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Haftung von Wirtschaftsprüfern

Möglichkeiten der Haftungsbegrenzung und Mitverschuldenseinwand

Schaible, Franziska

Abhandlungen zum Deutschen und Europäischen Gesellschafts- und Kapitalmarktrecht, Vol. 177

(2021)

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About The Author

Franziska Schaible studierte von 2012 bis 2018 Rechtswissenschaften mit Schwerpunkt im Gesellschafts- und Kapitalmarktrecht an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg und legte dort im Juli 2018 die Erste Juristische Prüfung ab. Promotionsbegleitend war sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin in den Bereichen Steuerrecht, Gesellschaftsrecht und M&A in Freiburg und Stuttgart tätig. Seit Oktober 2020 absolviert sie den juristischen Vorbereitungsdienst am Landgericht Stuttgart. Franziska Schaible studied law from 2012 to 2018 focussing on corporate and capital markets law at the Albert-Ludwigs-University of Freiburg, where she passed her first state examination in July 2018. During her doctorate, she worked as a research assistant in the areas of tax law, corporate law and M&A in Freiburg and Stuttgart. She started her legal clerkship in October 2020 at the District Court (Landgericht) of Stuttgart.

Abstract

Die Arbeit befasst sich mit der aktuellen Haftungssituation von Wirtschaftsprüfern im Verhältnis zu Vertragspartnern sowie vertragsfremden Dritten. Die Autorin beleuchtet die Haftungsgrundlagen und zeigt auf, dass durch das in Kraft treten von § 311 Abs. 3 BGB eine neue Anspruchsgrundlage für die Dritthaftung von Wirtschaftsprüfern geschaffen wurde. Der Anwendungsbereich der gesetzlichen Haftungsbegrenzung in § 323 Abs. 2 HGB wird analysiert. Die Vorschrift ist analog auf Prüfungen anwendbar, die aufgrund einer absoluten Verpflichtung zur Prüfung durchgeführt werden und deren Inhalt gesetzlich vorgeschrieben ist. Die Möglichkeiten der Haftungsbegrenzung durch vorformulierte Vertragsbedingungen werden anhand der Allgemeinen Auftragsbedingungen (AAB) des IDW mit Stand 1. Januar 2017 untersucht, wobei mehrere Schwachstellen zu Tage treten. Der Einwand des Mitverschuldens (§ 254 Abs. 1 BGB) ist Wirtschaftsprüfern abhängig von der Art der betriebswirtschaftlichen Prüfung verwehrt. »Auditor Liability«

Against the backdrop of the prevailing discussion on reforming auditor liability, especially relevant in the light of recent financial statement fraud in Germany, this work is dedicated to the basis of liability, the problem of limiting liability and the objection of contributory negligence (Mitverschuldenseinwand) touching auditors. An overall moderate yet economically reasonable liability concept is developed.

Table of Contents

Section Title Page Action Price
Vorwort 5
Inhaltsverzeichnis 7
Abkürzungsverzeichnis 13
Einleitung 17
I. Hintergrund der Untersuchung 17
II. Zielsetzung der Arbeit 21
III. Eingrenzung des Untersuchungsgegenstands 22
IV. Gang der Untersuchung 24
Kapitel 1: Die Wirtschaftsprüfer in Deutschland 26
A. Die Entstehung des Berufsstands „Wirtschaftsprüfer“ 26
B. Tätigkeitsbereiche 29
I. Die Prüfungstätigkeit als Kerngeschäft 29
II. Befugnisaufgaben 33
C. Funktion 35
Kapitel 2: Voraussetzungen der Haftung 38
A. Haftung gegenüber der geprüften Gesellschaft 38
I. Gesetzliche Abschlussprüfung 39
1. Pflichten und Pflichtverletzung 40
a) Verpflichteter Personenkreis 41
b) Konkretisierung unbestimmter Rechtsbegriffe 42
aa) Die Berufssatzung (BS WP/vBP) 42
bb) IDW Prüfungsstandards 43
cc) Die International Standards on Auditing 44
dd) Zwischenfazit 46
c) Pflichten im Einzelnen 47
aa) Gewissenhaftigkeit und Sorgfalt 47
bb) Unparteilichkeit 49
cc) Verschwiegenheit 50
dd) Verwertungsverbot 51
2. Verschulden 52
3. Schaden 54
4. Kausalität 54
5. Beweislast 56
6. Ersatzpflichtige Personen 57
II. Gesetzlich nicht vorgeschriebene Prüfungen 58
B. Haftung gegenüber Dritten 60
I. § 323 Abs. 1 S. 3 HGB 60
II. Deliktsrecht 61
III. Vertragliche Ansprüche 65
IV. Vertrag mit Schutzwirkung für Dritte 67
1. Dogmatische Grundlage 68
2. Voraussetzungen des Vertrags mit Schutzwirkung für Dritte 68
a) Leistungsnähe 69
b) Einbeziehungsinteresse 70
c) Erkennbarkeit und Zumutbarkeit 71
d) Schutzbedürfnis 71
3. Stand der Rechtsprechung 71
a) BGH, Urteil vom 02.04.1998 (III ZR 245/96) 72
b) BGH, Urteil vom 15.12.2005 (III ZR 424/04) 73
c) BGH, Urteil vom 06.04.2006 (III ZR 256/04) 73
d) BGH, Beschluss vom 30.10.2008 (III ZR 307/07) 75
e) BGH, Urteil vom 24.04.2014 (III ZR 156/13) 76
f) Zusammenfassung der Rechtsprechung des BGH 77
4. Kritik 78
V. § 311 Abs. 3 BGB 81
1. Gesetzgeberische Intention 82
2. Anspruchsvoraussetzungen 82
3. Anwendbarkeit auf die Dritthaftung von Wirtschaftsprüfern 85
a) Gesetzliche Abschlussprüfungen 88
b) Sonstige betriebswirtschaftliche Prüfungen 91
c) Zusammenfassung 91
VI. Stellungnahme 92
Kapitel 3: Möglichkeiten der Haftungsbegrenzung 95
A. Gesetzliche Haftungsbegrenzung 95
I. Inhalt der Vorschrift 95
II. Anwendbarkeit auf sonstige Pflichtprüfungen 99
1. Meinungsstand 100
2. Auslegung 101
3. Analoge Anwendung von § 323 Abs. 2 HGB 107
a) Regelungslücke 108
b) Planwidrigkeit der Regelungslücke 108
c) Vergleichbarkeit der Interessenlagen 110
4. Fazit 113
III. Anwendbarkeit auf Fälle der Dritthaftung 114
1. Vertrag mit Schutzwirkung für Dritte 114
a) Meinungsspektrum 115
b) Stellungnahme 116
aa) § 323 Abs. 2 HGB 117
bb) § 323 Abs. 2 HGB analog 117
cc) § 334 BGB analog 119
2. Ansprüche aus Auskunftsvertrag oder § 311 Abs. 3 BGB 121
3. Ansprüche aus Deliktsrecht 122
4. Fazit 122
B. Vertragliche Haftungsbegrenzung 123
I. Individualvertragliche Haftungsbegrenzung 124
a) Vereinbarung im Einzelfall 125
b) Besonderheiten im unternehmerischen Rechtsverkehr 127
c) Fazit 128
II. Haftungsbegrenzung durch vorformulierte Vertragsbedingungen 129
1. Einbeziehung in den Vertrag 130
2. Versicherungsschutz 130
3. Fazit 132
III. Persönliche Haftungsbegrenzung bei Personengesellschaften 132
C. Die Allgemeinen Auftragsbedingungen des IDW 134
I. Bedeutung in der Praxis 134
1. AAB mit Stand 1. Januar 2002 135
a) Regelungsgehalt von Nr. 9 AAB 2002 135
b) Kritik an den AAB 2002 136
2. AAB mit Stand 1. Januar 2017 137
II. Rechtliche Bewertung 137
1. Maßstab inhaltlicher Kontrolle 137
a) Grundsätze 137
b) Funktion von § 54a Abs. 1 Nr. 2 WPO 139
c) Fazit 141
2. Haftungsbegrenzung bei gesetzlich vorgeschriebenen Leistungen (Nr. 9.1 AAB) 141
3. Begrenzung nach dem Verschuldensgrad (Nr. 9.2 AAB) 142
a) Änderungen im Vergleich zu Nr. 9.2 AAB 2002 142
b) Zulässigkeit eines formularmäßigen Haftungsausschlusses für grobe Fahrlässigkeit gem. § 54a Abs. 1 WPO 143
aa) Meinungsspektrum 143
bb) Auslegung 144
cc) Zwischenfazit 148
c) Wirksamkeit der Umsetzung der Haftungsbegrenzung für Fahrlässigkeit durch Nr. 9.2 AAB 148
aa) Sog. Kardinalpflichten 148
bb) Handeln von gesetzlichen Vertretern und Erfüllungsgehilfen 152
cc) Fazit 152
4. Haftung für außervertragliche Ansprüche (Nr. 9.2 AAB) 153
a) Regelungsgehalt von § 54a Abs. 1 WPO 153
b) Wirksamkeit der Ausgestaltung durch Nr. 9.2 AAB 155
aa) § 307 Abs. 2 Nr. 1 BGB 157
bb) § 307 BGB i.V.m. § 309 Nr. 7b BGB 158
c) Fazit 159
5. Fehlender Hinweis auf das Bestehen von Versicherungsschutz als Wirksamkeitsvoraussetzung 160
6. Serienschäden (Nr. 9.5 AAB) 161
a) Änderungen im Vergleich zu Nr. 9 AAB 2002 161
b) Regelungsgehalt von Nr. 9.5 AAB 162
c) Sonstige Ermächtigungsnormen 164
d) Inhaltskontrolle 165
e) Fazit 167
7. Ausschlussfrist (Nr. 9.6 AAB) 168
a) Änderungen im Vergleich zu Nr. 9 AAB 2002 168
b) Eröffnung der Inhaltskontrolle 168
c) Inhaltskontrolle 171
d) Fazit 174
8. Berichterstattung und mündliche Auskünfte (Nr. 5 AAB) 175
a) Änderungen im Vergleich zu Nr. 5 AAB 2002 175
b) Maßgeblichkeit schriftlicher Darstellungen (S. 1) 175
c) Unverbindlichkeit von Entwürfen (S. 2) 176
d) Unverbindlichkeit mündlicher Erklärungen und Auskünfte (S. 3 und 4) 177
aa) Erklärungen und Auskünfte im Rahmen des bestehenden Vertragsverhältnisses 178
bb) Außervertragliche Erklärungen und Auskünfte 179
e) Fazit 180
9. Geltung gegenüber Dritten 181
a) Vertrag mit Schutzwirkung für Dritte 181
aa) Einbeziehung 181
bb) Maßstab inhaltlicher Kontrolle 183
cc) Geltungsbereich und Weitergabe beruflicher Äußerungen (Nr. 1.2 und 6.1 AAB) 185
(1) Änderungen im Vergleich zu den AAB 2002 185
(2) Wirksamkeit 185
dd) Einreden und Einwendungen (Nr. 9.3 AAB) 187
ee) Geltung des Höchstbetrags für alle Anspruchsteller (Nr. 9.4 AAB) 189
ff) Fazit 190
b) Haftung gem. § 311 Abs. 3 BGB 191
aa) Einbeziehung 191
bb) Geltung der AAB aufgrund wirksamer Einbeziehung in den Prüfungsauftrag 191
cc) Sonstige Möglichkeiten der Haftungsbegrenzung 192
(1) Rechtsgeschäftliche Lösung 192
(2) Haftungsbegrenzung als Bedingung der Vertrauenswerbung 193
(3) Haftungsbegrenzung durch § 241 Abs. 2 BGB 193
(4) Vertrauensbezogene Lösung 194
dd) Fazit 196
Kapitel 4: Der Mitverschuldenseinwand 198
A. Der Mitverschuldenseinwand gegenüber dem Vertragspartner 200
I. Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs 200
II. Meinungsstand in der Literatur 203
III. Rechtsvergleichender Seitenblick nach Österreich 206
1. Gesetzliche Ausgangslage 207
2. Rechtsprechung des OGH 210
3. Reaktionen in der Literatur 212
IV. Kritische Würdigung bisheriger Ansätze und eigener Lösungsansatz 213
1. Dogmatik des Mitverschuldenseinwands 214
2. Funktion von betriebswirtschaftlichen Prüfungen 215
3. Aufdeckung vorsätzlicher Manipulationen als Teil der betriebswirtschaftlichen Prüfung 219
a) Allgemeine Vorschriften 220
b) Spezielle Vorschriften zur gesetzlichen Abschlussprüfung 220
c) Sonstige Erwägungsgründe 222
d) Zwischenfazit 224
4. Stellungnahme 224
a) Mitverschuldenseinwand bei gesetzlichen Abschlussprüfungen 225
aa) Vorgelagerte Haftungsvoraussetzungen 225
(1) Pflichtverletzung 225
(2) Einwand rechtmäßigen Alternativverhaltens 226
(3) Zwischenfazit 227
bb) Eigener Lösungsansatz 227
b) Mitverschulden bei sonstigen betriebswirtschaftlichen Prüfungen 231
5. Fazit 232
B. Der Mitverschuldenseinwand gegenüber Dritten 233
I. Eigenes Mitverschulden des Dritten 233
II. Mitverschulden der geprüften Gesellschaft 235
1. Vertrag mit Schutzwirkung für Dritte 236
2. Originäre Anspruchsgrundlagen 239
3. Stellungnahme 239
III. Fazit 240
Kapitel 5: Schlussbetrachtung und Thesen 242
Literaturverzeichnis 248
Stichwortverzeichnis 264