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Ooyen, R (2020). Karlsruhe und die EU-Grundrechtecharta: ein „europafeindlicher“ Rückfall hinter Solange II?. Recht und Politik, 56(2), 190-199. https://doi.org/10.3790/rup.56.2.190
Ooyen, Robert Chr. van (2020). "Karlsruhe und die EU-Grundrechtecharta: ein „europafeindlicher“ Rückfall hinter Solange II?" Recht und Politik, vol. 56no. 2, 2020 pp. 190-199. https://doi.org/10.3790/rup.56.2.190
Ooyen, R (2020). Karlsruhe und die EU-Grundrechtecharta: ein „europafeindlicher“ Rückfall hinter Solange II?. Recht und Politik, Vol. 56 (Issue 2), pp 190-199. https://doi.org/10.3790/rup.56.2.190

Format

Karlsruhe und die EU-Grundrechtecharta: ein „europafeindlicher“ Rückfall hinter Solange II?

Zu den Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts Recht auf Vergessen I und II

Ooyen, Robert Chr. van

Recht und Politik, Vol. 56 (2020), Iss. 2 : pp. 190–199

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Robert Chr. van Ooyen, Berlin/Lübeck/Dresden

  • Ooyen, Robert Chr. van, Prof. Dr. phil., RD, Honorarprofessor für Politikwissenschaft an der TU Dresden, lehrt Staats- und Gesellschaftswissenschaften an der Hochschule des Bundes, Lübeck, und ist Mitglied der RuP-Redaktion, Berlin.
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Abstract

Die Konflikte um Vorrang und Geltung des supranationalen Europarechts wurden rechtspolitisch bisher im Wesentlichen zwischen dem EuGH und dem Zweiten Senat des BVerfG ausgetragen. Mit dem Inkrafttreten der Charta der Grundrechte der EU (EUGrCh) als Primärrecht durch den Vertrag von Lissabon haben auch die Reibungsflächen zum Ersten Senat zugenommen. Das Åkerberg Fransson-Urteil (2013) des EuGH ist dabei von herausragender Bedeutung gewesen. Nach den berühmten Entscheidungen van Gend & Loos sowie Costa / ENEL der 60er Jahre, in denen die unmittelbare Geltung und der uneingeschränkte Vorrang des Gemeinschaftsrechts festgestellt worden war, hat der EuGH hiermit seine zweite verfassungsrechtliche „Selbstermächtigung“ vorgenommen. Durch eine weite Ausdehnung des Geltungsbereich der EUGrCh reklamiert er genau die umfassende Kompetenzstellung als europäisches Verfassungsgericht, die vergleichsweise das machtvolle BVerfG sich im deutschen politischen System schon u. a. mit der Lüth-Entscheidung und dem „Statusbericht“ in den 50er Jahren – auch im Kampf gegen den BGH – eröffnet hatte.

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Robert Chr. van Ooyen: Karlsruhe und die EU-Grundrechtecharta: ein „europafeindlicher” Rückfall hinter Solange II? 190
I. Rückblick: „Selbstermächtigung” des EuGH im Åkerberg Fransson-Urteil 191
II. Primäre Geltung der deutschen Grundrechte bei „gestaltungsoffenem” Unionsrecht 192
III. Das BVerfG als „Hüter” der europäischen Grundrechte bei „vereinheitlichtem” Unionsrecht 195