführendes Problem: einzelfallbezogene oder abstrakte Betrachtung? | 415 | ||
1. Betriebsbezogener Ansatz | 416 | ||
a) Argumente für den betriebsbezogenen Ansatz | 418 | ||
aa) „Betriebsbezogenheit“ des § 613a BGB | 419 | ||
bb) Rechtssicherheit durch hohen Abstraktionsgrad | 421 | ||
b) Argumente gegen den betriebsbezogenen Ansatz | 423 | ||
2. Unternehmensbezogener Ansatz | 424 | ||
a) Europarechtlicher Hintergrund des Betriebsübergangstatbestands | 425 | ||
b) Schutz vor Umgehungsgefahr | 427 | ||
c) Fazit | 428 | ||
III. Stellungnahme: eingeschränkt unternehmensbezogener Ansatz | 430 | ||
B. Unveränderte Weitergeltung dynamischer Bezugnahmeklauseln | 431 | ||
I. Verfassungswidrigkeit der dynamischen Fortgeltung an sich? | 433 | ||
1. Zulässigkeit dynamischer Verweise als Regelungstechnik | 433 | ||
2. Verstoß gegen Individualrechte | 435 | ||
a) Grundrechtlicher Schutz des „Außenseiter-Erwerbers“ | 435 | ||
aa) Negative Koalitionsfreiheit | 436 | ||
bb) „Negative Tarifvertragsfreiheit“ nach deutschem Recht | 437 | ||
cc) „Negative Tarifvertragsfreiheit“ nach europäischem Recht | 439 | ||
(1) Homogenität der europäischen Individualrechtsordnungen | 440 | ||
(2) Heterogenität der europäischen Kollektivrechtsordnungen | 442 | ||
b) Gesetzliche Anordnung der dynamischen Fortgeltung im Sinne der Wesentlichkeitstheorie | 444 | ||
3. Fazit | 446 | ||
II. Bisherige Stellungnahmen des EuGH | 447 | ||
1. Rechtssache Werhof | 447 | ||
2. Rechtssache Alemo-Herron | 448 | ||
3. Rechtssache Asklepios | 450 | ||
III. Heute verbleibende Streitfrage | 452 | ||
1. Anpassung durch Änderungskündigung | 453 | ||
2. Sonstige Anpassungsinstrumente | 456 | ||
3. Schlussfolgerung | 459 | ||
C. Allgemeines kollektivrechtliches Verschlechterungsverbot | 460 | ||
I. Rechtsprechung des EuGH | 461 | ||
1. Rechtssache Scattolon | 462 | ||
2. Rechtssache Unionen | 465 | ||
II. Interpretation der Rechtsprechung des EuGH | 468 | ||
1. Für Interpretation als Verschlechterungsverbot | 469 | ||
2. Gegen Interpretation als Verschlechterungsverbot | 471 | ||
a) Allgemeine Lehre vom Rechtsmissbrauch und betriebsübergangsrechtliches Missbrauchsverbot | 472 | ||
b) Rechtsmethodische und grundrechtliche Aspekte | 473 | ||
c) Interne Systematik der Betriebsübergangsrichtlinie | 476 | ||
3. Reaktion des BAG | 478 | ||
III. Stellungnahme | 479 | ||
Gesamtergebnis | 481 | ||
Literaturverzeichnis | 492 | ||
Stichwortverzeichnis | 550 |