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Wettbewerb in der Internetökonomie

Editors: Oberender, Peter

Schriften des Vereins für Socialpolitik, Vol. 292

(2003)

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Book Details

Abstract

Das Internet hat im Wirtschaftsleben vielfach hoch gesteckte Erwartungen geweckt. Von dieser Euphorie ist mittlerweile nichts mehr zu spüren; von "Neuer Ökonomie" ist nur noch vereinzelt die Rede. Dennoch wäre es falsch, den Einfluß des Internets auf die Wirtschaft völlig zu negieren. Sowohl die Internet-Gründungswelle als auch die anschließende Korrekturphase sind Ausdruck eines "Wettbewerbs als Entdeckungsverfahren". Vor diesem Hintergrund hat die "Arbeitsgruppe Wettbewerb" im Wirtschaftspolitischen Ausschuss des Vereins für Socialpolitik ausgewählte Aspekte der Internetökonomie im Rahmen ihrer Jahrestagung 2002 in Linz aufgegriffen. Die dort gehaltenen Vorträge sind in dem vorliegenden Band abgedruckt.

Arnold Picot und Dominik K. Heger (Institut für Unternehmensentwicklung und Organisation an der Ludwig Maximilian Universität München) führen in die Thematik ein. Sie zeigen die wettbewerbspolitischen Implikationen der Internetökonomie auf. Per Christiansen (AOL Deutschland) befaßt sich mit den Aspekten der Regulierung und Selbstregulierung der Wirtschaftsprozesse im Internet und geht dabei besonders auf die Rolle der Provider ein.

Zu Beginn der Internet-Euphorie waren viele Experten davon ausgegangen, daß das Internet den Handel revolutionieren werde. Wie sich die Situation tatsächlich entwickelt hat und welche Möglichkeiten die Zukunft bietet, zeigt Barbara Franke (PrimusToyzone.de). Medien und Internet sind das Thema von Jochen Becker (Frankfurter Allgemeine Zeitung). Er diskutiert, wie sich das Verhältnis von traditionellen Medien - insbesondere der Tageszeitung - und Internet entwickeln könnte. Den Einfluß von internetgestützten Handelsformen auf die Beziehungen zwischen Automobilzulieferern und Automobilherstellern untersucht Klaus Urbat (Arbeitsgemeinschaft Zuliefererindustrie). Auktionen und elektronische Marktplätze bilden den Schwerpunkt seiner Betrachtungen. Ein Beispiel dafür, wie das Internet als Katalysator von Geschäftsideen dient, liefert Ralf Däinghaus, Gründer der Internetapotheke 0800DocMorris.

Die in diesem Band veröffentlichten Vorträge sind sowohl für Wissenschaftler als auch Praktiker interessant. Sie legen die Schlußfolgerung nahe, daß die so genannte "alte" und "neue" Ökonomie immer mehr zu einer nicht mehr zu unterscheidenden Einheit verschmelzen.

Table of Contents

Section Title Page Action Price
Vorwort 5
Inhaltsverzeichnis 7
Arnold Picot / Dominik K. Heger: Braucht das Internet eine neue Wettbewerbspolitik? 9
A. Einleitung 9
B. Markt und Wettbewerbspolitik 9
I. „Der Markt 9
II. Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen 11
1. Marktstruktur 12
2. Behinderungswettbewerb 12
3. Nicht wettbewerbsgerechte Marktergebnisse 13
III. Wettbewerbspolitische Eingriffsmöglichkeiten 13
C. Das Internet 15
I. Die Infrastruktur Internet 15
II. Die Internetnutzung 16
1. Nicht-kommerzielle Internetnutzung 16
2. Kommerzielle Internetnutzung 17
III. Ökonomische Besonderheiten des Internet 18
1. Reduktion von Transaktionskosten 19
2. Dematerialisierung und Digitalisierung 19
3. Economies of Scale und Scope 20
4. Standards und Netzeffekte 21
5. Neue Formen der Kooperation und vernetzten Zusammenarbeit 24
6. Auflösung der Grenzen zwischen Branchen 27
IV. Internet und Wettbewerbspolitik 28
1. Marktstruktur 28
2. Behinderungswettbewerb 30
3. Nicht wettbewerbsgerechte Marktergebnisse 32
D. Fazit 32
Literatur 34
Per Christiansen: Internet Governance 39
A. Einleitung 39
B. Formen der Internet Governance 40
I. Regulierung 40
II. Selbstregulierung 45
III. Regulierte Selbstregulierung 51
IV. Technische Regulierung 52
V. Gesucht: Eine Theorie der Auswahl des geeigneten Steuerungsinstruments 53
C. Die Rolle der Provider in der Internet Governance 54
I. Content-, Host- und Access-Provider 54
II. Innenbeziehungen des Providers zu seinen Kunden 56
III. Provider in der Internet-Struktur 58
IV. Provider als Adressaten von Regulierungsmaßnahmen 58
D. Lessons learnt 62
Barbara Franke: Powershopping. Strategische Implikationen und Zukunftsperspektiven am Beispiel von PrimusOnline.de 65
A. Das Unternehmen PrimusOnline.de 66
I. Basisdaten 66
II. Positionierung 67
III. Wettbewerbsvorteile und Konkurrenzsituation 68
Β. Powershopping 71
I. Die Idee 71
II. Das Einkaufsprinzip 72
III. Umsetzung und Ergebnisse 73
1. Die Umsetzung bei PrimusOnline 73
2. Wettbewerbssituation 74
3. Reaktionen von Medien und Herstellern 74
4. Konsumenten 75
5. Strukturelle Ergebnisse 77
IV. Die Konsequenzen 77
C. Zukunftsperspektive 79
Jochen Becker: Auswirkungen des Internets auf die deutsche Medienlandschaft aus Sicht einer überregionalen Tageszeitung 81
A. Faktenlage 81
Β. Ende der Ära Gutenberg oder Renaissance der Printmedien? 82
C. Strategische Reaktionen 83
D. Zukünftige Aufgaben 84
I. Kannibalisierung vermeiden 84
II. Kernkompetenzen herausstellen 85
III. Die Generation @ für die Zeitung gewinnen 86
E. Schluß 88
Klaus Urbat: Die Rolle vorgelagerter Wirtschaftszweige angesichts der Nachfragebündelung auf elektronischem Wege – dargestellt am Beispiel der Automobilindustrie 89
A. Die Arbeitsgemeinschaft Zulieferindustrie 89
B. Vorgelagerte Wirtschaftszweige und E-Business 90
C. Marktplätze und Auktionen 91
I. Auktionen und ihre Gestaltung 92
II. Elektronische Marktplätze 94
D. Schlußfolgerungen 95
Ralf Däinghaus: Internet-Versandhandel und die Strukturen des Arzneimittelmarktes – Ein Erfahrungsbericht aus Sicht von 0800DocMorris 97
A. 0800DocMorris – Das Unternehmen 97
I. Charakteristika 97
II. Wer kauft bei 0800DocMorris? 99
III. Wie funktioniert 0800DocMorris? 102
IV. Geschäftsverlauf 106
B. Wirkung von 0800DocMorris 106
I. Verhalten der Krankenkassen zu 0800DocMorris 106
II. Fällt das „goldene Monopol“? 108
C. Ausblick 113