Menu Expand

Die Jagd nach den Piraten. Zur Herausbildung von Urheberrechten im Kontext der Oralität im subsaharischen Afrika

Diawara, Mamadou

Sociologus, Vol. 61 (2011), Iss. 1: pp. 69–89

Additional Information

Article Details

Pricing

Author Details

Mamadou Diawara, Institut für Ethnologie, Goethe-Universität Frankfurt, Grüneburgplatz 1, 60323 Frankfurt und Point Sud, Forschungszentrum Lokales Wissen, BP 3266, Bamako, Mali.

Cited By

  1. “La bibliothèque coloniale”, la propriété intellectuelle et la romance du développement en Afrique

    Diawara, Mamadou

    Canadian Journal of African Studies / Revue canadienne des études africaines, Vol. 48 (2014), Iss. 3 P.445

    https://doi.org/10.1080/00083968.2014.992798 [Citations: 0]

Abstract

Die Autorenrechte sind aus einer mehrere Jahrhunderte umfassenden Geschichte der rechtlichen Aneignung immaterieller Güter im Westen entstanden. Es geht um die Frage, was es bedeutet, wenn der imperiale Westen diese Rechte in Regionen der Welt einführt, die ihre eigenen Regeln hatten und weiterhin haben, wie mit besagten Gütern umzugehen ist. Dieser Beitrag diskutiert die lokalen Gepflogenheiten des Umgangs mit geistigem Eigentum im subsaharischen Afrika, um sich dann mit der lokalen Interpretation der eingeführten Gesetze und Konzepte auseinander zu setzen. Er zeigt, wie es den lokalen Akteuren, die sich der Herausforderungen der neuen Gesetzgebung bewusst sind, gelingt, aus ihrem benachteiligten Status und aus dem positiven Recht einen Vorteil zu ziehen. Sie tun dies, indem sie über die Piraten klagen, die sie um die ihnen zustehenden Gewinne bringen, wobei sie dem Staat für die mangelhafte Einhaltung der Autorenrechte die Schuld in die Schuhe schieben.

Summary

Author rights have developed from centuries of legal acquisition of immaterial goods in the Western hemisphere. A pressing question in this context concerns the meaning and the effects which the imposition by the imperial West of these legal structures has upon regions of the world that had and will continue to have their own sets of rules concerning the treatment of such goods. This article will discuss the local practices concerning the treatment of intellectual property in sub-Saharan Africa before examining the local interpretation of the newly introduced regulations and concepts. It will be shown how local agents, aware of the challenges these new laws entail, succeed in benefiting from their disadvantaged status and from positive law. They explicitly achieve this by complaining about pirates robbing them of their respective returns and blaming the state for its inefficiency in upholding the author rights.