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Arbeitsmarkt und Beschäftigung: Deutschland im internationalen Vergleich

Editors: Berg, Hartmut

Schriften des Vereins für Socialpolitik, Vol. 272

(2000)

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Abstract

Deutschland ist in den Bemühungen, die hohe Arbeitslosigkeit deutlich zu verringern, in den letzten Jahren nicht sehr erfolgreich gewesen. Um das weitgehende Scheitern der bisherigen Arbeitsmarkt- und Beschäftigungspolitik zu beschönigen, wird häufig behauptet, Arbeit sei grundsätzlich knapp und drohe zudem künftig immer knapper zu werden. Um die Zahl der Beschäftigten zu steigern, müsse folglich das insgesamt zur Disposition stehende Arbeitsvolumen auf eine größere Zahl von Arbeitskräften aufgeteilt werden. Da eine derartige Umverteilung zumeist nicht kostenniveauneutral ist, läuft sie Gefahr, langfristig eher weniger als mehr Beschäftigung zu bewirken. Dieser enttäuschende Befund sollte nun keinesfalls zur Vermutung verleiten, daß das Problem einer hohen Arbeitslosenquote grundsätzlich unlösbar sei. Zeigt doch der internationale Vergleich, daß in anderen Volkswirtschaften in großem Umfang neue Arbeitsplätze geschaffen werden konnten. Es ist somit ohne Zweifel lohnend, sich mit den Erfolgen dieser Länder intensiv zu befassen, um zu erkennen, was in der eigenen Volkswirtschaft unterlassen wurde oder was man hier falsch gemacht hat.

Die Jahrestagung 1999 des Wirtschaftspolitischen Ausschusses im Verein für Socialpolitik, die vom 23. bis 25. März 1999 in Bayreuth stattfand, hat sich dieser Thematik angenommen. Die dazu vorgelegten Beiträge werden durch diesen Tagungsband dokumentiert und zur Diskussion gestellt. Behandelt werden Fehlentwicklungen auf den Arbeitsmärkten der alten und der neuen Bundesländer. Gezeigt wird, daß in Frankreich, ähnlich wie in Deutschland, vornehmlich eher vordergründig und bestenfalls kurzfristig wirksame Symptomtherapie betrieben wurde, während es in den USA und den Niederlanden gelungen ist, durch marktwirtschaftliche Lösungen und neue Konzepte das Beschäftigungsproblem mit beachtlichem Erfolg anzugehen. Deutlich wird auch, daß die Europäische Währungsunion nicht gleichsam automatisch zu mehr Beschäftigung führen wird. Schließlich werden neue Konzepte für die Tarifpolitik in Deutschland vorgestellt und auf ihre Brauchbarkeit hin überprüft.

Table of Contents

Section Title Page Action Price
Vorwort 5
Inhaltsverzeichnis 7
Ullrich Heilemann: Arbeitsmarkt und Löhne – was haben wir gelernt? Zum Wandel der Tariflohndeterminanten in der Bundesrepublik 1952 bis 1997 9
A. Einleitung 9
B. Hypothesen zur tariflichen Lohndynamik in der Bundesrepublik 13
C. Empirische Ergebnisse 14
I. Schätzergebnisse 19
II. Wandel 25
III. Erklärungen für den Wandel? 29
IV. Zu den Tariflohnwirkungen 32
D. Zusammenfassung und wirtschaftspolitische Schlußfolgerungen 33
Zu den Daten 35
Literatur 35
Ansgar Belke / Wim Kösters: Asymmetrische Schocks, Arbeitsmärkte und finanzpolitische Anpassung in der EWU 39
A. Einführung 39
B. Anpassungsmechanismen bei asymmetrischen Schocks – eine weit verbreitete Sicht 40
I. Mehr oder weniger asymmetrische Schocks im Gefolge der EWU? 41
II. Die Bedeutung automatischer Stabilisatoren 42
III. Gründe für einen Stabilisierungsfonds 42
IV. Stabilisierungsfonds und Stabilitätspakt: Komplemente oder Konkurrenz? 43
C. Ökonomische Beurteilung der gängigen Argumente für (institutionelle) Anpassungen an asymmetrische Schocks 44
I. Zur nationalen Dimension asymmetrischer Schocks 45
1. Allgemeine Anmerkungen 45
2. Divergierende Wirkungen einer gemeinsamen Geldpolitik: regionale versus nationale Dimension 46
a) Gemeinsame Geldpolitik bei von Land zu Land unterschiedlichen Konjunkturphasen? 46
b) Unterschiedliche Wirkungen einer einheitlichen Geldpolitik? 48
aa) Die Bedeutung unterschiedlicher Finanzmarktstrukturen 48
bb) Die Rolle unterschiedlicher realer Strukturen 50
II. Zur regionalen Dimension asymmetrischer Schocks 52
III. Zur Bedeutung asymmetrischer externer Schocks für die Arbeitslosigkeit in der EU 54
IV. Asymmetrische Schocks und bisherige Intra-EWS-Wechselkursvariabilität 56
V. Mehr asymmetrische Schocks bei Integration der mittel- und osteuropäischen Volkswirtschaften? 58
D. Zur Notwendigkeit eines europäischen Stabilisierungsfonds 59
I. Gibt es genügend Instrumente zur Absorption asymmetrischer Schocks? 59
1. Marktmäßige Anpassungsmechanismen 59
2. Institutionelle Anpassungsmechanismen 62
II. Neue Instrumente für die Schock-Absorption? 64
III. Stabilitätspakt und asymmetrische Schocks 65
E. Schlußbemerkungen 66
Literatur 69
François Bilger: Der französische Arbeitsmarkt 77
A. Einleitung 77
B. Die Entwicklung der Arbeitsmarktlage 78
I. Die Beschäftigung 79
II. Die Arbeitslosigkeit 81
C. Die Arbeitsmarkt- und Beschäftigungspolitik 85
I. Der Lohnbildungsprozeß und die Arbeitskosten 86
II. Die Reglementierung der Beschäftigung und der Arbeitszeit 90
III. Aktive beschäftigungspolitische Maßnahmen 94
D. Fazit 98
Literatur 99
Kees van Paridon: Arbeitsmarktentwicklung in den Niederlanden seit 1983 101
A. Einleitung 101
B. Vom Wirtschaftswunder zur Wirtschaftskrise zum Wirtschaftswunder? 101
C. Die Wende um 1983 103
D. Die zweite Wende 106
E. Die Erfolge am Arbeitsmarkt: real oder ... ? 109
F. Welche Perspektiven bestehen? 114
G. Die wichtigsten Ursachen der Beschäftigungsentwicklung 115
H. Die Kosten des Kurswechsels 117
I. Eine positive Schlußbilanz? 119
Literatur 119
Horst Gischer / Guido Henkel: Strukturwandel zwischen Produktivitätskriterium und Beschäftigungsziel: Das Beispiel Sachsen-Anhalt 121
A. Problemstellung 121
B. Determinanten der Arbeitsnachfrage – einige theoretische Bemerkungen 122
C. Instrumente der Arbeitsmarktpolitik aus regionaler Perspektive 128
D. Arbeitsmarktkonsequenzen des Strukturwandels in Sachsen-Anhalt 131
Literatur 145
Renate Neubäumer: Der amerikanische Arbeitsmarkt – ein Modell für die Bundesrepublik Deutschland? 147
A. Einführung 147
B. Die Entwicklung des amerikanischen und des deutschen Arbeitsmarktes seit 1970 151
C. Die Bedeutung unterschiedlicher institutioneller Rahmenbedingungen in den Vereinigten Staaten und der Bundesrepublik Deutschland 157
I. Die Darstellung zentraler institutioneller Rahmenbedingungen 157
1. Das Banken- und Finanzsystem 159
2. Das Bildungs- und Ausbildungssystem 160
3. Die Arbeitsbeziehungen 165
II. Ausgewählte Auswirkungen unterschiedlicher institutioneller Rahmenbedingungen 172
1. Die Ausgestaltung der Produktionsprozesse 172
2. Die gewählten Gütermarktstrategien 174
3. Unterschiede in der Einkommensverteilung und ihre Folgen für das Arbeitsangebot 178
D. Zusammenfassung und abschließende Bemerkung 181
Literatur 183
Rainer Klump: Dialogorientierte Wirtschaftspolitik – Ein Weg zu mehr Beschäftigung? 195
A. Einleitung 195
B. Vorläufer und Vorbilder dialogorientierter Wirtschaftspolitik 196
C. Elemente einer ökonomischen Analyse dialogorientierter Wirtschaftspolitik 198
I. Makroökonomische Aspekte 198
II. Mikroökonomische Aspekte 199
III. Institutionenökonomische Aspekte 201
1. Das Informationsproblem 201
2. Das Vertrauensproblem 203
3. Das Verteilungsproblem 205
D. Dialogorientierte Wirtschaftspolitik – Eine konsequente Weiterentwicklung der Sozialen Marktwirtschaft? 207
E. Zusammenfassung 209
Literatur 210
Wolfgang Kerber: Korreferat zu Rainer Klump: Dialogorientierte Wirtschaftspolitik – Ein Weg zu mehr Beschäftigung? 213
Literatur 218
Norbert Berthold / Rainer Fehn: Aggressive Lohnpolitik, überschießende Kapitalintensität und steigende Arbeitslosigkeit: Können Investivlöhne für Abhilfe sorgen? 219
A. Einleitende Bemerkungen 219
B. Die Ursachen der Beschäftigungsmisere 221
I. Das neoklassische Referenzmodell 221
II. Steigende Arbeitslosigkeit aufgrund politisch verursachter Quasirenten 224
1. Ökonomisch-intuitive Darstellung der Zusammenhänge 224
2. Das Modell spezifischer Nettoinvestitionen und opportunistischen Verhaltens 228
3. Wie läßt sich im Rahmen des Modells die steigende Arbeitslosigkeit begründen? 232
C. Helfen Investivlöhne, Arbeitslosigkeit aufgrund politisch verursachter Quasirenten abzubauen? 239
D. Schlußbemerkungen 245
Literatur 247
Siegfried F. Franke: Flexibel und solidarisch – Pragmatische Ansätze in der Arbeitsmarktpolitik Dänemarks 251
A. Die Ausgangssituation 251
I. Basisdaten 251
1. Bevölkerung und Wirtschaftsstruktur 251
2. Wirtschaftliches Wachstum 252
3. Inflation und Staatsverschuldung 253
4. Die Entwicklung am Arbeitsmarkt 253
II. Arbeitsmarktrelevante institutionelle Regelungen 254
III. Zwischenfazit: Dringend gebotene Neuregelungen 257
B. Die Arbeitsmarktpolitik ab 1994: Ein policy-mix aus nachfrage- und angebotsorientierten Maßnahmen 257
I. Arbeitsmarktpolitik im weiteren Sinne: Nachfrage- und angebotsorientierte Maßnahmen bei mittelfristig angestrebter Konsolidierung der Staatsfinanzen 257
II. Arbeitsmarktpolitische Maßnahmen im engeren Sinne 260
1. Aktive Arbeitsmarktpolitik: Heranführung des Arbeitsangebots an die Erfordernisse der Arbeitsnachfrage 260
a) Zielsetzungen und gesetzliche Grundlagen 260
b) Die Mittel im einzelnen 261
2. Passive Arbeitsmarktpolitik: Reduzierung des Arbeitsangebotes 266
a) Zielsetzungen und gesetzliche Grundlagen 266
b) Die Regelungen im einzelnen 267
C. Zusammenfassung und Beurteilung der Ergebnisse 268
I. Zu den Ergebnissen 268
II. Ansatzpunkt einer Bewertung 269
D. Ein kurzer Ausblick: Welche Konsequenzen könnte Deutschland aus den dänischen Erfahrungen ziehen? 271
Literatur 273
1. Bücher und Aufsätze 273
2. Beiträge und Informationen im Internet ohne Verfasserangabe 275