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Wirtschaftsethische Perspektiven X

Wirtschaftsethik nach der Wirtschafts- und Finanzkrise

Editors: Neck, Reinhard

Schriften des Vereins für Socialpolitik, Vol. 228/X

(2015)

Additional Information

Book Details

About The Author

Reinhard Neck (Jahrgang 1951) studierte an der Universität Wien Statistik und Volkswirtschaft (Promotion 1975). Nach Assistententätigkeit an der Université de Fribourg und an der Wirtschaftsuniversität Wien (Habilitation 1991) war er Professor für quantitative Wirtschaftspolitik an der Universität Bielefeld und für Finanzwissenschaft an der Universität Osnabrück. Seit 1997 ist er Ordinarius für Volkswirtschaftslehre an der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt. Er ist Präsident der Karl Popper Foundation Klagenfurt. Forschungsaufenthalte an der Harvard University (1991/92) und an der University of California at Berkeley (2006), Gastprofessuren an der Stanford University (2001) und an der Universität Ljubljana.

Abstract

In diesem Buch werden aktuelle Themen der Wirtschaftsethik in Zeiten der Finanz- und Wirtschaftskrise behandelt. In den ersten vier Beiträgen werden grundlegende Fragen zur theoretischen Positionierung der Wirtschaftsethik im Spannungsfeld zwischen Ethik als Teildisziplin der Philosophie und Wirtschaftswissenschaft als Sozialwissenschaft gestellt und teilweise unterschiedlich beantwortet. Drei weitere Aufsätze widmen sich speziell dem Problem der Finanzkrise, die am Anfang der »Großen Rezession« stand; auch weiterhin sind die Finanzmärkte und ihre Regulierung eine »Baustelle« für Wirtschaftspolitik und Wirtschaftswissenschaften. Im Bereich der Finanzmärkte ist die Diskrepanz zwischen manchen Annahmen und Aussagen der Wirtschaftstheorie wie etwa der Theorie effizienter Märkte einerseits und den tatsächlichen Vorgängen in dieser Branche besonders augenfällig. Die letzten drei Beiträge behandeln Probleme der Ethik auf der Ebene des Betriebs und jener der Volkswirtschaft.

Table of Contents

Section Title Page Action Price
Vorwort 5
Inhalt 9
Peter Koller: Ethik und Ökonomik – Ein Begriffsrahmen 11
I. Einleitung 11
II. Ethik 13
III. Ökonomik 22
IV. Interdependenzen 29
Literatur 39
Karl Homann: Theoriestrategien der Wirtschaftsethik 45
I. Einleitung 45
II. Theoriestrategie I: Ethik gegen Ökonomik 47
III. Theoriestrategie II: Ethik mit ökonomischer Methode 52
IV. Zusammenfassung: Stärken und Schwächen beider Theoriestrategien 58
V. Schluss 60
Literatur 61
Harald Stelzer: Moral und Wirtschaftals Problemlösungsprozesse 67
I. Der Ort der Moral in der Wirtschaft 67
II. Grundlagen des Problemlösungsansatzes 70
III. Die Adäquatheitsprüfung von Problemlösungsalternativen 74
IV. Die Reflexion der axiologischen Basis 77
V. Die Anwendung auf die Wirtschaftsethik 80
VI. Eigene Vorteilserwartung und moralisches Verhalten 84
VII. Schlusswort 89
Literatur 90
Michael Schramm: Die menschliche Natur „schubsen“. Moralökonomisches Anreizmanagement in der Behavioral Business Ethics 95
I. „OK, Milt. Let’s do that!“ 95
II. Differente Interessen und Anreize. Zur moralökonomischen Pluralität der menschlichen Natur 97
1. Die Kindertagesstätte 97
2. Ultimatum- und Diktator-Spiel 99
3. Cheating, but not too much … 101
III. Unterschiedliche „Nudges“ im moralökonomischen Anreizmanagement 104
IV. Moralische Interessen im Economic Approach und im Behavioral Ethics Approach 106
1. Moralische Interessen im Economic Approach von Gary S. Becker 107
2. Moralische Interessen im Behavioral Ethics Approach 109
V. Prospect Theory. Entscheidungen von „Humans“ 110
1. Die „Rational Choice“ von „Econs“: „Expected Utility Theory“ 111
2. Das Modell für „Humans“: „Prospect Theory“ 114
3. Differente Arbeitsanreize für „Humans“ 116
4. „Why Big Bonuses Don’t Always Work“56 118
VI. Virtueller Kapitalismus & menschliche Natur. Oder: „Why Dealing with Cash Makes Us More Honest“ 120
VII. Schluss 125
Literatur 126
Peter Koslowski: Finanzkrise und Finanzethik: Financial Overstretch und Hyperspekulation als wirtschaftsethisches Problem 129
I. Die Finanzkrise – Systemkrise oder Handlungskrise? 129
II. Reinökonomische versus Ethische Ökonomie 134
III. Die Hyper-Inzentivierung und die Hybris der Finanzmanager 137
IV. Easy Credit und die Hybris des Konsumenten als Formen des Financial Overstretch 141
V. Hyperspekulation: Das funktionale und das dysfunktionale Ausmaß von Finanzwetten auf Derivate 144
VI. Das Prinzip des „Shareholder Primacy“ und die Hyperspekulation: Spekulationstatt Produktion als Managementaufgabe 146
Literatur 147
Joachim Wiemeyer: Finanzmarktspekulation aus der Sicht der Christlichen Sozialethik 151
I. Einleitung 151
II. Die Konjunkturabhängigkeit der Beschäftigung mit „Spekulation“ 153
III. Nell-Breunings Grundlagenwerk über die Börsenmoral 156
IV. Zusammenfassung 162
V. Finanzmarktspekulation in der Gegenwart 163
1. Entwicklung der Finanzmärkte in der Nachkriegszeit 163
2. Zur Problematik der aktuellen Finanzmarktspekulation 167
VI. Schlussbemerkung 175
Literatur 176
Helge Peukert: Finanzmarktreformenaus wirtschaftsethischer Sicht 179
I. Einleitung 179
II. Ein rudimentäres Menschenbild 181
III. Zwei Paradigmen der Finanzmärkte und einige Wirkungsvermutungen 186
IV. Der Sinn desWirtschaftens: Ethische Minimalia und eine erste Anwendung 190
V. Weitere Reformvorschläge aus wirtschaftsethischer Sicht 194
VI. Resümee und ein kurzer Blick auf Euroland 206
Literatur 213
Michaela Haase: Ethische Dimensionen von Marketingtheorien: Das Beispiel von Transaktionen und Beziehungen 217
I. Einleitung 217
II. Der traditionelle Marketingansatz – das Selling und Marketing Concept 219
1. Marketing für Massenmärkte 219
2. Ansatzpunkte für ethische Fragestellungen 222
3. Ausgewählte Kritikpunkte am traditionellen Marketingansatz 224
a) Die 4 Ps oder die Ausrichtung der Kommunikation am Produkt 224
b) Die Vernachlässigung von Nutzungsprozessen 224
c) „Spot transactions“ und „discrete transactions“ 225
d) Die „goods-dominant view“ 226
III. Neue Ansätze in Marketingtheorie und -praxis 226
1. Industrielle Dienstleistungen als Treiber ökonomischen Wandels 226
2. Transaction Marketing versus Relationship Marketing 229
3. Ethische Fragestellungen 230
IV. Ökonomische Grundlagen einer nicht dichotomen Betrachtung von Transaktionen und Beziehungen 231
1. Drei Typen von Transaktionen 232
2. Transaktion und Beziehung 232
3. Ethische Fragestellungen 235
V. Zusammenfassung und Schlussfolgerungen 236
Literatur 238
Diana Grosse: Die geschichtliche Entwicklung der Betriebsratsmitbestimmung 243
I. Einleitung 243
II. Vorgehensweise 243
III. Theoretische Basis 244
1. Transaktionskosten als Bewertungsmaßstab für Institutionen 244
a) Grundlagen 244
b) Auswahl einer geeigneten Institution 246
c) Der Einfluss realer Gegebenheiten 247
d) Einwände gegen Pfadabhängigkeit 248
2. Eine Analyse der Institution Mitbestimmung 249
a) Freiwillige Mitbestimmung 249
b) Gesetzliche Mitbestimmung 251
3. Das ökonomische Modell der Demokratie von Downs 252
4. Hypothesen 253
IV. Arbeiterausschüsse als erste Mitbestimmungsregelungen 255
1. Freiwillige Arbeiterausschüsse 255
2. Obligatorische Einführung einer Arbeitsordnung 257
3. Obligatorische Arbeiterausschüsse im Bergbau 258
V. Die Mitbestimmungsgesetze derWeimarer Republik 259
1. Das Vaterländische Hilfsdienstgesetz 259
2. Das Arbeitsgemeinschaftsabkommen vom November 1918 260
3. Die Regelungen der Mitbestimmungsgesetze 262
a) Das Betriebsrätegesetz 262
b) Die Aufsichtsratsmitbestimmung 264
4. Errichtungskosten der Mitbestimmungsgesetze 264
a) Das Institutionennetzwerk: Tarifvertragsordnung und Weimarer Verfassung 265
b) Die soziale Lage der Arbeiter nach dem Ersten Weltkrieg 266
c) Die Position der Wirtschaftsverbände 268
d) Die Position der SPD 269
e) Die Position der Koalitionspartner 271
f) Die Ideologie der Sozialisierung 272
5. Die Handhabung der gesetzlichen Regelungen 273
a) Die industriellen Beziehungen im Leverkusener Farbenwerk 273
aa) Die Phase der Kooperation 274
bb) Streikbewegungen 275
cc) Die Phase der Stagnation 275
b) Die industriellen Beziehungen bei der Gelsenkirchener Bergbau AG (GBAG) 276
6. Beurteilung der Gesetze 280
VI. Die Mitbestimmungsgesetze in der BRDAnfang der 1950er Jahre 282
1. Das Potsdamer Abkommen 283
2. Das Betriebsrätegesetz der Alliierten 284
3. Die Entflechtungs- und Neuordnungsmaßnahmen der Alliierten 285
4. Die Vorstellungen (Mental Models) der Interessengruppen 288
a) Die Mitbestimmungskonzepte der Gewerkschaften und der Unternehmer 288
b) Die Positionen der Regierungsparteien 291
5. Das Institutionennetzwerk: Das Grundgesetz 294
6. Die Entstehungsgeschichte 295
7. Das Betriebsverfassungsgesetz von 1952 297
a) Die gesetzlichen Regeln 297
b) Die Bewährung in der Praxis 301
8. Die Reformen 302
a) Das Reformgesetz von 2001 302
b) Das Drittelbeteiligungsgesetz 303
c) Der Europäische Betriebsrat 304
VII. Fazit 305
Literatur 308
Reinhard Neck: „Rationalisierung der Wirtschaftspolitik“ oder rationale Begründung von Wirtschaftsethik? 313
I. Einleitung 313
II. Zum Rationalitätsbegriff 314
III. Ein Forschungsprogramm der Theorie der Wirtschaftspolitik: John Neville Keynes 316
IV. Das normative Element in der Theorie der Wirtschaftspolitik 318
1. Die mikroökonomische Theorie der Wirtschaftspolitik 318
2. Die Ordnungstheorie der Wirtschaftspolitik 321
3. Die makroökonomische Theorie der Wirtschaftspolitik 322
4. Die Ökonomische Theorie der Politik und die Wirtschaftspolitik 324
V. Kritisch-rationale Bewertung von wirtschaftspolitischen Programmen 326
1. Wirtschaftspolitische Programme 326
2. Ein Vorschlag: „Simulative Optimierungen“ 327
3. Systematische Einordnung des Vorschlags 330
4. Einige Einwände 332
VI. Abschließende Bemerkungen 334
Literatur 334