Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz und zivilrechtliche Haftung

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Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz und zivilrechtliche Haftung
Schriften zum Wirtschaftsrecht, Vol. 369
(2025)
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Leon Widdrat studierte Rechtswissenschaften an der Georg-August Universität Göttingen und der Humboldt-Universität zu Berlin. Sein erstes juristisches Staatsexamen legte er im Jahre 2020 beim Gemeinsamen Prüfungsamt der Länder Berlin und Brandenburg ab. Im Anschluss absolvierte er das Rechtsreferendariat am Hanseatischen Oberlandesgericht in Bremen, welches er im Jahre 2022 mit dem zweiten juristischen Staatsexamen abschloss. Von 2022 bis 2025 war Leon Widdrat als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl von Prof. Dr. Joachim Hennrichs an der Universität zu Köln tätig. Dort legte er im Januar 2025 erfolgreich seine Doktorprüfung ab.Abstract
Wer in Deutschland über Bürokratieabbau diskutiert, spricht meist auch über das sog. »Lieferkettengesetz« - LkSG. Dieses verpflichtet inländische Unternehmen mittels öffentlich-rechtlicher Pflichten dazu, Nachhaltigkeitsbelange global zu fördern. Unklar ist, welche Bedeutung dem Gesetz im Zivilrecht zukommt. Die Arbeit untersucht daher, welche vertraglichen und deliktischen Ansprüche gegen Unternehmen und ihre Geschäftsleiter bestehen können, wenn nachhaltigkeitsbezogene Verkehrs- bzw. Sorgfaltspflichten missachtet werden. Dabei zeigt sie zunächst auf, dass das LkSG in seiner aktuellen Fassung erhebliche Rechtsunsicherheiten mit sich bringt. Anschließend unterbreitet sie Vorschläge, wie diese Rechtsunsicherheiten abgestellt werden könnten und welche haftungsrechtlichen Fallstricke bei einer Überarbeitung des Gesetzes bzw. bei einer Anpassung an EU-Vorgaben beachtet werden sollten.»The German Supply Chain Act and Civil Liability«: Anyone discussing the reduction of bureaucracy in Germany usually also talks about the German Supply Chain Act - LkSG. This obliges domestic companies to promote sustainability issues globally by means of public law obligations. It is unclear whether the law can also influence the civil liability of companies and managers. The thesis examines this question and analyzes interactions between the LkSG and private law, taking CS3D into account.
Table of Contents
Section Title | Page | Action | Price |
---|---|---|---|
Vorwort | 3 | ||
Inhaltsübersicht | 5 | ||
Inhaltsverzeichnis | 9 | ||
Abbildungsverzeichnis | 19 | ||
1. Kapitel: Zum Gegenstand der Untersuchung | 21 | ||
A. Einleitung | 21 | ||
B. Fragestellung | 26 | ||
C. Eingrenzung des Themas | 29 | ||
D. Gang der Untersuchung | 32 | ||
2. Kapitel: Rechtliche Grundlagen des globalen Menschenrechtsschutzes | 34 | ||
A. Völkerrechtliche Übereinkommen als Antriebsfeder nationaler Lieferkettenregulierung | 35 | ||
I. Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte | 35 | ||
II. Völkerrechtliche Übereinkommen zum Schutz der Menschenrechte | 36 | ||
1. Der internationale Pakt über bürgerliche und politische Rechte und der internationale Pakt über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte | 36 | ||
2. Die ILO-Kernarbeitsnormen | 38 | ||
3. Die UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte | 40 | ||
4. Die OECD-Leitsätze für multinationale Unternehmen | 42 | ||
III. Völkerrechtliche Übereinkommen zum Schutz der Umwelt | 44 | ||
1. Das Minamata-Übereinkommen über Quecksilber | 44 | ||
a) Verbot der Herstellung, Einfuhr und Ausfuhr von mit Quecksilber versetzten Produkten | 45 | ||
b) Verbot der Verwendung von Quecksilber und Quecksilberverbindungen bei Herstellungsprozessen | 46 | ||
c) Umweltgerechte Behandlung von Quecksilberabfällen | 46 | ||
2. Das Stockholmer Übereinkommen über persistente organische Schadstoffe (PoP-Übereinkommen) | 47 | ||
3. Das Basler Übereinkommen über die Kontrolle der grenzüberschreitenden Verbringung gefährlicher Abfälle und ihrer Entsorgung | 49 | ||
a) Allgemeine Verpflichtungen der Vertragsstaaten | 49 | ||
b) Gefährliche und sonstige Abfälle | 50 | ||
c) Koordination grenzüberschreitender Abfallverbringung | 50 | ||
B. Überblick über das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz | 51 | ||
I. Anwendungsbereich | 51 | ||
1. Persönlicher und geografischer Anwendungsbereich | 51 | ||
2. Erstreckung des Anwendungsbereiches auf Tochterunternehmen | 54 | ||
II. Geschützte Rechtsgüter | 55 | ||
1. Menschenrechtliches Risiko | 56 | ||
2. Umweltbezogenes Risiko | 56 | ||
3. Fehlende Implementierung klimabezogener Sorgfaltspflichten | 57 | ||
III. Glieder der Lieferkette | 58 | ||
IV. Sorgfaltspflichten | 60 | ||
1. Risikomanagement | 62 | ||
a) Benennung eines Menschenrechtsbeauftragten | 62 | ||
b) Aufgaben der Geschäftsleitung | 63 | ||
2. Risikoanalyse | 63 | ||
3. Präventionsmaßnahmen | 65 | ||
4. Abhilfemaßnahmen | 68 | ||
5. Beschwerdeverfahren (Hinweisgebersystem) | 69 | ||
6. Mittelbare Zulieferer | 70 | ||
7. Dokumentations- und Berichtspflichten | 71 | ||
V. Public Enforcement | 73 | ||
3. Kapitel: Zivilrechtliche Haftung inländischer Unternehmen de lege lata | 76 | ||
A. Vertragliche Haftung für Menschen- und Umweltrechtsverletzungen in der Lieferkette | 76 | ||
I. Umfassender Haftungsausschluss durch § 3 Abs. 3 Satz 1 LkSG? | 77 | ||
II. Einfluss des LkSG auf die vertragliche Haftung nach dem Sachmängelgewährleistungsrecht | 80 | ||
1. Ausgangspunkt: Reichweite des kaufrechtlichen Beschaffenheitsbegriffes | 80 | ||
2. Beschaffenheitsvereinbarungen in Lieferverträgen (b2b) | 83 | ||
a) … durch Verwendung von CSR-Klauseln | 83 | ||
b) … durch Verwendung von CSR-Codes | 84 | ||
aa) Grundlagen | 84 | ||
bb) Praxisphänomen: Anpassung der CSR-Codes an das LkSG | 86 | ||
cc) Bedeutung von CSR-Codes vor dem Hintergrund des LkSG | 87 | ||
c) Einbeziehung von CSR-Codes und CSR-Klauseln in Lieferverträge | 89 | ||
aa) Überraschungskontrolle (§ 305c Abs. 1 BGB) | 89 | ||
bb) Regelfall: Keine Einbeziehung von CSR-Selbstverpflichtungen in Lieferverträge | 90 | ||
d) Wirksamkeit von CSR-Vereinbarungen im Lichte einer AGB-Inhaltskontrolle | 91 | ||
aa) Compliance-Klauseln | 92 | ||
(1) Wirksamkeit sorgfaltspflichtenwiederholender Klauseln nach § 307 Abs. 3 BGB? | 94 | ||
(2) Abweichen von wesentlichen Grundgedanken des LkSG (§ 307 Abs. 2 Nr. 1 BGB) | 95 | ||
(a) Verschärfung der Vorgaben des LkSG | 95 | ||
(b) Abmilderung der Vorgaben des LkSG | 98 | ||
(c) Sorgfaltspflichtenferne Klauseln | 101 | ||
(3) Transparenzgebot (§ 307 Abs. 1 Satz 2 BGB) | 103 | ||
bb) Weitergabeklauseln | 104 | ||
cc) Auditklauseln | 107 | ||
dd) Informationsklauseln | 109 | ||
(1) Faktische Delegation der Risikoanalyse | 110 | ||
(2) Interessenkonflikte im Einzelfall | 111 | ||
(3) Zusammenfassung | 114 | ||
e) Rechtsfolgen von Verstößen gegen CSR-Vereinbarungen | 114 | ||
3. Unübliche Beschaffenheit infolge von Sorgfaltspflichtverletzungen (b2b und b2c) | 116 | ||
4. Nachhaltigkeitsberichterstattung als „öffentliche Äußerung“ | 118 | ||
a) Ausschluss unternehmensbezogener Berichterstattung | 120 | ||
b) (Kein) Ausschluss prozessorientierter Versprechen | 121 | ||
c) Anforderungen an die öffentliche Äußerung | 122 | ||
d) Adressatenkreis der Berichterstattung nach § 10 Abs. 2 LkSG | 123 | ||
5. Die Grundsatzerklärung über die Menschenrechtsstrategie als öffentliche Äußerung (§ 6 Abs. 2 Satz 1 LkSG) | 126 | ||
6. Gewährleistungsansprüche im Falle eines Sachmangels | 127 | ||
III. Einfluss des LkSG auf die vertragliche Haftung nach den Grundsätzen des Vertrages (mit Schutzwirkung) zugunsten Dritter | 128 | ||
1. Abgrenzung des Vertrages zugunsten Dritter (§ 328 BGB) vom Vertrag mit Schutzwirkung zugunsten Dritter | 128 | ||
2. Rechtslage vor Inkrafttreten des LkSG | 128 | ||
a) (Keine) menschenrechtliche Schutzpflicht des Auftraggebers | 129 | ||
b) Die KiK-Entscheidung des Landgerichts Dortmund | 130 | ||
c) Zwischenfazit | 130 | ||
3. Auswirkungen des LkSG | 131 | ||
a) … auf die Haftung der chain leader | 131 | ||
b) … auf die Haftung der Zulieferer | 132 | ||
IV. Schlussfolgerungen für § 3 Abs. 3 LkSG | 135 | ||
1. Ansprüche aus CSR-Vereinbarungen | 135 | ||
2. Ansprüche infolge unüblicher Beschaffenheit der Kaufsache | 136 | ||
V. Zusammenfassung | 138 | ||
B. Deliktische Haftung für Menschen- und Umweltrechtsverletzungen in der Lieferkette | 138 | ||
I. Korrelation zwischen „absoluten Rechten“ und Menschenrechten | 139 | ||
1. Beeinträchtigungen der Gesundheit und des Lebens | 140 | ||
2. Beeinträchtigungen der Freiheit | 142 | ||
3. Beeinträchtigungen des Allgemeinen Persönlichkeitsrechts | 144 | ||
4. Menschenrechte als „sonstiges Recht“? | 146 | ||
5. Kein deliktischer Schutz von Umweltgütern | 148 | ||
II. Menschenrechtsbezogene Verkehrspflichten inländischer Unternehmen | 149 | ||
1. Grundlagen | 149 | ||
a) Dogmatische Einordnung der Verkehrspflichten | 149 | ||
b) Sicherungspflichten und Fürsorgepflichten | 151 | ||
c) Abgrenzung: Verkehrspflichten und Organisationspflichten | 151 | ||
d) Adressat der Verkehrspflichten | 152 | ||
2. Herleitung aus den Sorgfaltspflichten des LkSG | 154 | ||
a) Meinungsstand | 154 | ||
b) Stellungnahme | 155 | ||
3. Herleitung aus der allgemeinen Verkehrspflichtendogmatik | 157 | ||
a) Ausgangspunkt: Normative Zurechnungskriterien | 157 | ||
b) Meinungsstand | 159 | ||
aa) Herrschende Meinung: Grundsätzlich keine deliktische Haftung nach § 823 Abs. 1 BGB | 159 | ||
bb) Deliktische Haftung nach § 823 Abs. 1 BGB in Ausnahmefällen | 160 | ||
c) Untersuchung der in der Literatur entwickelten Ausnahmefallgruppen | 162 | ||
aa) Eingeschränkte Geltung des Vertrauensgrundsatzes in menschenrechtlichen Risikogebieten | 162 | ||
bb) Das Rechtsträgerprinzip: Eine bloße Scheinbarriere für die deliktische Menschenrechtshaftung | 164 | ||
cc) Möglichkeit der Gefahrbeherrschung als notwendige Voraussetzung | 165 | ||
dd) Normative Zuständigkeit | 167 | ||
(1) Sicherungspflichten | 167 | ||
(a) Pflichtenbegründende Gefahrerhöhung | 167 | ||
(b) Pflichtenbegründende Gefahrbeherrschung | 169 | ||
(c) Pflichtenbegründende Delegation von Verkehrspflichten | 171 | ||
(d) Auslagerung der gesamten Gefahrenquelle | 172 | ||
(e) Übernahme von Sicherungspflichten durch Einmischung | 175 | ||
(2) Fürsorgepflicht infolge der Veröffentlichung einer CSR-Selbstverpflichtung? | 177 | ||
(a) Meinungsstand | 179 | ||
(b) Stellungnahme | 180 | ||
(3) Herleitung einer Verkehrspflicht aus globalen Erwartungshaltungen? | 182 | ||
(4) Kenntnis von Menschenrechtsverletzungen als pflichtenbegründendes Element? | 183 | ||
4. Inhalt und Umfang menschenrechtsbezogener Verkehrspflichten | 184 | ||
5. Schlussfolgerungen für § 3 Abs. 3 LkSG | 187 | ||
III. Zusammenfassung | 189 | ||
C. Deliktische Klimahaftung | 190 | ||
I. Grundlagen | 191 | ||
1. Überblick über naturwissenschaftliche Erkenntnisse des Weltklimarates | 191 | ||
2. Das Pariser Klimaabkommen | 192 | ||
a) Nationally Determined Contributions | 193 | ||
b) Zusammenarbeit der Vertragsstaaten | 194 | ||
aa) Direkte zwischenstaatliche Kooperation | 195 | ||
bb) Nachhaltigkeitsmechanismus | 196 | ||
c) Nicht marktbasierte Ansätze und Folgen des Klimawandels | 197 | ||
d) Transparenzrahmen | 198 | ||
II. Der Fall Lliuya gegen RWE | 198 | ||
III. Störerhaftung nach § 1004 BGB | 201 | ||
1. Beeinträchtigung eines absoluten Rechts | 202 | ||
a) (Keine) konkrete Besorgnis der Beeinträchtigung bei vorwärtsgewandten Klimaklagen | 203 | ||
b) (Kein) absolutes Recht auf Erhalt treibhausgasbezogener Freiheitsausübung | 205 | ||
2. Klimabezogene Verkehrspflichten inländischer Treibhausgasemittenten | 207 | ||
a) Zustandsstörer | 207 | ||
b) (Mittelbarer) Handlungsstörer | 208 | ||
aa) Kausale Bestimmung | 208 | ||
(1) Äquivalente Kausalität | 208 | ||
(a) Kumulative Kausalität | 209 | ||
(b) Zuordnung von Summationsschäden im Lichte des Waldschadensurteils | 210 | ||
(2) Einschränkungen durch die Adäquanzformel | 211 | ||
(3) Einschränkungen durch die Lehre vom Schutzzweck der Norm | 213 | ||
bb) Wertende Zurechnung | 214 | ||
(1) Großemittenten als Träger von Verkehrspflichten | 215 | ||
(2) Inhalt der Verkehrspflichten | 216 | ||
(3) Verbraucher und Kleinemittenten als Nichtstörer | 220 | ||
(4) Zwischenergebnis | 220 | ||
3. Auswirkungen öffentlich-rechtlicher Genehmigungen | 221 | ||
4. Keine Duldungspflicht durch Leisten von Daseinsvorsorge | 223 | ||
5. Rechtsfolge: Wiederbenutzbarkeitstheorie oder actus contrarius? | 224 | ||
6. (Keine) globalen Haftungshöchstgrenzen de lege lata (§ 15 UmwHG analog) | 226 | ||
a) Analogievoraussetzungen | 226 | ||
b) Fehlende Regelungslücke und divergierende Interessenlagen | 227 | ||
IV. Erforderlichkeit globaler Haftungshöchstgrenzen de lege ferenda | 229 | ||
V. Ausstoß von Treibhausgasen als unerlaubte Handlung (§ 823 Abs. 1 BGB) | 231 | ||
VI. Zusammenfassung | 232 | ||
4. Kapitel: Regressansprüche inländischer Unternehmen de lege lata | 234 | ||
A. Binnenhaftung des Vorstandes bei Verstößen gegen das LkSG | 234 | ||
I. (Kein) Haftungsausschluss gemäß § 3 Abs. 3 Satz 1 LkSG | 235 | ||
II. Pflicht zur Verhinderung von Menschenrechtsverletzungen und Umweltschäden | 237 | ||
1. Gesetzliche Compliance-Pflicht | 237 | ||
a) Herleitung | 237 | ||
b) Legalitätspflicht | 239 | ||
aa) Dogmatische Einordnung | 239 | ||
bb) Einhaltung der Sorgfaltspflichten des LkSG als Aufgabe des Vorstands | 240 | ||
c) Legalitätskontrollpflicht | 241 | ||
aa) Dogmatische Einordnung | 241 | ||
bb) Delegation der Sorgfaltspflichten des LkSG | 242 | ||
cc) Die Rolle des Menschenrechtsbeauftragten bei der Delegation | 243 | ||
2. (Keine) Konzerndimensionale Legalitätsdurchsetzungspflicht | 244 | ||
3. Schadensabwendungspflicht | 246 | ||
a) Grundlagen | 246 | ||
b) Pflicht zum Reputationsmanagement | 247 | ||
III. Anwendbarkeit der Business Judgment Rule (§ 93 Abs. 1 Satz 2 AktG) bei der Umsetzung des LkSG? | 248 | ||
1. Unternehmerische Entscheidungen | 250 | ||
2. Pflichtaufgaben mit Entscheidungsspielraum | 251 | ||
a) Grundlagen | 251 | ||
aa) Existenzberechtigung | 252 | ||
bb) Vorliegen eines Beurteilungsspielraums | 255 | ||
cc) Abgrenzung zur unternehmerischen Entscheidung | 258 | ||
dd) Handhabung der Pflichtaufgaben mit Entscheidungsspielraum | 258 | ||
b) Sorgfaltspflichten nach dem LkSG als Pflichtaufgaben mit Entscheidungsspielraum | 259 | ||
3. Zwischenergebnis | 265 | ||
IV. Fehlendes Verschulden bei unvermeidbaren Rechtsirrtümern | 265 | ||
V. (Keine) Legal Judgment Rule bei unklarer Rechtslage | 267 | ||
VI. Vertrauensschutz durch BAFA-Hinweise | 269 | ||
VII. Bußgelder und Reputationseinbußen als ersatzfähige Schadenspositionen | 270 | ||
1. Grundsatz: Differenzhypothese | 270 | ||
2. Der Bußgeldregress | 271 | ||
a) (Keine) normative Einschränkung der Differenzhypothese | 271 | ||
aa) … zur Vermeidung von Widersprüchen innerhalb der Rechtsordnung | 271 | ||
bb) … aufgrund eines höchstpersönlichen Charakters der Geldbuße | 273 | ||
cc) … zur Erreichung des Schutzzwecks der Bußgeldvorschriften | 274 | ||
dd) Beschränkung der Höhe des Regressanspruchs | 276 | ||
b) Einrede des Rechtsmissbrauchs (§ 242 BGB) aufgrund von Treue- und Fürsorgepflichten | 278 | ||
c) Zwischenergebnis | 281 | ||
3. Übertragung auf das LkSG | 281 | ||
4. Reputationsschäden | 282 | ||
a) Begriff des Reputationsschadens | 283 | ||
b) Berechnung des Reputationsschadens mithilfe der Ereignisstudie | 284 | ||
c) Reputationsschäden im Wirkungsbereich des LkSG | 286 | ||
VIII. Zusammenfassung | 287 | ||
B. Binnenhaftung des Menschenrechtsbeauftragten bei Verstößen gegen das LkSG | 288 | ||
I. (Kein) Haftungsausschluss gemäß § 3 Abs. 3 Satz 1 LkSG | 289 | ||
II. Grundlagen: Die Rolle des Menschenrechtsbeauftragten im LkSG | 289 | ||
1. Qualifikation des Menschenrechtsbeauftragten | 290 | ||
a) Praktische Erfahrung | 291 | ||
b) Fachwissen | 292 | ||
2. Aufgaben des Menschenrechtsbeauftragten | 293 | ||
3. Implementierung in das Unternehmen | 296 | ||
a) Menschenrechtsbeauftragter als Mitglied der Geschäftsleitung? | 296 | ||
b) Arbeitsrechtlicher Schutz des Menschenrechtsbeauftragten als Bestandteil der Compliance-Pflicht? | 297 | ||
aa) Kündigungsschutz | 297 | ||
bb) Benachteiligungsverbot | 298 | ||
c) Einsetzung eines externen Menschenrechtsbeauftragten | 300 | ||
aa) Zulässigkeit | 300 | ||
bb) Mindestanforderungen | 300 | ||
4. Zwischenergebnis | 302 | ||
III. Haftungsrelevante Pflichten des Menschenrechtsbeauftragten bei der Erfüllung der Sorgfaltspflichten | 303 | ||
1. Menschenrechtsbeauftragter auf Vorstandsebene | 303 | ||
2. Menschenrechtsbeauftragter unterhalb der Vorstandsebene | 304 | ||
a) Voraussetzungen für eine Verantwortungsübernahme | 305 | ||
b) Schlussfolgerungen für den Menschenrechtsbeauftragten | 307 | ||
IV. Beurteilungsspielraum bei der Umsetzung der Sorgfaltspflichten | 308 | ||
V. Rechtsirrtümer und unklare Rechtslage | 309 | ||
VI. Bußgeldregress und Haftungsbegrenzung | 311 | ||
1. Keine normative Einschränkung der Differenzhypothese | 311 | ||
2. Anwendbarkeit der Rechtsprechung des BAG über die beschränkte Arbeitnehmerhaftung | 312 | ||
VII. Minderung von Haftungsrisiken für den Vorstand durch Benennung eines Menschenrechtsbeauftragten? | 313 | ||
VIII. Zusammenfassung | 314 | ||
5. Kapitel: De lege ferenda: Einführung eines menschenrechtlichen Haftungstatbestandes und einer Klimasorgfaltspflicht | 316 | ||
A. Zur Schaffung eines zivilrechtlichen Haftungstatbestandes zum Schutz der Menschenrechte | 317 | ||
I. Legislativvorschläge in der Literatur | 317 | ||
1. Allgemeine menschenrechtliche Sorgfaltspflicht nach § 823a BGB (n.F.) | 318 | ||
a) Person des Schädigers | 318 | ||
b) Menschenrechtsbegriff als (fast) unüberwindbare Hürde | 319 | ||
c) (Keine) Notwendigkeit einer Erheblichkeitsschwelle | 321 | ||
2. Billigkeitshaftung | 322 | ||
3. Zwischenergebnis | 324 | ||
II. Das französische Sorgfaltspflichtengesetz (loi de vigilance) | 324 | ||
III. Eigener Legislativvorschlag: § 823a BGB n.F. | 326 | ||
1. Allgemeine Erläuterungen | 327 | ||
2. Zu Absatz 1 | 328 | ||
3. Zu Absatz 2 | 330 | ||
B. Zur Schaffung einer Klimasorgfaltspflicht | 331 | ||
I. Vorfrage: Systematische Stellung der Klimasorgfaltspflicht | 331 | ||
II. Inhalt der Klimasorgfaltspflicht | 333 | ||
1. Völkerrechtliche Verträge | 333 | ||
2. Die OECD-Leitsätze für multinationale Unternehmen und Klimaschutz | 334 | ||
3. Das Den Haager Shell Urteil | 335 | ||
4. Klimamanagement nach den Empfehlungen des UN Global Compact | 336 | ||
a) Einrichtung einer Governance-Struktur | 336 | ||
b) Erstellung einer Treibhausgasbilanz | 337 | ||
c) Formulierung von Klimazielen | 337 | ||
d) Science-based-targets auf EU- und Unternehmensebene | 338 | ||
e) Maßnahmen zur Zielerreichung | 339 | ||
5. Zwischenergebnis | 340 | ||
III. Eigener Legislativvorschlag: § 3a LkSG n.F. unter Anpassung des § 2 LkSG | 342 | ||
1. Allgemeine Erwägungen | 343 | ||
2. Zu § 3a Abs. 1 LkSG n.F. | 344 | ||
3. Zu § 3a Abs. 2 LkSG n.F. | 344 | ||
4. Zu § 3a Abs. 3 LkSG n.F. | 345 | ||
5. Zu § 3a Abs. 4 LkSG n.F. | 346 | ||
6. Zu § 3a Abs. 5 LkSG n.F. | 346 | ||
6. Kapitel: Auswirkungen der EU-Lieferkettenrichtlinie | 347 | ||
A. Überblick über die Vorgaben der EU-Lieferkettenrichtlinie | 347 | ||
I. Anwendungsbereich | 348 | ||
II. Geschützte Rechtsgüter | 349 | ||
III. Lieferkette versus Aktivitätskette | 350 | ||
IV. Klimasorgfaltspflicht | 351 | ||
V. Enforcement | 351 | ||
B. Einfluss der Richtlinienvorgaben auf die zivilrechtliche Haftung | 352 | ||
I. Einfluss auf die vertragliche Haftung | 352 | ||
1. Compliance-, Weitergabe-, Informations- und Auditklauseln in der CSDDD | 355 | ||
2. Wirksamkeit von Klauseln in AGB zur Erfüllung der Sorgfaltspflichten de lege ferenda | 358 | ||
a) Mustervertragsklauseln | 359 | ||
aa) Unionsrechtskonforme Auslegung des § 307 BGB | 359 | ||
bb) Modifikation des § 310 BGB | 361 | ||
b) Sonderregeln zum Schutz von KMU | 363 | ||
II. Einfluss auf die deliktische Haftung für Menschenrechtsverletzungen | 365 | ||
1. Umsetzung des Art. 29 Abs. 1 CSDDD durch Aufhebung des § 3 Abs. 3 LkSG? | 367 | ||
2. Alternative: Modifikation des § 3 Abs. 3 LkSG | 370 | ||
3. Schaffung eines neuen Haftungstatbestandes | 371 | ||
4. Schaffung einer Eingriffsnorm | 373 | ||
III. Einfluss auf die deliktische Klimahaftung | 374 | ||
IV. Einfluss auf die Binnenhaftung | 377 | ||
V. Zusammenfassung | 379 | ||
7. Kapitel: Schluss | 380 | ||
A. Untersuchungsergebnisse | 380 | ||
I. Rechtliche Grundlagen des globalen Menschenrechtsschutzes | 381 | ||
II. Vertragliche Haftung inländischer Unternehmen | 381 | ||
III. Deliktische Haftung inländischer Unternehmen | 386 | ||
IV. Klimahaftung inländischer Unternehmen | 389 | ||
V. Regressansprüche gegen den Vorstand | 392 | ||
VI. Regressansprüche gegen den Menschenrechtsbeauftragten | 393 | ||
VII. Zur Schaffung eines zivilrechtlichen Haftungstatbestandes zum Schutz der Menschenrechte | 395 | ||
VIII. Zur Schaffung eines Klimasorgfaltspflichtengesetzes | 396 | ||
IX. Auswirkungen der EU-Lieferkettenrichtlinie | 399 | ||
B. Ausblick | 401 | ||
I. Zunahme von menschen- und umweltrechtsbezogenen Verfahren vor deutschen Zivilgerichten | 401 | ||
II. Die rechtspolitische Zukunft der unternehmerischen Verantwortung für Nachhaltigkeitsbelange in der Lieferkette | 403 | ||
Literaturverzeichnis | 406 | ||
Stichwortverzeichnis | 441 |