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Aktienrechtliche Aufsichtsverschwiegenheit und Informationsprivileg der öffentlichen Hand

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Knöbber-Griesz, K. (2023). Aktienrechtliche Aufsichtsverschwiegenheit und Informationsprivileg der öffentlichen Hand. Eine aktienrechtsautonome Neubewertung. Duncker & Humblot. https://doi.org/10.3790/978-3-428-58785-8
Knöbber-Griesz, Konstantin Alexander. Aktienrechtliche Aufsichtsverschwiegenheit und Informationsprivileg der öffentlichen Hand: Eine aktienrechtsautonome Neubewertung. Duncker & Humblot, 2023. Book. https://doi.org/10.3790/978-3-428-58785-8
Knöbber-Griesz, K (2023): Aktienrechtliche Aufsichtsverschwiegenheit und Informationsprivileg der öffentlichen Hand: Eine aktienrechtsautonome Neubewertung, Duncker & Humblot, [online] https://doi.org/10.3790/978-3-428-58785-8

Format

Aktienrechtliche Aufsichtsverschwiegenheit und Informationsprivileg der öffentlichen Hand

Eine aktienrechtsautonome Neubewertung

Knöbber-Griesz, Konstantin Alexander

Abhandlungen zum Deutschen und Europäischen Gesellschafts- und Kapitalmarktrecht, Vol. 212

(2023)

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About The Author

Konstantin Alexander Knöbber-Griesz studierte von 2011 bis 2017 Rechtswissenschaften an der Universität des Saarlandes. Er war unter anderem als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Bürgerliches Recht, Handels- und Wirtschaftsrecht, Internationales Privatrecht und Rechtsvergleichung von Herrn Prof. Dr. Dr. Dr. h.c. mult. Michael Martinek an der Universität des Saarlandes sowie am CISPA – Helmholtz-Zentrum für Informationssicherheit in Saarbrücken tätig. Zurzeit absolviert er den juristischen Vorbereitungsdienst am Saarländischen OLG in Saarbrücken und ist zugleich wissenschaftlicher Mitarbeiter der globalen Wirtschaftskanzlei Hogan Lovells International LLP am Standort Frankfurt.

Abstract

Unter welchen Voraussetzungen berichtspflichtige Aufsichtsratsmitglieder Gesellschaftsgeheimnisse zum Gegenstand ihrer Berichte an die beteiligte Gebietskörperschaft machen dürfen, ist umstritten. Überwiegend wird die Erlaubnis der Geheimnisweitergabe im Rahmen des sog. Informationsprivilegs der öffentlichen Hand gem. §§ 394, 395 AktG an die Bedingung der Vertraulichkeitsgewähr geknüpft, wonach der effektive Schutz von vertraulichen Informationen durch die Berichtsempfänger von dem Berichterstatter zu gewährleisten ist. Ein anderes Verständnis von dem Regelungsgehalt ergibt sich aus einer aktienrechtsautonomen Auslegung, die in Ansehung der dogmatischen Grundlagen der aktienrechtlichen Schweigepflicht geboten ist. Danach ist die Weitergabe von Gesellschaftsgeheimnissen den unveräußerlichen Festsetzungen der organschaftlichen Sorgfalts- und Treuepflicht folgend im Einzelfall nicht privilegiert, soweit dadurch eine objektiv hinreichende Gefahr des Vertraulichkeitsverlusts begründet wird.»Supervisory Board's Duty of Confidentiality under Corporation Law versus Information Privilege of the Public Government. A Reevaluation Exclusively According to Corporation Law«: Stock corporation law prohibits the Supervisory Board from disclosing company secrets. According to Sections 394, 395 of the German Stock Corporation Act (AktG), it is permitted to disclose information to the public administration in case of state participation. According to the prevailing view, this is intended to create a tension between the duty of confidentiality and the duty to report. However, a compatibility of the duties of conduct, which are initially perceived as contradictory, follows from an autonomous reevaluation of stock corporation law.

Table of Contents

Section Title Page Action Price
Vorwort 7
Inhaltsübersicht 9
Inhaltsverzeichnis 11
Abkürzungsverzeichnis 15
A. Einführung 19
I. Gegenstand der Untersuchung 20
II. Ziele und Gang der Untersuchung 26
B. Die organschaftliche Verschwiegenheitspflicht für Aufsichtsratsmitglieder 28
I. Wesensmerkmale 28
1. Die Bedeutung und Schutzzwecke von Vertraulichkeitsregeln im Aktien- und GmbH-Recht 28
a) Vertraulichkeit der Informationspolitik des Vorstands 29
b) Integrität des Beratungsgeheimnisses 31
c) Vertraulichkeit des Abstimmungsgeheimnisses 33
d) Zusammenfassung 33
2. Dogmatik und Rechtsnatur der organschaftlichen Verschwiegenheitspflicht 34
a) Die historischen Etappen der aktienrechtlichen Schweigepflicht 34
b) Schweige-‍, Sorgfalts- und Treuepflicht 46
c) Zusammenfassung 50
3. Die Verschwiegenheitspflicht für Aufsichtsratsmitglieder bei der GmbH 52
4. Verhältnis der organschaftlichen Verschwiegenheitspflicht zu weiteren Mitteilungsverboten 56
a) Kapitalmarktrechtliches Mitteilungsverbot 56
b) Wettbewerbsrechtliches Mitteilungsverbot 60
c) Mitteilungsverbot aus GeschGehG 60
aa) Offenlegungsverbot 61
bb) Anwendungsvoraussetzungen nach GeschGehG 62
cc) Unionsrechtskonforme Umsetzung der Richtlinie 65
dd) Berechtigte Offenbarungsinteressen 71
ee) Rechtsfolgen nach GeschGehG 72
ff) Konzeptionelle Einordnung 73
gg) Fehlgehende Forderungen 78
hh) Zusammenfassung 79
d) Konkurrenzverhältnis 79
5. Zusammenfassung 81
II. Die aktienrechtliche Verschwiegenheitspflicht de lege lata 82
1. Zeitliche Reichweite der Verschwiegenheitspflicht 83
2. Sachlicher Tatbestand 84
a) Offenkundigkeitsmangel 85
b) Geheimhaltungsbedürfnis 86
c) Gesellschaftsgeheimnisse 89
d) Vertrauliche Angaben 92
e) Vertraulichkeitsgegenstände 97
f) Anwendungsausschluss 100
g) Zusammenfassung 106
3. Subjektiver Tatbestand 107
a) Außenwirkung der Verschwiegenheitspflicht 108
b) Innenwirkung der Verschwiegenheitspflicht 110
aa) Inter-organschaftliche Verschwiegenheitspflicht 110
bb) Intra-organschaftliche Verschwiegenheitspflicht 113
cc) Die GmbH-Gesellschafter 116
dd) Die (kommunale) GmbH-Alleingesellschafterin 123
4. Sekundärinteressen: Gleichheitssatz und Homogenitätsprinzip 124
a) Teilhaberechte in Vertretung 125
b) Grundidee der mitbestimmungsrechtlichen Teilhabe 128
c) Historische Hintergründe 131
d) Gesellschafts- und Unternehmensinteresse 132
aa) Das Gesellschaftsinteresse 133
bb) Die (Wieder-)‌Entdeckung der kapitalistischen Gemeinwirtschaft 134
cc) Ein Unternehmens-Ich und sein Interesse 137
dd) Interessenmonismus versus Interessenpluralismus 139
e) Besonderheiten bei der öffentlichen Gesellschaft mbH 157
aa) Die Gemeinwohlbindung großer Gesellschaften 159
bb) Kontinuitätsinteressen im Gesellschaftsrecht 161
cc) Die große Gesellschaft als Kontinuitätsgarant 163
dd) Das Eigeninteresse der öffentlichen Ein-Personen-Gesellschaft mbH 165
f) Konklusion: Verschwiegenheit im aktienrechtlichen Ermessensbild 169
5. Aufsichtsverschwiegenheit im Konzern 173
a) Aufsichtsrat der Obergesellschaft 174
b) Aufsichtsrat der Untergesellschaft 177
aa) Einheitliche Leitung nach dem Trennungsprinzip 179
bb) Verschwiegenheit im einheitlich geleiteten Vertragskonzern 182
cc) Verschwiegenheit im faktisch einheitlich geleiteten Konzern 184
dd) Zwischenstand 185
c) Konzerninteresse 187
d) Zusammenfassung 191
6. Der Aufsichtsrats-Doppelmandatar 192
a) Aktienrechtliches Kommunikationsverbot 193
b) Nichtkommunikative Schweigepflichtverletzung 194
7. Erkenntnisse für die mehrfachverpflichteten Aufsichtsratsmitglieder öffentlicher Unternehmen 197
C. Öffnung der aktienrechtlichen Schweigepflicht durch das Informationsprivileg der öffentlichen Hand nach §§ 394, 395 AktG 199
I. Der Status-quo verfassungsrechtlich verpflichteter Unternehmerschaft 200
II. Die Rechtsverfassung der (öffentlichen) Kapitalgesellschaften 204
1. Das aktienrechtliche Einheitsstatut 205
2. Die Impermeabilität des aktienrechtlichen Einheitsstatuts 212
3. Keine Zeichenumkehr 216
4. Weisungen und das Einheitsstatut 217
5. Die Rechtsverfassung der öffentlichen Gesellschaft mbH 219
a) Keine Weisungsbindung der Mitglieder des obligatorischen Aufsichtsrats 220
b) Weisungsrechte gegenüber dem fakultativen Aufsichtsrat 223
aa) Typenbilder des Aufsichtsrats 224
bb) Einschränkungen im Fall des gemischt wirtschaftlichen Unternehmens 229
cc) Allenfalls eingeschränkte Weisungsmacht 231
dd) Weisungsrecht bei der Ein-Personen-GmbH 235
6. Nullstellensatz 235
III. Das hoheitliche Informationsprivileg de lege lata 238
1. Ratio legis der §§ 394, 395 AktG 238
2. Geltungsbereich und Voraussetzungen 241
a) Eigene Beteiligung 241
b) Repräsentantenstatus 243
c) Bestehende Berichtspflicht 244
aa) Gesetzliche Berichtspflicht 245
bb) Satzungsrechtliche Berichtspflicht 245
cc) Rechtsgeschäftliche Berichtspflicht 246
3. Inhaltlicher Umfang und Grenzen der Berichtspflicht 249
a) Grenzen des § 394 S. 2 AktG 249
b) Sonstige Grenzen 252
aa) Zwingende und universelle äußere Grenzen 252
bb) Grenzen gesetzlich begründeter Berichtspflichten 253
cc) Grenzen der Berichtspflichten kraft Satzungsregelung 254
dd) Grenzen rechtsgeschäftlich begründeter Berichtspflichten 255
4. Berichtsadressaten 256
a) § 395 AktG als Korrelat des § 394 AktG 257
b) Parlamente und kommunale Kollektivorgane 259
c) Andersbewertung bei organisatorischen Schutzmaßnahmen 260
d) Aktienrechtsautonome Neubewertung 262
aa) Keine Vertraulichkeitsgewähr 263
bb) Tatbestandslösung 263
cc) Konklusion 267
e) Empfangsberechtigte Berichtsadressaten i.S.d. Tatbestandslösung 269
aa) Objektiv begründete Gefahrenlage 269
bb) Abstrakte Gefahrenlage 270
f) Zusammenfassung 273
5. Das berichtspflichtige Aufsichtsratsmitglied in der Pflichtenkollision 275
D. Ergebnis 278
E. Thesen 280
I. Zur aktienrechtlichen Schweigepflicht des Aufsichtsrats 280
II. Zur funktionalen Systemeigenschaft des aktienrechtlichen Kommunikationswesens 281
III. Zum Informationsprivileg der öffentlichen Hand nach §§ 394, 395 AktG 282
F. Literatur 284
Sachverzeichnis 309