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Der Regress von Verbandsgeldbußen im Kapitalgesellschaftsrecht

Hauff, Rebecca

Abhandlungen zum Deutschen und Europäischen Gesellschafts- und Kapitalmarktrecht, Vol. 134

(2019)

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About The Author

Rebecca Hauff studierte Rechtswissenschaften an den Universitäten Freiburg und Valencia. Ihr Referendariat absolvierte sie anschließend beim Oberlandesgericht Düsseldorf mit weiteren Stationen in Santiago (Chile) und Barcelona. Während ihrer Promotion arbeitete sie als Rechtsanwältin im Bereich der bankrechtlichen Prozessführung. Seit Juli 2017 ist sie als Rechtsanwältin in einer internationalen Wirtschaftskanzlei in Düsseldorf im Bereich des Versicherungsrechts tätig. Rebecca Hauff studied law at the Universities of Freiburg and Valencia. She then completed her legal clerkship at the Düsseldorf Higher Regional Court with further stations in Santiago (Chile) and Barcelona. During her doctorate she worked as a lawyer in the field of banking litigation. Since July 2017 she has been working as a lawyer in an international commercial law firm in Düsseldorf in the field of insurance law.

Abstract

Mit dem Urteil des Landesarbeitsgerichts Düsseldorf im sogenannten »Schienenkartell«-Verfahren befasste sich im Jahr 2015 zum ersten Mal ein deutsches Obergericht mit der Frage der Ersatzfähigkeit von (kartellrechtlichen) Verbandsgeldbußen gegenüber dem vermeintlich pflichtwidrig handelnden Geschäftsleiter. Dieses Urteil entfachte die kontroverse Diskussion um die Ersatzfähigkeit des Regressanspruchs von Neuem, welche nicht zuletzt wegen der hohen Haftungsansprüche und der Überschneidung zweier Rechtsgebiete – des Straf- bzw. Ordnungswidrigkeiten- und Zivilrechts – besondere Bedeutung erlangt. Vor diesem Hintergrund werden alle Aspekte des Verbandsgeldbußenregresses in Kapitalgesellschaften aufgearbeitet. Die Frage, ob es sich bei Unternehmensgeldbußen um ersatzfähige Schäden gem. § 93 Abs. 2 AktG handelt, stellt das zentrale Thema der Arbeit dar. »Recourse of Company Fines in Corporate Law«

With the ruling of the LAG Düsseldorf in the so-called »rail cartel« proceedings in 2015, the controversial discussion about the recovery of company fines from managers acting in breach of their duties received a new boost. Against this background, all aspects with regard to the recourse of company fines in corporations will be dealt with, whereby the central aspect of the work will be the assessment whether fines can be an indemnifiable loss pursuant to Section 93 (2) of the German Stock Corporation Act (AktG).

Table of Contents

Section Title Page Action Price
Vorwort 1
Inhaltsübersicht 3
Inhaltsverzeichnis 5
Abkürzungsverzeichnis 17
A. Einleitung 21
I. Anlass und Gang der Untersuchung 21
II. Begriffliche Klärung 24
B. Grundlagen der Sanktionierung mit einer Verbandsgeldbuße 26
I. Einführung 26
1. Normzweck des § 30 OWiG 27
2. Dogmatische Grundlage des § 30 OWiG 28
II. Voraussetzungen des § 30 Abs. 1 OWiG 30
1. Sanktionsfähige Verbände 30
2. Täter der Anknüpfungstat 30
a) Vertretungsberechtigte Organe einer juristischen Person gem. § 30 Abs. 1 Nr. 1 OWiG 31
b) Generalbevollmächtigte oder in leitender Stellung befindliche Prokuristen und Handlungsbevollmächtigte gem. § 30 Abs. 1 Nr. 4 OWiG 31
c) Sonstige Leitungspersonen gem. § 30 Abs. 1 Nr. 5 OWiG 32
3. Anknüpfungstat 32
a) Handeln „als“ Organ 33
b) Verletzung einer betriebsbezogenen Pflicht gem. § 30 Abs. 1 Alt. 1 OWiG 34
aa) Sonderdelikte 35
(1) § 9 OWiG: Handeln für einen anderen 35
(2) Verletzung kartellrechtlicher Sonderdelikte 36
(3) Verletzung kapitalmarktrechtlicher Sonderdelikte 36
(4) Verletzung strafrechtlicher Sonderdelikte 37
bb) Aufsichtspflichtverletzung gem. § 130 OWiG 37
(1) Geschütztes Rechtsgut und dogmatische Struktur des § 130 OWiG 38
(2) Voraussetzungen des § 130 OWiG 39
(3) Verhältnis der §§ 9, 30, 130 OWiG zueinander 40
cc) Allgemeindelikte 41
(1) Verletzung kapitalmarktrechtlicher Allgemeindelikte 42
(2) Verletzung von Strafnormen 43
dd) Sonderdelikte, die an die Eigenschaft als vertretungsberechtigtes Organ (o. ä.) anknüpfen 43
(1) Meinungsstand im Schrifttum 44
(2) Eigene Stellungnahme 45
ee) Delikte zum Nachteil des eigenen Unternehmens (Exzesstaten) 46
(1) Meinungsstand in Rechtsprechung und Schrifttum 47
(2) Eigene Stellungnahme 48
ff) Zusammenfassung 50
c) Bereicherung der juristischen Person gem. § 30 Abs. 1 Alt. 2 OWiG 50
III. Rechtsfolgen der Verhängung einer Verbandsgeldbuße 51
1. Ahndungs- und Abschöpfungsteil der Verbandsgeldbuße 51
2. Bemessung des Ahndungsteils der Verbandsgeldbuße gem. § 30 Abs. 2 OWiG 52
a) Bestimmung des Bußgeldrahmens des Ahndungsteils der Verbandsgeldbuße 52
b) Konkrete Bemessung des Ahndungsteils der Verbandsgeldbuße 52
3. Bemessung des Abschöpfungsteils der Verbandsgeldbuße gem. §§ 30 Abs. 3, 17 Abs. 4 OWiG 54
4. Konzernumsatzabhängige Bemessung von Verbandsgeldbußen 56
a) Besondere Bußgeldrahmen des Kartell- und Wertpapierhandelsrechts 56
b) Besonderheiten des Kreditwesengesetzes 56
IV. Verfahren zur Festsetzung der Verbandsgeldbuße 57
V. Zuständige Verfolgungsbehörden 58
C. Wirkung einer Bußgeldentscheidung im Regressprozess 60
I. Einführung 60
II. Bindungswirkung einer Bußgeldentscheidung für den Zivilprozess 60
1. Bindungswirkung im Kartellordnungswidrigkeitenrecht 60
2. Bindungswirkung außerhalb des Kartellordnungswidrigkeitenrechts 62
III. Anscheinsbeweis 63
D. Voraussetzungen des Schadensersatzanspruchs gem. § 93 Abs. 2 S. 1 AktG 65
I. Einführung 65
1. Vorstandshaftung als Binnenhaftung 66
2. Normzweck des § 93 Abs. 2 S. 1 AktG 66
a) Kompensationsfunktion 67
b) Präventionsfunktion 67
c) Gläubigerschutz 68
II. Pflichtverletzung eines Vorstandsmitglieds 69
1. Allgemeiner Pflichtenkreis des Vorstandsmitglieds 69
2. Legalitätspflichtverletzung 70
a) Interne, externe und spezielle Legalitätspflicht der Geschäftsleiter 70
b) Parallelität von Außen- und Innenverletzung 72
c) Externe Legalitätspflicht 72
aa) Dogmatische Grundlage 73
bb) Widerspruch zum Urteil des BGH vom 08.07.2014 – II ZR 174/13? 75
cc) Ausnahmen von der externen Legalitätspflicht 77
(1) Ausklammerung von Verstößen gegen u. a. Ordnungswidrigkeiten? 77
(2) „Nützliche“ Pflichtverletzungen 78
(3) Bindung an ausländisches Recht 79
(4) Unklare oder umstrittene Rechtslage 80
(a) Keine direkte Anwendung der Business Judgment Rule 81
(b) Unklare Rechtslage und Business Judgment Rule 82
d) Zwischenergebnis 84
3. Verletzung der Legalitätskontrollverpflichtung 85
a) Grundsätzliches 85
b) Dogmatische Herleitung 87
c) Umfang der Pflichten 89
aa) Inhaltliche Konkretisierung 89
bb) Keine Pflicht zur Errichtung einer Compliance-Organisation 90
d) Verletzung des § 130 OWiG und dessen Auswirkungen auf § 93 Abs. 2 AktG 92
aa) Anknüpfung an die Legalitätspflicht in Verbindung mit § 130 OWiG 92
bb) Behandlung von Handlungsspielräumen im Rahmen des § 130 OWiG und der Legalitätskontrollpflicht 93
cc) Anknüpfung an die Legalitätskontrollpflicht 97
e) Zwischenergebnis 97
4. Ergebnis 98
III. Verschulden 98
1. Grundsätzliches 98
2. Rechtliche Unsicherheiten 98
a) Eigenes Verschulden 99
aa) Voraussetzungen des Verbotsirrtums im Außenverhältnis 99
(1) Grundsätzliches 99
(2) Vermeidbarkeit des Verbotsirrtums 99
(3) Vermeidbarkeit des Verbotsirrtums im europäischen Kartellrecht: „Schenker“ 101
(4) Zwischenergebnis 102
bb) Voraussetzungen des Rechtsirrtums im Innenverhältnis 103
(1) Maßstäbe eines unverschuldeten Rechtsirrtums 103
(2) Verteilung des Irrtumsrisikos bei ungeklärter Rechtslage 104
(3) Zwischenergebnis – Auswirkungen auf den Verbandsgeldbußenregress 105
b) Überwachungsverschulden 106
3. Ergebnis 108
IV. Schaden 108
1. Grundsätzliche Ersatzfähigkeit des Ahndungsteils der Verbandsgeldbuße nach allgemeinem Schadensrecht 109
2. Meinungsstand zur Ersatzfähigkeit des Ahndungsteils der Verbandsgeldbuße 111
a) Meinungsstand in der Literatur 111
aa) Kein zivilrechtlich ersatzfähiger Schaden 111
bb) Schaden gem. § 93 Abs. 2 AktG ersatzfähig 112
b) Ansicht des LAG Düsseldorf, Teilurt. v. 20.01.2015 – 16 Sa 459/14 113
3. Ersatzfähigkeit des Ahndungsteils der Verbandsgeldbuße 116
a) Rechtsprechung mit Bedeutung für den Geldbußenregress 116
aa) Straf- und zivilrechtliche Spruchpraxis zu § 258 Abs. 2 StGB 116
bb) Zivil- und arbeitsrechtliche Rechtsprechung zur „Beraterhaftung“/ Haftung aufgrund eines besonderen Rechtsgrunds 117
cc) Arbeitsgerichtliche Rechtsprechung zur Erstattung von Geldbußen durch den Arbeitgeber 119
dd) Rechtsprechung zur Insolvenzanfechtung von Geldstrafenzahlungen 120
ee) Rechtsprechung zum Regress von Vereinsstrafen 120
ff) Bedeutung dieser Rechtsprechung für den Verbandsgeldbußenregress 121
(1) Schlussfolgerungen zur Höchstpersönlichkeit der Geldbuße im Zusammenhang mit einem Regress 121
(2) Schlussfolgerungen in Bezug auf die Vereitelung der Sanktionszwecke 123
(3) Übertragung der Rechtsprechung zur Beraterhaftung auf den Verbandsgeldbußenregress 126
(4) Zwischenergebnis 129
b) Verbandsgeldbußenregress im Rechtsvergleich 129
aa) Die Rechtslage in England 129
bb) Die Rechtslage in den USA 132
cc) Die Rechtslage in Österreich 134
c) Verhältnis von Straf-/Ordnungswidrigkeitenrecht und Zivilrecht und Vergleich mit dem private enforcement 134
aa) Einheit der Rechtsordnung 135
bb) Die Debatte um das private enforcement 138
d) Abschließende Festlegung des Sanktionsadressaten durch das Straf- und Ordnungswidrigkeitenrecht? 139
aa) Einführung in die Problematik 139
bb) Deutsches Ordnungswidrigkeitenrecht 141
(1) Sanktionsrechtliche Erwägungen 141
(2) Prozessuale Erwägungen 142
(3) Vorliegen von Sonderdelikten 143
(4) Verhältnismäßigkeitsgrundsatz 144
cc) Vergleich mit dem Regress einer Geldstrafe 145
dd) Besonderheiten des europäischen Kartellrechts 146
ee) Zwischenergebnis 147
e) Vereinbarkeit des Regresses mit den Sanktionszwecken der Verbandsgeldbuße 148
aa) Gleichstellung natürlicher und juristischer Personen 148
bb) Sanktionsrechtliche Übelszufügung 149
cc) Repressionsfunktion 150
(1) Sanktionsadressat im Außenverhältnis bleibt der Unternehmensträger 151
(2) Kein Regressautomatismus 151
dd) Präventionsfunktion 152
(1) Belastung der Aktionäre sinnvoll? 153
(2) Vorstandsmitglieder als bessere Adressaten der Präventionswirkung 155
(3) Prinzipal-Agent-Theorie 157
(4) Verstärkte Compliance-Bemühungen 157
ee) Gewinnabschöpfung 158
ff) Zwischenergebnis 159
f) Vereinbarkeit des Regresses mit den Normzwecken der Schadensersatzhaftung 160
g) Erschwerung der Aufklärung der Tat 160
h) Besonderheiten des europäischen Kartellrechts 161
i) Ergebnis 162
4. Keine Ersatzfähigkeit des Abschöpfungsteils der Verbandsgeldbuße 163
a) Meinungsstand des Schrifttums 163
b) Eigene Stellungnahme 164
aa) Grundsätze des allgemeinen Schadensrechts 165
bb) Verhältnis von Gesamtvermögensvergleich und Vorteilsausgleichung 165
cc) Abschöpfungsteil kein ersatzfähiger Schaden 167
(1) Belastung durch Abschöpfung als unmittelbare Kehrseite des Vorteils 167
(2) Nähe der Abschöpfung zur Sphäre der Gesellschaft 168
(3) Kein Widerspruch zu BGH, Urt. v. 18.11.2014 – KZR 15/12 169
(4) Schadensrechtliche Neutralität des Abschöpfungsteils 169
(5) Rechtsfolgen und weitere Fallkonstellationen 169
dd) Umsatzabhängige kartellrechtliche „Ahndungsgeldbußen“ 170
(1) Abschöpfungsanteil innerhalb einer „reinen Ahndungsgeldbuße“ 171
(2) Ermittlung der abgeschöpften Vorteile einer „reinen Ahndungsgeldbuße“ 173
ee) Verbandsgeldbußen des Wertpapierhandelsrechts 176
c) Vorteilsausgleich bezüglich weiterer – unabgeschöpfter – Gewinne der Gesellschaft 177
aa) Voraussetzungen der Vorteilsausgleichung 177
bb) Keine Vereitelung der Präventionsfunktion des Haftungsanspruchs 179
cc) Öffentliche Interessen und Vorteilsausgleichung 180
dd) Keine Vereitelung der Kompensationsfunktion 181
ee) Abschließende Bemerkungen 182
d) Ergebnis 182
5. Möglichkeit einer Regressreduzierung? 184
a) Anknüpfungspunkte und Ausgestaltung einer Haftungsbeschränkung 185
aa) Sanktionsrechtliche Erwägungen und teleologische Reduktion 185
bb) Haftungsbegrenzungen in der Satzung oder im Anstellungsvertrag 185
cc) Grundsätze der Arbeitnehmerhaftung – innerbetrieblicher Schadensausgleich 186
(1) Analogie zum innerbetrieblichen Schadensausgleich 186
(2) Wertungstransfer des innerbetrieblichen Schadensausgleichs im Rahmen der gesellschaftlichen Fürsorgepflicht 187
(3) Eigene Stellungnahme 188
dd) Fürsorgepflicht (Treuepflicht) des Unternehmens 190
ee) Haftungsbegrenzung durch Übertragung ordnungswidrigkeitenrechtlicher Maßstäbe? 192
(1) Meinungsstand im Schrifttum 192
(2) Keine Regressbeschränkung anhand der Höhe einer hypothetisch zu verhängenden persönlichen Geldbuße 194
(3) Keine Regressbegrenzung anhand der Übertragung der Bußgeldobergrenzen 194
(a) Widersprüchlichkeit zur propagierten Trennung zwischen öffentlichem Sanktions- und Zivilrecht 195
(b) Haftungsbegrenzung für vorsätzliche Pflichtverletzungen? 196
(c) Nicht zu rechtfertigende sektorale Privilegierung 197
(d) Präventionsfunktion nicht alleiniger Maßstab der Organhaftung 199
(e) Zwischenergebnis 200
ff) Ergebnis 201
b) Zulässige Enthaftungsmöglichkeiten nach geltendem Recht 201
aa) Haftungsvergleich gem. § 93 Abs. 4 S. 3 AktG 201
bb) Begrenzung der Verfolgungspflicht durch den Aufsichtsrat 202
6. Ergebnis 203
7. Verfassungsmäßigkeit des unbeschränkten Innenregresses wegen Verbandsgeldbußen 204
a) Doppelte Sanktionierung des Vorstandsmitglieds für dieselbe Tat im öffentlich-rechtlichen Sanktions- und Zivilrecht 205
b) Allgemeines Schadensrecht – Prinzip der Totalreparation 205
c) Verfassungsmäßigkeit der unbeschränkten Organhaftung 207
aa) Keine Verfassungswidrigkeit aufgrund wirtschaftlicher Überforderung in Anlehnung an die Bürgschaftsentscheidung des BVerfG 207
bb) Schutz des Existenzminimums durch Vollstreckungsschutz und Restschuldbefreiung ausreichend 209
cc) Zwischenergebnis 210
d) Vollstreckungsrecht und Insolvenzordnung als Korrektive im Einzelfall 211
aa) Vollstreckungsschutz 211
(1) Grundsätzliches 211
(2) Verbandsgeldbuße als Forderung aus einer vorsätzlichen unerlaubten Handlung gem. § 850f Abs. 2 ZPO? 211
bb) Restschuldbefreiung nach der Insolvenzordnung 214
(1) Grundsätzliches zur Restschuldbefreiung 214
(2) Regressforderung aufgrund einer Verbandsgeldbuße von der Restschuldbefreiung umfasst? 214
(3) Zwischenergebnis 215
e) Ergebnis 215
V. Kausalität 216
1. Grundsätzliches zur Einigung zwischen den Verfolgungsbehörden und den verfolgten Unternehmensträgern 216
2. Unterbrechung des Zurechnungszusammenhangs aufgrund einvernehmlicher Verfahrensbeendigung im Wege der Verständigung mit den Verfolgungsbehörden? 218
a) Meinungsstand des Schrifttums 218
b) Meinungsstand der Rechtsprechung 218
c) Eigene Stellungnahme 219
aa) Herausforderungsfälle 219
bb) Aufwendungen 220
cc) Privatrechtliche Vergleiche und öffentlich-rechtliche Verständigungen 220
dd) Kritische Einwände von Mertens/Cahn 221
d) Ergebnis 222
3. Unterbrechung des Zurechnungszusammenhangs bei unterlassener Einlegung von Rechtsmitteln? 222
VI. Darlegungs- und Beweislast 223
VII. Berücksichtigung eines Mitverschuldens gem. § 254 BGB 225
1. Grundsätze 225
2. Exkurs: Berücksichtigung eines Mitverschuldens der Organe der Konzernobergesellschaft 226
a) Berücksichtigung eines Mitverschuldens der Gesellschafterversammlung in der GmbH 227
b) Übertragung dieser Grundsätze auf den Konzernsachverhalt 228
aa) GmbH als beherrschte Gesellschaft 228
bb) AG als beherrschte Gesellschaft 229
(1) Direkte Anwendung des § 254 BGB 229
(2) Berücksichtigung des Mitverschuldens der Konzernobergesellschaft gem. §§ 254 Abs. 2 S. 2, 278 BGB 230
(3) Entsprechende Anwendung des § 254 BGB im Konzernverhältnis 232
c) Abstufung nach Verursachungsbeiträgen 233
E. Besonderheiten des Regresses innerhalb der GmbH 234
I. Grundsätzliches 234
II. Weisung der Gesellschafterversammlung 234
III. Verbandsgeldbuße als ersatzfähiger Schaden im Rahmen von § 43 Abs. 2 GmbHG 236
1. Einführung 236
2. Keine Vereitelung der Präventionszwecke 237
IV. Regressbeschränkungen 238
1. Grundsätzliches 238
2. Disponibilität der Geschäftsführerhaftung 238
a) Ansicht der Rechtsprechung 238
b) Ansicht der Literatur 239
c) Anwendung von Haftungsbeschränkungen auf den vorliegenden Fall 240
V. Ergebnis 240
F. Verbandsgeldbußenregress gegenüber anderen Unternehmensangehörigen 242
I. Pflichtverletzung 243
II. Schaden 244
1. Meinungsstand in Rechtsprechung und Schrifttum 244
2. Eigene Stellungnahme 245
a) Keine abschließende Festlegung des Sanktionsadressaten durch das Ordnungswidrigkeitenrecht 245
b) Keine Vereitelung der Sanktionszwecke 246
3. Zwischenergebnis 248
III. Verschulden 248
IV. Regressreduzierung 248
1. Innerbetrieblicher Schadensausgleich 249
a) Persönlicher Anwendungsbereich 249
b) Sachlicher Anwendungsbereich 250
aa) Betrieblich veranlasste Tätigkeit 250
bb) Betrieblich veranlasste Tätigkeit bei Gesetzesverletzungen des Arbeitnehmers 251
c) Abstufung nach Verschuldensgraden 253
2. Mitverschulden 253
3. Auswirkung von Versicherungsschutz auf die Grundsätze der Haftungsbeschränkung 255
V. Exkurs: Gestörter Gesamtschuldnerausgleich 255
1. Grundlagen der Gesamtschuld 256
2. Ansichten zur Auflösung der gestörten Gesamtschuld 257
a) Verschiedene Lösungsmöglichkeiten der gestörten Gesamtschuld 258
b) Unterscheidung zwischen vertraglichen und gesetzlichen Haftungsbeschränkungen 258
3. Anwendung dieser Lösungsmöglichkeiten auf das Verhältnis zwischen Geschäftsleiter und Arbeitnehmer 259
VI. Ergebnis 262
G. Regress einer Unternehmensgeldstrafe nach Einführung eines Unternehmensstrafrechts 264
I. Einführung 264
II. Eigene Stellungnahme 264
H. Directors' and Officers' (D&O)-Versicherung 267
I. Einführung in die D&O-Versicherung 267
1. Grundlagen 267
2. Inhaltliche Ausgestaltung der D&O-Versicherung 269
II. Versicherbarkeit von persönlichen Geldstrafen/-bußen und Geldbußenregressansprüchen 270
1. Versicherungsschutz für persönliche Geldstrafen und Geldbußen des Geschäftsleiters 270
a) Ansichten im Schrifttum 270
b) Eigene Stellungnahme 271
c) Weitere Fallkonstellationen 273
2. Versicherbarkeit von Verbandsgeldbußen im Regresswege 273
a) Ansichten im Schrifttum 274
b) Eigene Stellungnahme 275
aa) Generelle Versicherbarkeit des Regressanspruchs wegen Verbandsgeldbußen 275
bb) Kein Versicherungsschutz für den Verbandsgeldbußenregressanspruch wegen Ziffer 5.10 AVB-AVG 2017 bzw. Ziffer 5.11 AVB-AVG 2013 278
cc) Ausschlussklauseln bezüglich Geldbußen und -strafen in der Versicherungspraxis 279
c) Weitere Ausschlussklauseln mit Relevanz für die Versicherbarkeit des Regressanspruchs wegen Verbandsgeldbußen 280
aa) Ausschluss wegen vorsätzlicher Pflichtverletzungen 280
(1) Allgemeine Erläuterungen zu Ziffer 5.1 AVB-AVG 2017 281
(2) Nachweis des Verschuldensgrades 282
(3) Zwischenergebnis 282
bb) Weitere Ausschlussklauseln bzw. Begrenzungen der AVB-AVG 2017 283
cc) Versicherbarkeit von Verbandsgeldstrafen nach einem noch einzuführenden Verbandsstrafgesetzbuch? 284
d) Fazit 285
III. Weitere Begrenzungen des Versicherungsschutzes 285
1. Begrenzte Deckungssummen 286
2. Selbstbehalt 287
IV. Ergebnis 287
I. Enthaftung oder Bußgeldminderung der Unternehmensgeldbuße durch Comp‍liance-Systeme 290
I. Einfluss von Compliance-Systemen auf Tatbestandsebene 291
1. Eigene Zuwiderhandlungen von Geschäftsleitern gem. § 30 Abs. 1 OWiG 291
a) Objektive Komponente 291
b) Subjektive Komponente 292
2. Zuwiderhandlungen von Mitarbeitern unterhalb der Leitungsebene gem. § 130 OWiG 292
3. Weitere Auswirkungen von Compliance-Systemen 295
II. Einfluss von Compliance-Systemen auf Rechtsfolgenseite bei der Bußgeldbemessung 295
1. Nationale Regelungen 296
2. Internationale Regelungen 298
a) Überblick über internationale Regelungen zur Berücksichtigung von Compliance-Systemen 298
b) Ergebnis 300
3. Berücksichtigung von Compliance-Programmen durch die Verfolgungsbehörden in der Praxis 301
4. Auswirkungen von bereits bestehenden Compliance-Systemen 303
a) Stellungnahme zur bußgeldmindernden Berücksichtigung 303
b) Dogmatischer Anknüpfungspunkt einer bußgeldmindernden Berücksichtigung 306
c) Verstöße von Leitungspersonen gem. § 30 OWiG 307
aa) Gesetzesverstoß eines Organmitglieds im Sinne von § 30 Abs. 1 Nr. 1 OWiG 308
bb) Andere Leitungspersonen im Sinne von § 30 Abs. 1 Nr. 4 und Nr. 5 OWiG 309
d) Verstöße anderer Mitarbeiter gem. §§ 30, 130 OWiG 309
e) Weitere Auswirkungen von Compliance-Systemen bei der Bußgeldbemessung 310
5. Auswirkungen von nachträglich eingeführten Compliance-Systemen 311
a) Stellungnahme zur bußgeldmindernden Berücksichtigung 311
b) Dogmatische Anknüpfungspunkte der bußgeldmindernden Wirkung 312
c) Keine Differenzierung der Täterkreise 313
6. Aktuelle Reformbestrebungen in Deutschland 313
a) Gesetzesentwurf zur Einführung einer strafrechtlichen Verantwortlichkeit von Unternehmen des Landes Nordrhein-Westfalen 313
b) Gesetzesentwurf des Bundesverbandes der Unternehmensjuristen (BUJ) 314
c) Gesetzesentwurf des Deutschen Instituts für Compliance (DICO) 315
d) Gesetzesentwurf des Deutschen Anwaltvereins 316
e) Fazit 316
III. Ergebnis 316
J. Erstattung von Geldstrafen, Geldbußen und Geldauflagen durch die Gesellschaft 319
I. Anspruch auf Erstattung der Geldstrafe, Geldbuße oder Geldauflage 319
1. Vorliegen einer dienstlichen Tätigkeit 320
2. Ersatzfähiger Schaden 321
a) Ansichten in Rechtsprechung und Schrifttum 321
b) Eigene Stellungnahme 323
c) Ergebnis 326
II. Freiwillige Erstattungszusagen 326
1. Erstattungszusagen nach erfolgter Pflichtverletzung 327
a) Strafrechtliche Beurteilung 327
aa) § 258 Abs. 2 StGB und Teilnahme/Beteiligung an der Zuwiderhandlung 327
bb) § 266 StGB 328
cc) Zwischenergebnis 330
b) Zivilrechtliche Beurteilung 330
c) Gesellschaftsrechtliche Beurteilung 330
aa) Aktienrecht 331
(1) Ansichten im Schrifttum 331
(2) Ansicht des BGH, Urteil vom 08.07.2014 – II ZR 174/13 332
bb) GmbH-Recht 333
cc) Übernahme von Geldsanktionen sonstiger Unternehmensangehöriger 333
2. Vorherige Freistellungszusagen 334
a) Strafrechtliche Beurteilung 334
b) Zivilrechtliche Beurteilung 335
aa) Darstellung des Sach- und Streitstands zur Sittenwidrigkeit von vorherigen Freistellungszusagen gem. § 138 Abs. 1 BGB 336
bb) Eigene Stellungnahme 337
c) Gesellschaftsrechtliche Beurteilung 339
K. Zusammenfassende Ergebnisse in Thesenform 340
Literaturverzeichnis 348
Stichwortverzeichnis 369