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Offenbare Unrichtigkeiten im Unternehmensrecht

Das Ringen um die Gesellschafterliste zwischen Registerpraxis und aktueller Rechtsprechung im Lichte allgemeiner Beseitigungsgrundsätze

Werbeck, Lennart Merlin

Abhandlungen zum Deutschen und Europäischen Gesellschafts- und Kapitalmarktrecht, Vol. 170

(2021)

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About The Author

Lennart M. Werbeck studierte Rechtswissenschaften an der Ruprecht-Karls-Universität in Heidelberg sowie an der Universitetet i Bergen (Norwegen). Seine Erste juristische Prüfung legte er 2018 ab. Im Anschluss war er neben der Anfertigung seiner Dissertation als wissenschaftlicher Mitarbeiter in internationalen Wirtschaftskanzleien in Frankfurt a.M. und Hamburg tätig. Seit April 2020 ist Lennart M. Werbeck Rechtsreferendar am Hanseatischen Oberlandesgericht in Hamburg. Schließlich folgte im Juli 2020 mit der durch Herrn Professor Dr. Jan Lieder, LL.M. (Harvard) betreuten Arbeit »Offenbare Unrichtigkeiten im Unternehmensrecht« die Promotion an der Albert-Ludwig-Universität Freiburg. Lennart M. Werbeck studied law at the Ruprecht-Karls-University in Heidelberg and at the Universitetet i Bergen (Norway). He passed his first legal exam in 2018. In addition to writing his dissertation, he then worked as a research assistant in international law firms in Frankfurt a.M. and Hamburg. Since April 2020 Lennart M. Werbeck has been a legal trainee at the Hanseatic Higher Regional Court in Hamburg. Finally, in July 2020, Lennart M. Werbeck completed his doctorate at the Albert-Ludwig-University of Freiburg with his dissertation »Offenbare Unrichtigkeiten im Unternehmensrecht« (Obvious inaccuracies in company law), which was supervised by Professor Dr. Jan Lieder, LL.M. (Harvard).

Abstract

Welche Voraussetzungen und Rechtsfolgen die nachträgliche Beseitigung offenbarer Unrichtigkeiten im Kapitalgesellschaftsrecht hat, ist derzeit lebhaft umstritten. Dabei offenbart die kritische Analyse des deutschen »Beseitigungsrechts« durchaus ein System aus fünf statischen und variablen Kriterien, welches mangels gesetzlicher Regelungen oder gefestigter Rechtsprechung eine taugliche Leitlinie für die Rechtspraxis darstellen kann. Im Fokus des angestellten Binnenrechtsvergleichs standen diesbezüglich das Hauptversammlungsprotokoll, das Aktienregister und nicht zuletzt die GmbH-Gesellschafterliste. Denn in der jüngeren Vergangenheit warf insbesondere Letztere aufgrund ihrer engen Verknüpfung mit dem neuen Transparenzregister wiederholt Fragen über die Zuständigkeit für eine originäre oder eine fehlerbeseitigende Listeneinreichung sowie deren genauen Rechtsfolgen auf. Im Ergebnis zeigt sich schließlich: Ein homogener Umgang mit offenbaren Unrichtigkeiten ist möglich und notwendig. »Obvious inaccuracies in company law. Obvious Inaccuracies in Company Law. The Struggle for the List of Shareholders Between Register Practice and Current Case Law in the Light of General Removal Principles«

In corporate law, legal uncertainty exists with regard to the correct handling and subsequent removal of so-called obvious inaccuracies. This applies in particular to the minutes of the general meeting, the stock register and finally the list of shareholders of limited liability companies. Adequate legal regulations are still missing. However, the German »right of removal« contains an inner system which can be made fruitful in practice on the basis of certain principles.

Table of Contents

Section Title Page Action Price
Vorwort 7
Inhaltsverzeichnis 13
Abkürzungsverzeichnis 23
Erstes Kapitel: Prolog 31
§ 1 Problemstellung, Gegenstand und Ziele der Untersuchung 31
§ 2 Gang der Untersuchung 34
§ 3 Wert des Vergleichs für die Untersuchung 35
Zweites Kapitel: Offenbare Unrichtigkeiten als Herausforderungen für das geltende Recht im Allgemeinen 37
§ 1 Einführung 37
§ 2 Prozessrecht als Ausgangspunkt der Untersuchung 38
A. Aus § 319 ZPO ableitbare Grundsätze 38
I. Nachträgliche Berichtigung eines Urteils gem. § 319 Abs. 1 ZPO 38
1. Anwendungsbereich 39
2. Berichtigungsvoraussetzungen 41
a) Inhaltliche Unrichtigkeit 41
b) Erkennbarkeit 42
c) Einzelfälle 43
d) Zusammenfassung 43
3. Berichtigungsverfahren 44
a) Zeitpunkt der Berichtigung und Verfahrenseinleitung 44
b) Berichtigungsgegenstand 46
c) Berichtigungskompetenz 46
d) Durchführung der Berichtigung und Formerfordernisse 47
aa) Herkömmliches Berichtigungsverfahren 47
bb) Elektronisches Korrekturverfahren 48
(1) Unzulässigkeit einer neuen elektronischen Urteilsdatei 49
(2) Berichtigung innerhalb eines elektronischen Containers 50
(3) Nutzung eines Systems der Zugriffssteuerung 51
(4) Mögliche Verwendung der Blockchain-Technologie 52
(5) Zusammenfassung 54
cc) Allgemeine Verfahrensaspekte 54
4. Rechtsschutzmöglichkeiten 55
5. Rechtsfolgen der Berichtigung 59
II. Fazit: Fünf „Beseitigungsgrundsätze“ können abgeleitet werden 61
B. Ergänzung: Korrekturmöglichkeiten für sonstige gerichtliche Entscheidungen 63
I. Berichtigung nach § 42 FamFG 63
1. Anwendungsbereich 63
2. Berichtigungsvoraussetzungen 65
3. Berichtigungsverfahren 65
4. Rechtsschutzmöglichkeiten 66
5. Rechtsfolgen der Berichtigung 67
II. Berichtigung nach § 95 PatG 68
1. Anwendungsbereich 68
2. Berichtigungsvoraussetzungen 69
3. Berichtigungsverfahren 70
4. Rechtsschutzmöglichkeiten 71
5. Rechtsfolgen der Berichtigung 71
III. Berichtigung nach § 138 SGG 72
1. Anwendungsbereich 72
2. Berichtigungsvoraussetzungen 72
3. Berichtigungsverfahren 73
4. Rechtsschutzmöglichkeiten 74
5. Rechtsfolgen der Berichtigung 74
IV. Berichtigung nach § 118 VwGO 74
1. Anwendungsbereich 74
2. Berichtigungsvoraussetzungen 75
3. Berichtigungsverfahren 76
4. Rechtsschutzmöglichkeiten 77
5. Rechtsfolgen der Berichtigung 78
V. Berichtigung nach § 107 FGO 78
VI. Fazit: Gemeinsamkeiten können festgestellt werden 79
C. Die zu § 164 ZPO entwickelten Grundsätze 80
I. Anwendungsbereich 80
II. Berichtigungsvoraussetzungen 82
III. Berichtigungsverfahren 82
IV. Rechtsschutzmöglichkeiten 84
V. Rechtsfolgen der Berichtigung 86
VI. Zusammenfassung 87
D. Fazit: Grundsätzliche Homogenität im Prozessrecht 87
§ 3 Weitere Beseitigungsvorschriften als Ergänzungen des prozessualen Ausgangspunkts 88
A. Beseitigungsmöglichkeiten bei Verwaltungsakten 88
I. Allgemein im behördlichen Verfahren: Berichtigung nach § 42 S. 1 BVwVfG 89
II. Im Steuerrecht: Berichtigung nach § 129 S. 1 AO 92
III. Im Sozialrecht: Berichtigung nach § 38 SGB X 96
IV. Fazit: Grundsätzliche Regelungsparallelität 98
B. Beseitigungsmöglichkeiten im deutschen Registerrecht 99
C. Beseitigungsmöglichkeiten im Schiedsrecht 101
D. Zusammenfassung 105
§ 4 Beurkundungsrecht als Vertiefung der Untersuchung 106
A. Anwendungsbereich 106
B. Berichtigungsvoraussetzungen 108
I. Inhaltliche Unrichtigkeit 109
II. Erkennbarkeit 110
1. Adressat des Tatbestandsmerkmals 110
2. Bestimmung des Grades der verlangten Offensichtlichkeit 112
3. Abgrenzung zu § 44a Abs. 2 S. 3 BeurkG 113
4. Zusammenfassung 114
C. Berichtigungsverfahren 114
I. Berichtigungsgegenstand 115
1. Beurkundung von Willenserklärungen (§§ 6 ff. BeurkG) 116
2. Beurkundung von sonstigen Gegenständen (§§ 36 ff. BeurkG) 117
II. Berichtigungszeitpunkt 120
1. Änderung vor dem Abschluss der Niederschrift (§ 44a Abs. 1 BeurkG) 120
2. Fehlerbeseitigung nach dem Abschluss der Niederschrift (§ 44a Abs. 2 BeurkG) 121
3. Fazit: Abschluss der Niederschrift ist entscheidend 122
III. Berichtigungskompetenz 122
1. Berichtigung durch den vormals beurkundenden Notar 122
2. Berichtigung durch andere Personen: Amtsnachfolger, Vertreter, Notariatsverwalter oder Aktenverwahrer 122
3. Sonderfall: Berichtigungskompetenz bei Auslandsbeurkundung 124
IV. Technische Vornahme der Fehlerbeseitigung im Wege des Nachtragsvermerks 124
V. Kein Erfordernis einer vorherigen Anhörung der Beteiligten 126
D. Rechtsschutzmöglichkeiten 126
E. Rechtsfolgen der Fehlerbeseitigung 128
I. Zeitliche Beseitigungswirkung (ex tunc oder ex nunc) 128
II. Horizontaler Wirkungskreis (inter partes oder erga omnes) 128
III. Unterscheidung zwischen formellen und materiell-rechtlichen Beseitigungswirkungen 129
F. Rechtslage ab dem 1. Januar 2022 129
G. Exkurs: Digitalisierung im Beurkundungsrecht – Ein vorausschauender Blick auf § 44b BeurkG n.F. 130
I. Digitalisierung des Notariats 130
II. Vorstellung von § 44b BeurkG n.F. 131
1. Grundsatz der Nachtragsbeurkundung gem. § 44b Abs. 1 S. 1, Abs. 2 BeurkG n.F. 131
2. Entsprechende Anwendung von § 44a Abs. 2 S. 3, 4 BeurkG n.F. 132
3. Das Substitut der Notariatsverwahrung 132
4. Die Soll-Vorschrift des § 44b Abs. 2 BeurkG n.F. 134
III. Zusammenfassung 134
H. Fazit: Prozessrechtliche Beseitigungsgrundsätze sind auch in der Öffnungsnorm des § 44a Abs. 2 S. 1, 2 BeurkG zu finden 135
§ 5 Fazit: Einheitlicher Umgang mit offenbaren Unrichtigkeiten in der deutschen Rechtsordnung 136
Drittes Kapitel: Offenbare Unrichtigkeiten im Kapitalgesellschaftsrecht im Besonderen 138
§ 1 Fehler und Beseitigungsmöglichkeiten beim Hauptversammlungsprotokoll 139
A. Einführung 139
B. Urteil des Bundesgerichtshofs vom 10. Oktober 2017 – Az. II ZR 375/15 140
I. Sachverhalt 140
II. Entscheidung des Bundesgerichtshofs 141
III. Stellungnahme zu ausgewählten Aspekten des Urteils 143
1. Reichweite von § 44a Abs. 2 S. 3 BeurkG 144
2. Berichtigung des Hauptversammlungsprotokolls durch ergänzende Niederschrift nach Entäußerung 147
3. Berücksichtigung von Dispositionen der Aktionäre im Vertrauen auf die Richtigkeit des Protokolls 152
4. Fazit: Entscheidung schafft Rechtssicherheit, aber unterstreicht Reformbedürftigkeit des Beschlussmängelrechts 155
C. Sonderfall: Nachträgliche Berichtigung eines privatschriftlichen Hauptversammlungsprotokolls 156
D. Zusammenfassung 159
§ 2 Fehler und Beseitigungsmöglichkeiten beim Aktienregister 162
A. Einführung 162
B. Löschungsverfahren nach § 67 Abs. 5 AktG 163
I. Anwendungsbereich 163
II. Löschungsvoraussetzungen 164
III. Löschungsverfahren 165
IV. Rechtsschutzmöglichkeiten 167
1. Klage gegen die AG 167
2. Klage gegen den Widersprechenden 167
V. Rechtsfolgen der Löschung 168
1. Bei fehlerhaftem Löschungsverfahren 168
2. Bei ordnungsgemäßem Löschungsverfahren 168
a) Zeitliche Wirkung der Löschung (ex tunc oder ex nunc) 169
b) Horizontaler Wirkungskreis (inter partes oder erga omnes) 170
3. Fazit: Keine weitreichenden Rechtsfolgen 171
VI. Zusammenfassung 171
C. Teilweise Unanwendbarkeit von § 67 Abs. 5 AktG auf offenbare Unrichtigkeiten im Aktienregister 172
D. Formlose Beseitigung durch den Vorstand bei offenbaren Unrichtigkeiten im Aktienregister 173
I. Beseitigungsvoraussetzungen 173
II. Beseitigungsverfahren 173
III. Rechtsfolgen der formlosen Fehlerbeseitigung 173
IV. Unterschiede zum Prozessrecht und zum Beurkundungsrecht 174
V. Zwischenergebnis: Gefestigte Rechtspraxis im Umgang mit offenbaren Unrichtigkeiten im Aktienregister 174
E. Mögliche Anwendbarkeit von § 67 Abs. 5 AktG auf (offenbare) Unzulässigkeiten im Aktienregister 175
I. Unzulässigkeit als Aliud zur Unrichtigkeit 175
II. Beseitigung von (offenbar) unzulässigen Eintragungen im Aktienregister 176
III. Fazit: Keine Anwendbarkeit 176
F. Zusammenfassung 177
§ 3 Fehler und Beseitigungsmöglichkeiten bei der GmbH-Gesellschafterliste 177
A. Einführung 177
B. Grundlagen zum neuen System des § 40 GmbHG n.F. 178
I. Historischer Rückblick 178
II. Reformierung des § 40 GmbHG durch das MoMiG (2008) 181
III. Neufassung des § 40 GmbHG durch das Gesetz zur Umsetzung der Vierten EU-Geldwäscherichtlinie (2017) 187
1. Zeitlicher Geltungsbereich 188
2. Erweiterter Pflichtenkatalog 190
a) Prozentangaben in der Gesellschafterliste 190
aa) Art der Darstellung der wirtschaftlichen Berechtigung qua prozentualer Beteiligungsquote 191
bb) Anteilsbezogene Beteiligungsquote 192
cc) Gesellschafterbezogene Beteiligungsquote 192
b) Gesellschafterliste in Konzernstrukturen 192
c) Fazit: Erhöhte Praxistauglichkeit durch Ausgestaltung 193
3. Konkretisierung durch die Gesellschafterlistenverordnung (GesLV) 195
a) Nummerierung von Geschäftsanteilen 195
b) Einführung einer Veränderungsspalte 198
c) Unzulässigkeit von Streichungen 201
d) Anforderungen an die Angabe der prozentualen Beteiligung 201
aa) Kleinstbeteiligungen (§ 4 Abs. 4 GesLV) 202
bb) Rundung und Weglassen (§ 4 Abs. 1 GesLV) 204
cc) Angabe des Gesamtumfangs (§ 4 Abs. 2 GesLV) 207
dd) Konsequenz unscharfer Prozentangaben (§ 4 Abs. 3 GesLV) 207
ee) Gestaltung innerhalb der Liste (§ 4 Abs. 5 GesLV) 208
ff) Fazit: Prozentangaben als geldwäscherechtliches Transparenzvehikel 209
e) Übergangsregelung gem. § 5 GesLV 209
f) Fazit: Rechtssicherheit dank GesLV! 211
4. Verknüpfung der Gesellschafterliste mit dem Transparenzregister 212
a) Überblick über das neue Transparenzregister 213
b) Meldefiktion des § 20 Abs. 2 S. 1 Nr. 1 GwG n.F. i.V.m. § 22 Abs. 1 S. 1 Nr. 4 GwG n.F. 216
c) Konsequenz aus dem Erfordernis der Prozentangaben für das Transparenzregister 219
d) Meldepflicht bei unrichtiger Gesellschafterliste 222
e) Einsichtnahmerecht 222
f) Keine Gefahr einer Flucht in ausländische Rechtsformen 224
g) Offene Fragen 224
h) Fazit: Tranzparenzrechtliche Aufladung der Gesellschafterliste 227
5. Auswirkungen auf den Umfang des registergerichtlichen Prüfungsrechts 229
a) Formelles Prüfungsrecht 230
b) Materielles Prüfungsrecht 234
c) Eigene Stellungnahme 240
d) Fazit: Keine Auflösung des Konflikts durch die Novellierung des § 40 GmbHG 244
6. Gesamtwürdigung der Neufassung 246
IV. Status quo der Gesellschafterliste einer GmbH 247
1. Funktion und Rechtsnatur 247
2. Obligatorischer Inhalt 251
3. Fakultativer Inhalt 252
4. Zusammenfassung und Ausblick 255
V. Zusammenfassung 258
C. Nachträgliche Fehlerbeseitigung bei der GmbH-Gesellschafterliste im Lichte der Rechtsprechung 259
I. Urteil des Bundesgerichtshofs vom 17. Dezember 2013 – Az. II ZR 21/12 260
1. Einführung 260
2. Sachverhalt 261
3. Entscheidung des Bundesgerichtshofs 262
a) Korrekturbefugnis des Geschäftsführers 262
b) Gelegenheit zur Stellungnahme des Betroffenen 265
c) Widerspruchsrecht und einstweiliger Rechtsschutz 265
4. Resonanz der Literatur 267
a) Korrekturbefugnis des Geschäftsführers einer GmbH 267
b) Gelegenheit zur Stellungnahme des Betroffenen 273
c) Widerspruchsrecht und einstweiliger Rechtsschutz 275
5. Offene Fragen und eigene Stellungnahme 277
a) Ablehnung der analogen Anwendung von § 67 Abs. 5 AktG 277
b) Mögliches Spannungsverhältnis zu § 40 Abs. 1 S. 4 GmbHG n.F. 279
c) Erfüllungszeitpunkt der notariellen Einreichungspflicht 281
d) Korrekturbefugnis des Geschäftsführers 283
e) Kein Wiederaufleben der notariellen Einreichungsbefugnis 289
f) Geschäftsführerbefugnis bei fehlender Notarliste 289
g) Formerfordernisse bei der Benachrichtigung der Betroffenen 292
h) Rechtsfolgen bei Verstoß gegen das Anhörungserfordernis 293
i) Fazit: Reformbedarf trotz klärender Entscheidung des Bundesgerichtshofs 297
6. Exkurs: Aktualisierung von Altlisten 298
7. Zusammenfassung 300
II. Beschluss des OLG Nürnberg vom 28. Dezember 2017 – Az. 12 W 2005/17 302
1. Einführung 302
2. Sachverhalt 303
3. Bisherige Literaturauffassungen und Forschungsstand 304
4. Entscheidung des OLG Nürnberg 306
a) Fehlerbeseitigung bei offenbar unrichtigen Gesellschafterlisten gem. § 44a Abs. 2 BeurkG 306
b) Beseitigungsprocedere 308
5. Stellungnahme 311
a) Vorab: Beseitigungsbedürfnis bei fehlerhaften Gesellschafterlisten 311
b) Zeitlicher Anwendungsbereich der Prozentangabepflicht 314
aa) Umgang mit § 8 EGGmbHG 314
bb) Einreichungsvorgang als relevanter Anknüpfungspunkt 316
cc) Keine Ausnahme für sog. Korrekturlisten 319
dd) Fazit: Prozentangaben zu Recht verlangt 319
c) Offenbare Unrichtigkeiten im GmbH-Recht 320
aa) Grundsätzliches zur beseitigenden Listeneinreichung 320
bb) Vermeintlich offenbar unrichtige Gesellschafterliste 1 vom 12. April 2017 320
cc) Widerspruch zur Wertung des § 16 Abs. 3 S. 1 GmbHG 323
dd) Beispiele für offenbar unrichtige Gesellschafterlisten 323
ee) Unzuständigkeit des Listenerstellers als kein Fall der offenbaren Unrichtigkeit 324
d) Anwendbares Beseitigungsverfahren bei offenbaren Unrichtigkeiten 325
aa) Überblick 325
bb) Abgrenzung zum regulären Beseitigungsverfahren 325
cc) Irreguläres Beseitigungsverfahren 326
(1) Verteilung der Beseitigungszuständigkeiten 327
(a) Mit der Einreichungszuständigkeit korrespondierende Beseitigungszuständigkeit 327
(b) Übertragung der Grundsätze zum regulären Beseitigungsverfahren 328
(c) Reformüberlegungen zur Alleinkompetenz des Notars 331
(d) Unzulässige Übertragung auf die Gesellschafterversammlung 337
(e) Kein Recht zur Amtslöschung 338
(f) Fazit: Alleinkompetenz des Notars als Lösungsmöglichkeit trotz aktueller Geschäftsführerzuständigkeit 340
(2) Mögliche direkte oder analoge Anwendung von § 44a Abs. 2 BeurkG 341
(a) Unzulässigkeit der direkten Anwendung 341
(b) Unzulässigkeit der analogen Anwendung 342
(c) Ungenügende Subsumtion durch das OLG Nürnberg 342
(d) Fazit: Keine ersichtliche Anwendbarkeit von § 44a Abs. 2 BeurkG auf GmbH-Gesellschafterlisten 344
(3) Unzulässigkeit der analogen Anwendung von § 67 Abs. 5 AktG 345
(4) Keine Gesamtanalogie 347
(5) Zudem: Ablehnung der technischen Vorgehensweise nach dem OLG Nürnberg 348
(6) Isolierter Nachtragsvermerk reicht ebenfalls nicht aus 349
(7) Korrekturliste mit angepasster Notarbescheinigung 350
(8) Stellungnahme 351
(a) Modifizierte Übereinstimmungsbescheinigung des Notars und ergänzende Klarstellungsbescheinigung des Geschäftsführers 351
(b) Keine Gelegenheit zur Stellungnahme und keine Sperrwirkung eines Widerspruchs 354
(c) Fehlerbeseitigung mit ex tunc-Wirkung 355
(d) Fazit: GmbH-Gesellschafterliste als besonderer Beseitigungsgegenstand im Kontext des homogenen Beseitigungsrechts 358
(9) Zusammenfassung 359
dd) Fazit: „Beseitigungsgrundsätze“ sind auch im Recht der GmbH einzuhalten 360
e) Legitimations- und Rechtsscheinfunktion des § 16 GmbHG sind keine zeitlichen Schranken einer Richtigstellung 361
f) Fazit: Beschluss des OLG Nürnberg bricht mit bisheriger Homogenität im „Beseitigungsrecht“ 363
g) Überlegungen de lege ferenda: Beseitigungswirkungen im Falle der Eintragung von GmbH-Gesellschafterlisten 364
aa) Kein Konflikt mit § 15 Abs. 1 HGB 365
bb) Kein Konflikt mit § 15 Abs. 3 HGB 366
cc) Kein Konflikt mit § 15 HGB auch nach Umsetzung der EU-Richtlinie 2019/1151 367
dd) Zur direkten und analogen Anwendung von § 395 FamFG 368
ee) Drohende Mehrbelastung der Registergerichte und Risiko der Intransparenz 369
ff) Vorteile einer Eintragungspflicht für GmbH-Gesellschafterlisten 370
gg) Fazit: Eintragungspflicht für Gesellschafterlisten als Chance 371
6. Zusammenfassung 372
III. Fazit: Rechtsunsicherheit beim Umgang mit offenbar unrichtigen GmbH-Gesellschafterlisten 372
D. Zusammenfassung 373
§ 4 Fazit: Im Recht der Verbände sind Gemeinsamkeiten und Unterschiede im Umgang mit offenbaren Unrichtigkeiten feststellbar 374
Viertes Kapitel: Homogener Umgang mit offenbaren Unrichtigkeiten in der Rechtsordnung 378
§ 1 Systembildung im Kapitalgesellschaftsrecht durch teilweise Übertragung prozessualer Grundsätze 378
A. Wiederholung: Im Kapitalgesellschaftsrecht anwendbare prozessuale Beseitigungsgrundsätze 379
B. Dreiklang der Fehlerbeseitigung im Kapitalgesellschaftsrecht 379
I. Beseitigungstatbestand 379
II. Verfahren und Zuständigkeit 379
III. Rechtsfolge 380
C. Zusammenfassung 381
§ 2 Kriterien bei der Beseitigung von und dem Umgang mit offenbaren Unrichtigkeiten 381
A. Statische Beseitigungskriterien 381
B. Variable Beseitigungskriterien 382
C. Zusammenfassung 383
§ 3 Fazit: Einheitliche Behandlung ist möglich und notwendig 384
Fünftes Kapitel: Zusammenfassung der Untersuchungsergebnisse 386
§ 1 These des Ersten Kapitels 387
§ 2 Thesen des Zweiten Kapitels 387
§ 3 Thesen des Dritten Kapitels 389
§ 4 Thesen des Vierten Kapitels 394
Literaturverzeichnis 396
Stichwortverzeichnis 426