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Das staatskirchenrechtliche Regime Elsass-Lothringens in rechtsvergleichender Perspektive

Le droit local des cultes en Alsace-Moselle

Imhof, Anna

Staatskirchenrechtliche Abhandlungen, Vol. 60

(2022)

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About The Author

Anna Imhof studierte Rechtswissenschaften in Erlangen-Nürnberg, Rennes und Lausanne. Währenddessen war sie als wissenschaftliche Hilfskraft am Lehrstuhl für Staats- und Verwaltungsrecht von Prof. Dr. Max-Emanuel Geis tätig. Ihr Studium schloss sie 2014 mit der Ersten Juristischen Prüfung und dem Master Droit européen ab. Den Juristischen Vorbereitungsdienst am OLG München beendete sie 2016 mit der Zweiten Juristischen Prüfung. Anschließend arbeitete sie als wissenschaftliche Referentin am Centrum für Europäische Politik in Freiburg i. Br. 2020 trat sie als Richterin in den Justizdienst des Landes Baden-Württemberg. Ihre Promotion wurde vom Evangelischen Studienwerk gefördert. Anna Imhof studied law in Erlangen-Nuremberg, Rennes and Lausanne. During her studies, she worked as a research assistant at the Chair of Constitutional and Administrative Law of Prof. Dr. Max-Emanuel Geis. She completed her studies in 2014 with the First Law Examination and the Master Droit européen and her legal traineeship at the Higher Regional Court of Munich in 2016 with the Second Legal Examination. She then worked as a research assistant at the Centre for European Politics in Freiburg i. Br. In 2020, she joined the judicial service of the state of Baden-Württemberg as a judge. Her doctorate was funded by the Evangelisches Studienwerk.

Abstract

In den französischen Departements Haut-Rhin, Bas-Rhin und Moselle, dem ehemaligen Reichsland Elsass-Lothringen, gilt seit über 200 Jahren ein staatskirchenrechtliches Sonderregime. Den Grundstein hierfür legte Napoleon Bonaparte mit dem Konkordat von 1801, das bis heute die zentrale Referenz des ›droit local des cultes‹ bildet. Die Arbeit entwickelt und diskutiert unter umfassender Auswertung der Quellenlage zum historischen Verfassungsgebungsprozess Ansätze zur Vereinbarkeit von Konkordatssystem sowie den verfassungsrechtlichen Grundsätzen der Laizität, der Unteilbarkeit der Republik sowie des Gleichheitsgrundsatzes. Zusätzlich werden europarechtliche Maßstäbe herangezogen und entsprechende Anforderungen an das lokale Staatskirchenrecht formuliert. Ein trilateraler Rechtsvergleich zwischen dem »innerfranzösischen«, elsass-lothringischen und deutschen Staatskirchenrecht akzentuiert die Besonderheiten der drei zentralen Marker des ›droit local des cultes‹: die Finanzierung von Religionsgemeinschaften, der Religionsunterricht an öffentlichen Schulen und die theologischen Hochschuleinrichtungen. »The Religious Legal System of Alsace-Lorraine in a Comparative Law Perspective«: The study collects, analyses and evaluates the droit local des cultes in the context of its historical development and its current existence, in confrontation with constitutional and European law standards and in the light of a trilateral legal comparison with common French and German state-church law. It shows that in Alsace-Lorraine, beyond theoretical foundations, religion is cultivated in the public interest in a very pragmatic and original way.

Table of Contents

Section Title Page Action Price
Vorwort 7
Inhaltsverzeichnis 11
Abkürzungsverzeichnis 21
Einleitung 25
I. Themeneinführung 25
II. Aufbau und Ziele der Arbeit 30
Erster Teil: Historische und rechtliche Grundlagen des elsass-lothringischen Staatskirchenrechts 34
§ 1 Die Nichtabschaffung des lokalen Staatskirchenrechts als Folge der wechselvollen Geschichte Elsass-Lothringens 34
I. Staatskirchenrechtliche Besonderheiten Elsass-Lothringens im Ancien Régime 35
II. Von der Französischen Revolution bis zum deutsch-französischen Krieg 1870 40
1. Die Französische Revolution und das Ende des gallikanischen Staatskirchentums 41
a) Die Absorbierung der Religion durch die Nation 42
b) Die Trennung von Staat und Kirche 47
2. Die Errichtung des Konkordatssystems von der napoleonischen Zeit bis zum Zweiten Kaiserreich 49
a) Napoleons Konsulat und das Erste Kaiserreich 49
aa) Das Regime für den katholischen Kult 52
bb) Das Regime für die protestantischen Kulte 55
cc) Das Regime für den israelitischen Kult 56
dd) Die höheren Bildungseinrichtungen 57
(1) Das protestantische Seminar und die evangelisch-theologische Fakultät 59
(2) Die katholischen Seminare 61
b) Die Restauration 1814 62
c) Die Julimonarchie 1830 66
d) Die Zweite Republik 1848 68
e) Das Zweite Kaiserreich 1852 72
III. Spuren der deutschen Besatzungszeit von 1871 bis 1918 74
1. Allgemeine verfassungsrechtliche Entwicklung Elsass-Lothringens 77
2. Das Konkordatssystem im Reichsland 79
3. Das Schulsystem und der Kulturkampf im Reichsland 83
4. Die theologischen Fakultäten im Reichsland 86
a) Die Abschaffung des protestantischen Seminars und Neuerrichtung der evangelisch-theologischen Fakultät 87
b) Die Gründung der katholisch-theologischen Fakultät 89
IV. Die Rückintegration Elsass-Lothringens nach Frankreich von 1918 bis 1940 91
1. Die Beibehaltung des Konkordatssystems 94
2. Die Aufrechterhaltung der bildungspolitischen Besonderheiten 99
a) Das Schulwesen 99
b) Die theologischen Fakultäten 101
aa) Die Anpassung der evangelisch-theologischen Fakultät 103
bb) Die Neuverhandlung der katholisch-theologischen Fakultät 105
V. Elsass-Lothringen unter nationalsozialistischer Herrschaft bis 1944 106
1. Die Abschaffung des Konkordatssystems 107
2. Die Abschaffung des konfessionellen Schulsystems 109
3. Die Abschaffung der theologischen Fakultäten 110
VI. Die Beibehaltung des lokalen Staatskirchenrechts unter den Verfassungen der Vierten und Fünften Republik 112
1. Die einfachrechtliche Situation nach dem Zweiten Weltkrieg 113
2. Erfolglose Neuverhandlung des französischen Staatskirchenrechts zwischen 1952 und 1957 115
3. Die Verfassungen und das vorkriegsrechtliche lokale Staatskirchenrecht 117
a) Die Verfassung der Vierten Republik von 1946 118
aa) Erste Assemblée nationale constituante (ANC) vom 21. Oktober 1945 118
bb) Zweite Assemblée nationale constituante (ANC) vom 2. Juni 1946 122
b) Die Verfassung der Fünften Republik von 1958 125
VII. Die jüngsten Entwicklungen des lokalen Staatskirchenrechts 128
1. Verfestigung des lokalen Staatskirchenrechts vom Provisorium zur Dauerlösung 128
2. Reformen: Abschaffung oder Erneuerung veralteter Regelungen 130
§ 2 Die wichtigsten Komponenten des elsass-lothringischen Staatskirchenrechts 132
I. Die Organisation der anerkannten Religionsgemeinschaften 133
1. Der öffentlich-rechtliche Status der anerkannten Kulte 133
a) Die staatliche Geschäftsstelle für die Kulte 133
b) Die öffentlich-rechtlichen Kulteinrichtungen 134
c) Die Verwaltungsakte der Kulteinrichtungen 136
2. Die Geistlichen als Amtsträger des öffentlichen Rechts 138
a) Arbeits- und sozialversicherungsrechtliche Besonderheiten 140
b) Staatliche Mitwirkung bei der Ernennung und Absetzung der Geistlichen 142
3. Der Status der Kultstätten und Pfarrhäuser 146
4. Die Verwaltungsorgane und -bezirke des katholischen Kults 149
a) Fabriken 151
b) Mensen 152
c) Seminare 152
d) Diözesen und ihre Teilbezirke 154
e) Domkapitel 155
5. Die Verwaltungsorgane und -bezirke der protestantischen Kulte 155
a) Presbyterien 156
b) Konsistorien 156
c) Inspektionen 157
d) Zentralgremien der beiden Kirchen 158
e) Gemeinsame Einrichtungen der beiden protestantischen Kirchen 159
f) Thomaskapitel 162
6. Die Verwaltungsorgane und -bezirke des jüdischen Kults 165
a) Konsistorien 165
b) Rabbinerbezirke 166
7. Das Prinzip der beschränkten Vermögensverwaltung 166
II. Die Organisation der nichtanerkannten Religionsgemeinschaften 168
1. Einheitliches Vereinigungsregime 168
2. Vereinigungsgründung 169
3. Volle Rechtsfähigkeit 170
4. Staatliche Subventionen 171
5. Privatrechtlicher Status der Geistlichen 173
III. Die Kongregationen 173
IV. Einzelfragen der Kultausübung 175
1. Sonn- und Feiertagsschutz 175
2. Kirchenglockenläuten 176
3. Prozessionen und Zeremonien unter freiem Himmel 177
4. Schächten 178
5. Friedhöfe 180
Zweiter Teil: Das elsass-lothringische Staatskirchenrecht am Maßstab der französischen Verfassung und des europäischen Rechts 184
§ 3 Das elsass-lothringische Staatskirchenrecht und die französische Verfassung 184
I. Kein Verfassungsrang für das elsass-lothringische Staatskirchenrecht 185
1. Keine ausdrückliche Festschreibung in der Verfassung 186
a) Debatten in 2008 186
b) Debatten in 2011 189
c) Debatten seit 2018 190
2. Kein ungeschriebener Teil der Verfassung 192
II. Prinzipielle Vereinbarkeit des elsass-lothringischen Staatskirchenrechts mit der Verfassung 194
1. Das Prinzip der Laizität 194
a) Soziokultureller Hintergrund 195
b) Tatbestandslösung 202
aa) Inhaltliche Definition: Inklusives Verständnis des Laizitätsprinzips 202
(1) Positive staatliche Neutralität und Gleichbehandlungsgebot 203
(2) Relative Trennung von Staat und Kirche 206
(3) Anerkennung der Religions- und Gewissensfreiheit 208
(4) Vorrangige Achtung der „règles communes“ 210
bb) Rechtliche Qualifikation: Das Laizitätsprinzip als „Principe Fondamental Reconnu par les Lois de la République“ – PFRLR 212
c) Rechtfertigungslösung 215
aa) Inhaltliche Definition: Exklusives Verständnis des Laizitätsprinzips 215
(1) QPC-Entscheidung des Conseil constitutionnel vom 21. Februar 2013: Teilidentifikation mit Art. 2 Abs. 1 TG 1905 216
(a) Prozessgeschichte 217
(b) Zulässigkeit der QPC 218
(c) Begründetheit der QPC 219
(aa) Rechtsgrundlagen des lokalen Staatskirchenrechts 219
(bb) Laizitätsdefinition 220
(cc) Historisch-kontextbezogene Rechtfertigung 225
(2) Teile der Lehre: Vollständige Identifikation mit Art. 2 Abs. 1 TG 1905 237
(a) Herleitung eines exklusiven Verständnisses 238
(b) Das Prinzip der Nichtanerkennung 239
(c) Das Besoldungs- und Subventionsverbot 242
bb) Verschiedene Rechtfertigungsansätze für das lokale Staatskirchenrecht 244
(1) Das lokale Recht als PFRLR 245
(a) Voraussetzungen für die Ableitung des PFRLR 247
(aa) Fundamentales Prinzip 247
(bb) Vorkonstitutionelles Prinzip 248
(cc) Gleichmäßige Rechtstradition 248
(b) Abwägung oder Verdrängung? 249
(aa) Gegenseitige Abwägung 249
(bb) Automatische Verdrängung des Laizitätsprinzips 252
(2) Das Prinzip der freien Kultausübung 253
(3) Lex specialis derogat legi generali 255
(4) „Convention à la Constitution“ 257
(a) Begründung einer „Convention à la Constitution“ 259
(b) Rechtsfolge einer „Convention à la Constitution“ 263
2. Das Prinzip der Gleichheit 266
a) Unitaristisches Ausgangsverständnis 267
b) Das interne lokale Staatskirchenrecht 271
aa) Unterschiede zwischen den anerkannten Religionsgemeinschaften 273
bb) Unterschiede zwischen anerkannten und nichtanerkannten Religionsgemeinschaften 275
(1) Steuerrechtliche Gleichbehandlung 275
(2) Anerkennung weiterer Religionsgemeinschaften 277
c) Lokales und innerfranzösisches Staatskirchenrecht 279
aa) Neutralisation des Gleichheitsprinzips durch das PFRLR des lokalen Rechts 280
bb) Anwendung der Kriterien für das Gleichheitsprinzip 284
(1) Unterschiedliche Regeln für unterschiedliche Situationen 285
(2) Öffentliches Interesse an der Ungleichbehandlung 287
(3) Direkter Bezug zum Gesetzeszweck 287
3. Das Prinzip der Unteilbarkeit der Republik 287
a) Uniformistische Wurzeln des Unteilbarkeitsgrundsatzes 288
b) Abgeleitete normative Kompetenz der Gebietskörperschaften 292
aa) Pouvoir réglementaire der Gebietskörperschaften 292
bb) Sonderkompetenzen mancher Gebietskörperschaften 294
cc) Droit à l'experimentation der Gebietskörperschaften 296
c) National festgelegtes Sonderrecht 296
III. Keine judizierte Verfassungswidrigkeit des elsass-lothringischen Staatskirchenrechts 299
1. Verschiedene Verfassungskontrollverfahren 299
a) Inzidente Verfassungskontrolle 299
b) Verfassungskontrolle a priori 301
c) Verfassungskontrolle a posteriori 302
2. Richterrechtliche Aktualisierung einzelner Aspekte 303
IV. Unsicherheiten für die Fortentwicklung des lokalen Staatskirchenrechts 306
1. Kein expliziter Abschaffungsauftrag an den Gesetzgeber 306
2. Problematische Konservierung des lokalen Rechts 307
3. Schwierige Zuständigkeitsabgrenzung zwischen Gesetz- und Verordnungsgeber 313
§ 4 Das elsass-lothringische Staatskirchenrecht im europäischen Kontext 320
I. Die Auswirkungen des EU-Rechts 320
1. Keine direkte Kompetenz der EU: der Kirchenartikel des Art. 17 AEUV 321
2. Die Charta der Europäischen Grundrechte im Licht der Europäischen Menschenrechtskonvention 322
3. Der indirekte Einfluss des EU-Rechts 323
II. Die Bedeutung der Religionsfreiheit der Europäischen Menschenrechtskonvention 325
1. Bindungswirkung der Europäischen Menschenrechtskonvention 326
2. Das Verhältnis zur verfassungsrechtlichen Religionsfreiheit 327
3. Großer Spielraum der Vertragsstaaten für die Gestaltung ihrer staatskirchenrechtlichen Beziehungen mit den Religionsgemeinschaften 330
4. Die inhaltliche Garantie des Art. 9 EMRK insbesondere in institutioneller Hinsicht 334
5. Einzelne Elemente des lokalen Staatskirchenrechts auf dem Prüfstand 338
a) Staatliche Kontroll- und Eingriffsmöglichkeiten 338
b) Privilegien der anerkannten Religionsgemeinschaften 342
c) Diskriminierung der nichtanerkannten bzw. innerfranzösischen Religionsgemeinschaften 344
d) Religionsunterricht an öffentlichen Schulen 346
3. Teil: Parallelen und Unterschiede zum innerfranzösischen und deutschen Staatskirchenrecht 349
§ 5 Die Finanzierung von Religionsgemeinschaften 349
I. Rechtslage in Innerfrankreich 349
1. Allgemeines Subventionsverbot in Art. 2 Abs. 1 TG 1905 350
a) Kult- und Diözesenvereinigungen 351
aa) Historische Genese der Kult- und Diözesenvereinigungen 351
bb) Formelle Voraussetzungen für Kult- und Diözesenvereinigungen 353
cc) Materielle Voraussetzungen für Kult- und Diözesenvereinigungen 354
(1) Öffentliche Kultausübung mit einem übernatürlichen Bezugspunkt 354
(2) Ausschließlich religiöser Zweck 356
(3) „Ordre-public“-Vorbehalt 359
b) Allgemeine Vereinigungen ohne kultuelle Aktivitäten 359
c) Allgemeine Vereinigungen mit gemischten Aktivitäten 360
2. Relativität des Subventionsverbots in Art. 2 Abs. 1 TG 1905 366
a) Einschränkungen durch den Gesetzgeber 367
aa) Steuerrechtliche Erleichterungen für Kult- und Diözesenvereinigungen 367
(1) Die Annahme von vermögensrechtlichen Zuwendungen 367
(a) Behördliche Aufsicht 368
(b) Eingeschränkte Transferierung von freiwilligen Zuwendungen 370
(2) Steuerabsetzungen 371
(3) Steuerbefreiungen 373
bb) Finanzierung von Kultstätten 376
(1) Die Erhaltung von Kultgebäuden 376
(a) Kultgebäude im Eigentum des Staates 377
(b) Kultgebäude im Eigentum der Kultvereinigungen 381
(2) Der Neubau von Kultstätten 382
(a) „Bail administratif emphytéotique“ 382
(b) „Garanties d'emprunt“ 384
(c) „Bâtiments mixtes“ 384
cc) Anstaltsseelsorge 386
b) Einschränkungen durch die Rechtsprechung 388
II. Rechtslage in Elsass-Lothringen 389
1. Staatliche Leistungen für die anerkannten Kulte 390
a) Personalkosten 390
b) Gebäudekosten 393
c) Verwaltungskosten 393
2. Kommunale Leistungen für die anerkannten Kulte 394
a) Unmittelbare Belastung 395
b) Subsidiäre Belastung 397
aa) Voraussetzungen 397
bb) Rechtsfolge 398
cc) Verfahren 400
c) Streitbeilegung 402
3. Departementale Leistungen für die anerkannten Kulte 402
III. Rechtslage in Deutschland 403
1. Einnahmen aus der Kirchensteuer 403
a) Kirchensteuergläubiger und Einziehungsverfahren 404
b) Kirchensteuerschuldner 405
c) Bemessungsgrundlage 406
d) Rechts- und kirchenpolitische Diskussionen 407
2. Die historischen Staatsleistungen und ihre Ablösung 409
a) Die Entstehung der Staatsleistungen 410
b) Der Inhalt der Staatsleistungen 410
c) Die Ablösung der Staatsleistungen 411
d) Die Begründung neuer Staatsleistungen 413
3. Steuervorteile und -vergünstigungen 414
4. Staatliche Finanzhilfe 415
IV. Der Vergleich der Rechtslagen 416
1. Organisationsform als entscheidende Weichenstellung für staatliche Förderung 417
2. Mischfinanzierung der Religionsgemeinschaften mit variablem staatlichen Förderanteil 419
3. Parallelen bei der öffentlichen Mindestfinanzierung 421
§ 6 Der Religionsunterricht an öffentlichen Schulen 422
I. Rechtslage in Innerfrankreich 424
1. Kein Religionsunterricht in der Grundschule 425
2. Private „aumôneries scolaires“ an den Sekundarschulen 426
a) Einrichtung von „aumôneries scolaires“ 428
b) Privat finanziertes Lehrpersonal 429
c) Keine inhaltlichen Vorgaben zum Religionsunterricht 431
d) Keine muslimischen „aumôneries“ 431
3. Behandlung religiöser Themen in den allgemeinen Fächern 432
II. Rechtslage in Elsass-Lothringen 433
1. Religionsunterricht als Teil des offiziellen Stundenplans 434
2. Freiwillige An- und Abmeldung vom Religionsunterricht 437
3. Staatlich finanziertes Lehrpersonal 438
4. Bekenntnisoffene Ausrichtung des Religionsunterrichts 440
5. Pilotprojekt EDII-Unterricht („Education au Dialogue Interreligieux et Interculturel“) 444
III. Rechtslage in Deutschland 447
1. Religionsunterricht als ordentliches Lehrfach 447
2. Befreiungsmöglichkeit vom Religionsunterricht 448
3. Staatlich finanziertes Lehrpersonal 448
4. Bekenntnisorientierter Religionsunterricht 449
5. Die Unterrichtung in islamischer Religionslehre 452
IV. Der Vergleich der Rechtslagen 455
1. Minimalkonsens zur Integration des „fait religieux“ 455
2. Unterschiedliche „Veranstalter“ des Religionsunterrichts 457
3. Variable Reichweite der staatlichen Implikation 457
4. Inhaltliche Verschiedenheit des Religionsunterrichtes 459
5. Prinzipielle Offenheit für islamischen Religionsunterricht 460
§ 7 Die theologischen Hochschuleinrichtungen 461
I. Rechtslage in Innerfrankreich 461
1. Privat organisierte konfessionelle Hochschulen 462
2. Staatliche Rahmenkontrolle 463
3. Staatliche Subventionen 464
4. Teilweise staatlich anerkannte Abschlüsse 464
5. Umstrittene private Einrichtungen für islamische Theologie 466
II. Rechtslage in Elsass-Lothringen 469
1. Theologische Bildungseinrichtungen an staatlichen Universitäten 469
a) Die evangelisch-theologische Fakultät in Straßburg 470
aa) Rechtliche Entkonfessionalisierung 471
bb) Praktische Kooperation zwischen Fakultät und Kirche 472
(1) Geteilte Ausbildungsverantwortung 472
(2) Personelle Verbindungen 473
b) Die katholisch-theologische Fakultät in Straßburg 474
aa) Umfassende Mitwirkungsrechte der katholischen Kirche 475
(1) Berufungswesen 475
(2) Beanstandungsrecht 476
bb) Ausbildung und Abschlüsse 478
c) Das Departement für Theologie in Metz 480
aa) Faktische Entkonfessionalisierung 481
bb) Ausbildung und Abschlüsse 483
2. Erfolglose Initiativen für islamische Theologie 484
III. Rechtslage in Deutschland 486
1. Theologische Fakultäten an staatlichen Universitäten als klassische „res mixtae“ 487
a) Personalgelegenheiten 487
b) Ausbildung und Prüfungen 489
2. Universitäre Einrichtungen für islamische Theologie 489
IV. Der Vergleich der Rechtslagen 491
1. Unterschiedliches Ausgangsverständnis der staatlichen Kultur- und Wissenschaftsverantwortung 492
2. Heterogene Organisationsstrukturen für die Theologie in der Wissenschafts- und Bildungslandschaft 493
3. Staatliches Steuerungsbedürfnis der islamischen Theologie 495
§ 8 Erkenntnisse aus dem Vergleich mit dem Staatskirchenrecht in Deutschland und Innerfrankreich 498
I. Originelle Kombination staatskirchenrechtlicher Traditionen 498
II. Zunehmender Ausbau des Selbstverwaltungsrechts der anerkannten Kulte 501
III. Positive Religionspflege aus pragmatischen Gründen 504
Fazit 507
Résumé 517
Literaturverzeichnis 527
Sachwortverzeichnis 550