Menu Expand

Globalisierung der Wirtschaft: Ursachen - Formen - Konsequenzen

Editors: Berg, Hartmut

Schriften des Vereins für Socialpolitik, Vol. 263

(1999)

Additional Information

Book Details

Abstract

Seit langem wächst der Welthandel deutlich stärker als das Weltsozialprodukt. Ein zunehmender Teil dieses Handels besteht dabei aus dem Austausch von Dienstleistungen. Auch die Direktinvestitionen, durch die ausländische Investoren in den jeweiligen Zielländern Unternehmen gründen, erwerben, modernisieren oder erweitern, nehmen seit Mitte der 80er Jahre erheblich rascher zu als die Weltproduktion. Beleg für den hohen Grad und das zügige Fortschreiten der "Vernetzung" der Weltwirtschaft ist schließlich die geradezu ungestüme Dynamik, mit der sich in den letzten Jahrzehnten die internationalen Geld- und Kapitalmärkte entwickelt haben.

Für die Träger der nationalen Wirtschaftspolitik ergeben sich aus diesem Prozeß der Globalisierung bedeutsame Konsequenzen. Mit ihnen befaßte sich die Jahrestagung 1998 des Wirtschaftspolitischen Ausschusses des Vereins für Socialpolitik, die vom 31. März bis 2. April 1998 in Hamburg stattfand und deren Referate hiermit vorgelegt werden. Ungeachtet der unterschiedlichen Fragestellungen dieser Beiträge und ungeachtet auch der Unterschiede in Ansatz und Methode stimmen doch alle Autoren in der Auffassung grundsätzlich überein, daß der Prozeß der Globalisierung nicht vornehmlich als Bedrohung gesehen werden sollte, sondern daß er dort sehr attraktive Chancen zur Wohlfahrtssteigerung eröffnet, wo es gelingt, die sich mit diesem Prozeß verbindenden Anpassungserfordernisse überzeugend zu meistern.

Table of Contents

Section Title Page Action Price
Vorwort 5
Inhaltsverzeichnis 7
Wolf Schäfer: Globalisierung: Entmonopolisierung des Nationalen? 9
A. Wandel der Marktmorphologie in der Weltwirtschaft 9
B. Elemente des Systemwettbewerbs 11
C. Internationale politische Kartelle 13
D. Elemente der Harmonisierung 14
E. Löhne und Beschäftigung 16
F. Fazit 18
Literatur 19
Theresia Theurl: Globalisierung als Selektionsprozeß ordnungspolitischer Paradigmen 23
A. Globalisierungsbedingte ordnungspolitische Reform als Sachzwang 23
B. Reforminhalt: Ordnungspolitisches Paradigma 27
C. Globalisierung als Auslöser von Wettbewerbsprozessen 28
I. Facetten der Globalisierung 29
II. Ursachen, Kanäle und Wirkungen der Globalisierung 29
III. Ausmaß der Globalisierung 31
D. Wettbewerb als Selektionsprozeß 33
I. Erwartungen an den Wettbewerb zwischen nationalen ordnungspolitischen Regimen 33
II. Funktionsweise des Wettbewerbs zwischen nationalen ordnungspolitischen Regimen 34
E. Die Wettbewerbsautomatik: Systemwettbewerb als hinreichende Entwicklung für ordnungspolitischen Wandel 36
F. Politische Märkte als Hemmschuh für den notwendigen ordnungspolitischen Wandel 41
Literatur 45
Renate Ohr: Internationale Wettbewerbsfähigkeit einer Volkswirtschaft: Zur Aussagefähigkeit ausgewählter Indikatoren 51
A. Zur Abgrenzung des Begriffs „internationale Wettbewerbsfähigkeit einer Volkswirtschaft 51
I. Problemstellung 51
II. Internationale Wettbewerbsfähigkeit und Außenhandelstheorie 52
III. Merkmale internationaler Wettbewerbsfähigkeit: Absatzfähigkeit, Standortvorteile und technologische Leistungsfähigkeit 54
Β. Indikatoren der „ability to sell 56
I. Leistungsbilanzsaldo 56
II. Preisliche Indikatoren 58
III. Das Kaldor-Paradoxon 58
IV. Weltmarktanteile 60
C. Indikatoren der „ability to attract 60
D. Indikatoren der „ability to innovate 62
I. Technologische Leistungsfähigkeit und Industrierenten 63
II. Zur Operationalisierung technologischer Wettbewerbsfähigkeit 63
E. Fazit 64
Literatur 65
Friedrich L. Seil: Anforderungen an immobile Produktionsfaktoren vor dem Hintergrund der Globalisierung 69
A. Einleitung 69
B. Globalisierung: verschiedene ökonomische Interpretationsversuche 70
C. Immobile Produktionsfaktoren: verschiedene ökonomische Interpretationsversuche 73
I. Unterschiedliche Aspekte der Faktorimmobilität 73
II. Eine einfache Erklärung strategischer Immobilität 75
D. Der Beitrag der reinen Außenhandelstheorie zur Erklärung von Globalisierung 77
I. Einführung 77
II. Direktinvestitionen im „Süden\" und Unternehmenszusammenschlüsse im „Norden 78
III. Verstärkter Nord-Süd-Handel 83
IV. Weltwirtschaftliche Faktorvermehrung 92
E. Immobile Produktionsfaktoren in einer globalisierten Weltwirtschaft: Was ist zu tun? 95
Literatur 96
Rolf Η. Hasse: Intra-Firmenhandel und Protektionismus. Ein Beitrag zur endogenen Abwehr der Nachfrage nach Protektionismus 103
A. Das Problem: Existiert das Problem Protektionismus weiter? 103
B. Die Arbeitshypothesen 104
C. Intra-Firmenhandel: Formen und Entwicklung 106
D. Empirische Aspekte des Intra-Firmenhandels 108
E. Die Nachfrage nach Protektionismus mit und ohne international vertikal verflochtenen MNU 109
I. Fall 1a: Die „klassische Asymmetrie\" auf dem Markt für Protektionismus 110
II. Fall 1b: Das „freiwillige Selbstbeschränkungsabkommen 110
III. Fall 2: Der erweiterte „klassische\" Fall: Protektionismus für ein Inputprodukt 111
IV. Fall 3a: Handelsbeschränkung bei international vertikaler Produktion 112
V. Fälle 3b und 3c: Handelsbeschränkung bei international vertikaler Produktion, aber geänderter Interessenvertretungen 113
VI. Fall 3c: Protektion bei national und international vertikaler Verbundproduktion für ein Fertigprodukt 115
F. Die Rolle der Banken 115
G. Zwischenbilanz 116
Literatur 117
Norbert Berthold / Jörg Hilpert: Sozialstandards unter globalem Druck: Erhalten, senken, erhöhen? 127
A. Einleitende Bemerkungen 127
B. Sind sinnvolle Sozialstandards überlebensfähig? 128
C. Welche Sozialstandards kommen unter Druck? 135
D. Führt verstärkter Außenhandel zu höheren Sozialstandards? 146
E. Schlußfolgerungen 153
Literatur 154
Siegfried F. Franke: Sozialdumping durch Schwellenländer? Begründungen und Probleme der Forderung nach Sozialstandards 157
A. Sozialdumping, Sozialimperialismus oder Sozialprotektionismus? Der Streit um eine alte Forderung 157
B. Sozialstandards - Begründungslinien und sozialstaatliche Einordnung 159
I. Die Begründung von Sozialstandards im einzelnen 159
1. Die humanitäre Begründung 159
2. Die entwicklungspolitische Begründung 161
3. Die handelspolitische Begründung 162
4. Verhüllung westlicher Eigeninteressen 163
II. Idealtypische Sozialstaatsmodelle und Etappen ihrer Umsetzung 164
1. Der Ausgangspunkt: Vom liberalen Rechtsstaat zum sozialen Rechtsstaat 164
2. Kennzeichnung der Sozialstaatsmodelle im einzelnen 165
a) Das liberale Sozialstaatsmodell 165
b) Das sozialdemokratische Sozialstaatsmodell 166
c) Das kommunitaristische Sozialstaatsmodell 167
3. Etappen der sozialstaatlichen Entwicklung 167
a) Neugestaltung der Sozialstruktur als Voraussetzung effizienter Allokation 167
b) Der Ausgleich von Marktunvollkommenheiten und die Kreierung von Leistungsrechten 168
c) Der parallele Rückgang familiärer und genossenschaftlicher Sicherungen 169
d) Unbeachtet, aber wichtig: Der Aufbau kommunaler Infrastrukturen 170
e) Zusammenfassung 171
aa) Zweistufige Sozialstaatsentwicklung 171
bb) Einige Beispiele 171
C. Sozialdumping und Sozialstandards: Versuch einer Bewertung 172
I. Das Gebot der Zeit: Nutzung komparativer Vorteile und Abbau von „Sozialspeck 172
II. Niedrige Sozialstandards als Folge oligarchischer Verhältnisse 173
III. Überlegungen zum Mitteleinsatz 174
1. Das Spannungsverhältnis von Gesinnungsethik und Verantwortungsethik 174
2. Technische Hilfe und „know how\" für den Aufbau kommunaler Infrastrukturen 175
D. Ausblick: Stufen der weiteren handelspolitischen Integration 176
I. Gerechtigkeit oder Ökonomie versus Gerechtigkeit durch Ökonomie 176
II. Grobe Stufen der Förderung sozialer Standards 176
Literatur 178
Horst Gischer: Kapitalmarktintegration, Zinsvolatilität und gewerbliche Kreditnachfrage 183
A. Problemstellung 183
B. Integrierte Finanzmärkte: Theorie und Praxis 184
I. Institutionelle Anpassungen 184
II. Qualitativ-quantitative Perspektive 187
III. Empirische Bestandsaufnahme 188
C. Zum Finanzierungskalkül privater Unternehmen 192
D. Auslandsverbindlichkeiten inländischer Unternehmen und komparative Zinsentwicklung: Empirische Resultate 195
E. Interpretation und Ausblick 202
Anhang 203
Literatur 205